In Kirchdorf gibt es derzeit einen interessanten Streit in der Medienlandschaft, der viele Gemüter bewegt. E-Steyr, ein regionales Nachrichtenportal, wurde vom Tag der offenen Tür des Garstner RTV Privatfernsehen e.U. ausgeladen. Die Begründung dafür? RTV hält E-Steyr für „negativ und rufschädigend“. Das klingt schon nach einem spannenden Konflikt, oder? In einer Zeit, in der Medienpluralismus wichtiger denn je ist, wirft dies einige Fragen auf.
Der RTV bezeichnet den Tag als „Freunden und Unterstützern“ vorbehalten, was in der Praxis bedeutet, dass nicht jeder, der kritisch über die Berichterstattung denkt, einen Platz hat. E-Steyr hingegen betont, dass ihre Berichterstattung sich an journalistische Grundsätze hält und sie ausgewogen über alle politischen Parteien berichtet. Eine genauere Analyse der letzten 100 Beiträge von RTV zeigt jedoch, dass von diesen 49 Beiträge die FPÖ behandelten. Nur 12 waren regionale Themen, oft mit Bezug zur FPÖ oder RTV selbst, während 39 überregionale Themen ohne konkreten parteipolitischen Bezug waren. Ein seltsames Bild, das Fragen zur Objektivität aufwirft.
Förderung und politische Verstrickungen
RTV erhält seit Jahren staatliche Unterstützung durch die Privatrundfunkförderung. Diese Richtlinien verlangen lokale oder regionale Inhalte aus Oberösterreich, was dazu führt, dass es einen gewissen Druck gibt, sich an diese Vorgaben zu halten. Interessanterweise arbeiten seit Januar 2026 drei Redakteure von RTV gleichzeitig beim FPÖ-Radio „Austria First“. Das gibt dem Ganzen einen weiteren, etwas schalen Beigeschmack. Ein öffentlich-rechtlicher Sender, der sich stark an einer politischen Partei orientiert? Das ist ein heikles Thema.
E-Steyr hat in der Vergangenheit kritisch über RTV berichtet, was diese Ausladung nur noch brisanter macht. Es ist offensichtlich, dass hier nicht nur journalistische Grundsätze, sondern auch politische Machtspiele im Spiel sind. Diese Situation wird durch die Tatsache verstärkt, dass RTV in verschiedenen Berichten, einschließlich des Verfassungsschutzberichts, behandelt wird. Die Frage bleibt: Wie unabhängig sind unsere Medien tatsächlich?
Ein Blick auf die Förderlandschaft
Um die Situation besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die Förderbedingungen, die RTV betreffen. Die Zielsetzung dieser Förderungen ist es, den dualen Rundfunk in Österreich zu stärken. Mit einem Fördertopf von 25 Millionen Euro pro Jahr wird ein vielfältiges Programmangebot unterstützt. Die Mittel werden aufgeteilt: 80% für Inhalte, 10% für Ausbildung und 10% für Studien. Hierbei gibt es jedoch keine Rechtsansprüche auf die Förderung. Ein bisschen wie ein Lotteriespiel, bei dem man hoffen muss, die richtigen Karten zu ziehen.
Die Richtlinien besagen, dass Projekte in den Bereichen Information, Kunst, Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft, Soziales, Politik, Sport und Medienkompetenz förderbar sind. Wer sich jedoch mit Werbung oder Erotik beschäftigt, hat schlechte Karten. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Die Vorgaben zur Fördervergabe sind klar, aber die Umsetzung scheint oft ein Minenfeld zu sein, auf dem sich viele Sender bewegen müssen.
Die interessante Dynamik zwischen E-Steyr und RTV wirft nicht nur Fragen über die Unabhängigkeit der Berichterstattung auf, sondern auch über die politische Einflussnahme auf lokale Medien. In einer Zeit, in der die Menschen mehr denn je auf unabhängige und objektive Berichterstattung angewiesen sind, bleibt abzuwarten, wie sich diese Situation weiterentwickeln wird. Die Medienlandschaft in Österreich ist im Wandel, und es bleibt spannend zu beobachten, ob und wie sich die Dinge ändern werden.