90 Jahre Friedrich Ch. Zauner: Premiere von „Im Schatten der Maulwurfshügel“ in Rainbach
In der beschaulichen Gemeinde Rainbach wird in diesem Jahr ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert. Der 90. Geburtstag des Schriftstellers Friedrich Ch. Zauner steht an, und das wird mit einem beeindruckenden Kulturprojekt gewürdigt. Ab Donnerstag, dem 18. Juni, kommt es zur Uraufführung der Bühnenfassung seines literarischen Hauptwerks „Im Schatten der Maulwurfshügel“. Die Vorfreude auf diese Premiere ist spürbar, denn die Produktion verspricht ein echtes Highlight für alle Theaterliebhaber!
Die Inszenierung basiert auf den ersten beiden Teilen von Zauners vierbändigem Romanepos „Das Ende der Ewigkeit“. Regisseurin Babett Arens hat es sich zur Aufgabe gemacht, das 1.000 Seiten umfassende Werk auf eine zweiteilige Theaterfassung zu reduzieren. Während der erste Teil „Im Schatten der Maulwurfshügel“ in diesem Jahr zu sehen sein wird, dürfen sich die Zuschauer 2027 auf den zweiten Teil „Und die Fische sind stumm“ freuen. Die Handlung spielt in den fiktiven Weiler Thal, Oed und Fegfeuer zwischen 1900 und 1917 und behandelt Themen wie bäuerliche Traditionen, soziale Enge und den Wandel der alten Ordnung. Zuschauer haben die Möglichkeit, in den Alltag der Menschen vor 125 Jahren einzutauchen, was sicherlich eine spannende und lehrreiche Erfahrung sein wird.
Die Charaktere und ihre Geschichten
Im Zentrum der Erzählung stehen Maurits, ein Findelbub, und Theres, eine rebellische Wirtstochter. Rund um diese beiden zentralen Figuren entfaltet sich ein vielschichtiges Dorfpanorama mit zahlreichen Charakteren. Dabei wird deutlich, wie die Bedrohung des Kaiserreichs und der Erste Weltkrieg das Leben in den Weiler beeinflussen. Es ist nicht nur eine Geschichte über persönliche Schicksale, sondern auch ein Stück Sozial- und Zeitgeschichte, das die Zuschauer zum Nachdenken anregen könnte.
Die Aufführungen finden im Theaterstadel in Rainbach statt, einem Ort, der 2009 für die Rainbacher Spiele errichtet wurde. Dieser Stadel hat sich über die Jahre zu einem wichtigen Zentrum für kulturelle Veranstaltungen entwickelt. Ursprünglich als Plattform für die dramatisierten Bibelstoffe gedacht, wird nun ein programmatischer Richtungswechsel eingeläutet. Ab 2025 wird es nicht mehr ausschließlich um Bibelstücke gehen, sondern auch andere Geschichten werden auf die Bühne gebracht. Das ist ein spannender Schritt, der zeigt, wie dynamisch und anpassungsfähig die Kulturszene in Rainbach ist.
Musikalische Untermalung und besondere Partnerschaften
Musikalische Akzente setzen Lieder des Passauer Komponisten Matthias Deger, die vom Schärdinger Juvenis Chor gesungen werden. Diese musikalische Untermalung wird die emotionale Tiefe der Darstellung sicherlich verstärken. Zudem sind Kooperationen mit dem Opern-Fest Schärding und ein Benefizkonzert des Bruckner Orchesters in Planung. Die Aufführungszeit erstreckt sich vom 18. Juni bis 5. Juli, wobei die Vorstellung etwa drei Stunden dauert, inklusive einer Pause – genug Zeit, um in die faszinierenden Erzählungen und die wechselvolle Zeitgeschichte einzutauchen.
Die Rainbacher Spiele schlagen mit dieser Produktion ein neues Kapitel auf, das nicht nur den literarischen Anspruch von Friedrich Ch. Zauner würdigt, sondern auch den kulturellen Reichtum der Region betont. Die Besetzung mit Florentin Groll (Erzähler), Georg Hasenzagl (Maurits) und Lisa-Carolin Nemec (Theres) verspricht, die Zuschauer in ihren Bann zu ziehen und die Geschichten lebendig werden zu lassen.
In einer Zeit, in der die Theaterlandschaft ständig im Wandel ist, bleibt zu hoffen, dass die Rainbacher Spiele auch weiterhin ein Ort der Inspiration und der kulturellen Vielfalt bleiben. Auf dass die Geschichten von einst die Menschen auch heute noch berühren!
