In der Nacht zum Sonntag, gegen 2:00 Uhr, ereignete sich eine spektakuläre Verfolgungsjagd in Linz, die nicht nur die Polizei, sondern auch zahlreiche Passanten in Atem hielt. Ein 37-jähriger Autofahrer aus dem Bezirk Linz-Land versuchte, einer Zivilstreife zu entkommen. Mit extrem hoher Geschwindigkeit überholte er die Zivilstreife auf der A1 beim Ebelsberger Berg und ignorerte dabei sämtliche Verkehrsregeln. Wie man hört, war sein Tempo schon beeindruckend, aber was dann folgte, übertraf alles.
Auf der A7 wurde der flüchtige Fahrer im Baustellenbereich mit 173 km/h bei erlaubten 80 km/h gemessen. Und das war längst nicht alles: Im 100er-Bereich raste er mit 187 km/h und missachtete daraufhin die Aufforderung der Polizei zum Anhalten am Bindermichl-Tunnel. Stattdessen setzte er seine Flucht fort, überfuhr Sperrlinien und täuschte sogar ein Abfahren an der Ausfahrt Wiener Straße vor, nur um kurz darauf wieder auf die Autobahn zurückzufahren. An der Ausfahrt Voest in Richtung Umfahrung Ebelsberg wurde er schließlich mit 136 km/h bei erlaubten 70 km/h gestoppt. Es ist kaum zu glauben, dass er auch im Stadtgebiet eine rote Ampel in der Lunzerstraße ignorierte.
Die Festnahme und die Hintergründe
Nach einer nervenaufreibenden Verfolgung gelang es schließlich zwei Polizeistreifen, den Fahrer zu stoppen. Der Grund für sein riskantes Verhalten war schnell klar: Seine Lenkberechtigung war ihm bereits entzogen worden. Das Fahrzeug wurde vorläufig beschlagnahmt. Man fragt sich unweigerlich, was in jemandem vorgeht, der solche Risiken eingeht – nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere Verkehrsteilnehmer.
Verfolgungsjagden wie diese sind nicht nur ein Polizei-Problem, sondern werfen auch rechtliche Fragen auf. Ein BGH-Urteil vom 31.01.2012 beleuchtet die Schadensersatzpflicht des Fahrzeughalters bei Polizeiverfolgung. Hierbei wird deutlich, dass der Schädiger durch vorwerfbares Verhalten, wie in diesem Fall, zu selbstgefährdendem Verhalten herausfordert. Die Verfolgung wird als rechtlich relevant betrachtet, auch wenn die Polizei Maßnahmen wie das Rammen von Fahrzeugen ergreift. Man könnte fast sagen, dass das ganze Szenario eine Art Teufelskreis ist – einer, der nur durch kluges Handeln und Respekt vor den Verkehrsregeln durchbrochen werden kann.
Die Gefahrenlage ist nicht zu unterschätzen. In dem oben genannten Urteil musste der Flüchtige mit der Möglichkeit rechnen, dass die Polizei nachdrücklich eingreift. Der Schaden an Polizeifahrzeugen wurde auf über 17.000 Euro geschätzt – ein eindringliches Beispiel dafür, wie schnell aus einer Flucht eine teure und gefährliche Angelegenheit werden kann. Man fragt sich, ob es wirklich so schwer ist, einfach anzuhalten und die Konsequenzen zu akzeptieren.
So bleibt zu hoffen, dass solche Vorfälle in Zukunft seltener werden und die Verkehrssicherheit in Linz und darüber hinaus weiterhin gewährleistet bleibt. Denn am Ende sind es nicht nur die Fahrer, die Verantwortung tragen, sondern auch alle anderen, die sich auf den Straßen bewegen.
Für weitere Informationen zu diesem Vorfall und anderen lokalen Nachrichten besuchen Sie bitte die Quelle.