Heute ist der 23.04.2026 und in Kirchdorf steht die Rettung eines Buckelwals in der Ostsee auf der Kippe. Der Plan zur Rettung des Wals kann derzeit nicht wie vorgesehen umgesetzt werden. Fred Babbel, der Chef des beauftragten Baggerunternehmens, hat angekündigt, dass Nacharbeiten am Konzept erforderlich sind. Die Rettungsinitiative hat vom Umweltministerium Punkte zur Verbesserung des Plans erhalten und plant, noch am Abend mit diesen Nacharbeiten zu beginnen. Die Hoffnung auf eine baldige Genehmigung bleibt bestehen.
Der Buckelwal, der sich seit rund drei Wochen in einer künstlich geschaffenen Kuhle in der flachen Bucht der Insel Poel befindet, könnte am Sonntag oder Montag von seinem aktuellen Liegeplatz entfernt werden – abhängig von den Wetterbedingungen. Um den Wal zu retten, wird eine Rinne ausgebaggert, die 110 Meter lang, 10 Meter breit und 2 Meter tief sein soll. Bisher sind bereits 40 Meter der Rinne fertiggestellt, und weitere 40 Meter sollen am Freitag ausgebaggert werden. Ziel ist es, die Rinne bis Samstagfrüh abzuschließen. Der Wal wird mit einem Netz angehoben, um in die Rinne zu gelangen.
Kontroversen um die Walrettung
Die Rettung des Wals hat nicht nur die lokale Bevölkerung in den Bann gezogen, sondern auch nationale Aufmerksamkeit erregt. Robert Marc Lehmann, ein bekannter deutscher Meeresbiologe und Umweltaktivist, ist durch seine Rolle bei der Befreiung eines Buckelwals in der Lübecker Bucht in die Schlagzeilen geraten. Lehmann, der als „Walflüsterer“ bezeichnet wird, kommunizierte erfolgreich mit dem Wal und befreite ihn von einer Sandbank. Jetzt benötigt der Wal jedoch erneut Hilfe, da er in Mecklenburg-Vorpommern feststeckt.
Lehmann behauptet, von den Verantwortlichen in Wismar von weiteren Rettungsaktionen ausgeschlossen worden zu sein, und führt „Selbstdarstellung“ als Grund für diesen Ausschluss an. Diese Vorwürfe wurden von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus in einer Pressekonferenz zurückgewiesen, der betonte, dass es keinen Ausschluss gegeben habe. Stattdessen kündigte er ein klärendes Gespräch mit Lehmann an, um die Zusammenarbeit zu fördern. Auch andere Experten, wie Burkard Baschek vom Deutschen Meeresmuseum und Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung, haben den Vorwürfen widersprochen.
Ein Blick auf die Zukunft
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation um die Walrettung entwickeln wird. Die Kontroversen über die „richtige“ Form der Walrettung dürften bestehen bleiben, bis eine erfolgreiche Rettung erfolgt ist. In Zeiten, in denen Umweltprobleme wie Plastikverschmutzung und Artensterben immer drängender werden, ist es wichtig, dass alle Beteiligten das Ziel der Walrettung nicht aus den Augen verlieren. Robert Marc Lehmann, der durch seine mediale Präsenz und Arbeiten für National Geographic und den Discovery Channel bekannt geworden ist, hat über eine Million Abonnenten auf YouTube und rund 789.000 Follower auf Instagram. Seine Stimme könnte entscheidend sein, um mehr Aufmerksamkeit auf die dringend benötigte Hilfe für den Buckelwal zu lenken.
Weitere Informationen zur aktuellen Situation finden Sie in dem Artikel auf Radio Bielefeld. Auch die Entwicklungen rund um Robert Marc Lehmann und die Walrettung können auf stern.de nachgelesen werden.