Heute ist der 6.05.2026, und die anhaltende Trockenheit in Oberösterreich hinterlässt deutliche Spuren, besonders im Kremstal. Die hohen Temperaturen und das fehlende Wasser beeinflussen die Gewässer massiv. Kleinere Flüsse und Bäche sind bereits in mehreren Regionen trocken gefallen. Ein besonders prägnantes Beispiel ist die Krems bei Kirchdorf an der Krems, die derzeit in einem alarmierenden Zustand, als Niederwasser, vor sich hin plätschert. Der Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder hat auf die ernsten Folgen des Klimawandels hingewiesen. Es ist kein Geheimnis mehr, dass längere Dürre- und Hitzephasen nicht nur die Umwelt, sondern auch die Wasserversorgung und die Fischbestände bedrohen.
Die Pegel kleinerer Fließgewässer in Oberösterreich zeigen unterdurchschnittliche Wasserführungen, und die Gewässeraufsicht des Landes OÖ dokumentiert bereits trockengefallene Abschnitte. Dies hat fatale Auswirkungen auf die Lebensräume der Fische. Wo früher schillernde Schwärme durch das Wasser glitten, droht jetzt der Sauerstoffmangel durch die hohen Temperaturen. Wenn die Fische sich nicht in kühlere oder tiefere Zonen zurückziehen können, besteht die akute Gefahr von Fischsterben. Zudem verschlechtert das Niedrigwasser die Wasserqualität: Höhere Nährstoffkonzentrationen aus Kläranlagen fördern Algenblüten und verstärken den Sauerstoffmangel.
Trockenheit als ernsthafte Herausforderung
Oberösterreich erlebt seit Jahresbeginn eine ausgeprägte Trockenphase. Das Niederschlagsdefizit beträgt regional zwischen 30 und 50 Prozent. In der Umgebung von Linz gibt es sogar Stellen, wo nur etwas mehr als die Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge fällt – gemessen an der Klimanormalperiode von 1991 bis 2020. Besonders die Monate März und April 2026 waren extrem trocken, während der Februar nur eine kurzfristige Erleichterung brachte. Oberösterreich zählt zu den am stärksten betroffenen Bundesländern Österreichs. Die Ertragseinbußen nehmen mit jedem niederschlagsfreien Tag zu, was die Situation zusätzlich verschärft.
Der Wasserhaushalt ist ebenfalls betroffen. Grundwasserstände sind vielerorts unterdurchschnittlich, mit historisch niedrigen Niveaus, insbesondere in West- und Südwest-Oberösterreich, wie im Mattigtal oder im Raum Schärding. Die Fließgewässer weisen größtenteils niedrige Abflüsse auf. Im Winter 2025/2026 lagen an 60 bis 70 Prozent der Messstellen die Werte im Bereich „niedrig/sehr niedrig“. Eine geringe Schneespeicherung im Winter hat zudem die Grundwasserneubildung im Frühjahr stark reduziert. Im Vergleich zum 30-jährigen Mittel (1991 – 2020) gab es österreichweit 22 Prozent weniger Niederschlag im Winter 2025/2026, und Oberösterreich liegt teils deutlich darunter.
Ein Blick in die Zukunft
Der Frühling 2026 steuert regional auf einen der trockensten seit Beginn der Messungen zu, und es könnte gut sein, dass Linz den trockensten Frühling aller Zeiten erlebt. Die langfristigen Klimadaten zeigen zwar eine stabile jährliche Niederschlagssumme, doch die Verteilung und Intensität der Niederschläge hat sich verändert – seltener, aber dafür intensiver. Seit 1900 ist die Temperatur in Österreich um rund 3,1 °C gestiegen, was mehr als doppelt so stark ist wie der globale Durchschnitt. Höhere Temperaturen bedeuten auch eine erhöhte Verdunstung, was die Böden schneller austrocknen lässt.
Die Aussichten sind nicht gerade rosig, denn eine kurzfristige Entspannung ist nicht in Sicht. Um die zunehmenden Trockenheitsrisiken in Oberösterreich abzufedern, gewinnen Wassermanagement, Bodenschutz und Anpassungsmaßnahmen zunehmend an Bedeutung. Der Klimawandel ist keine abstrakte Bedrohung mehr, sondern eine Realität, die wir alle spüren.
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