Heute ist der 11.06.2026 und in Perg gibt es Neuigkeiten aus der Welt der Namenforschung. Es war ein ganz besonderer Anlass, der sich jüngst in Kals, Österreich, abgespielt hat: Das 38. Kalser Namenkundliche Symposium. Hier trafen sich internationale Namenforscher, um ihre neuesten Erkenntnisse auszutauschen. Namen wie Christiane Pabst, Patrick Mayrhofer, Stephan Gaisbauer und Karl Hohensinner waren dabei, und das Programm war nichts weniger als erhellend.

Das Organisationskomitee, bestehend aus Peter Anreiter, Marialuise Haslinger, Florian Steindl und Emanuel Klotz, hatte für ein spannendes Programm gesorgt. Gaisbauer und Hohensinner widmeten sich den Familiennamen mit der Endung -inger, die in Oberösterreich recht häufig sind. Namen wie Blümlinger, Fellinger und Mahringer haben oft ihren Ursprung in kleinen Orten oder Gehöften aus dem Mittelalter. Hohensinner und Steindl wiederum tauchten in die Welt der slawischen Orts- und Bergnamen im Enns- und Steyrtal ein. Namen wie Plachwitz und Goseritz waren nur einige ihrer Beispiele.

Forschung und Präsentationen

Ein interessantes Detail: Einige slawische Namen haben sich über die Jahre stark verändert. So wurde aus Prepotnik beispielsweise Brettboding. Ein faszinierendes Phänomen, das die Teilnehmer sicher zum Staunen brachte. Christiane Pabst, die Chefredakteurin des Österreichischen Wörterbuchs, präsentierte ihre Arbeit an Eigennamen. Das ÖWB hat sich in den letzten zehn Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und dokumentiert typisch österreichische Ausdrücke. Patrick Mayrhofer, ein Master-Student, bereicherte die Veranstaltung mit seinem Vortrag über „Ortsnamen und ungarische Lautgeschichte“.

Die Liste der Vortragenden war beeindruckend. Peter Anreiter, Wolfram Euler, Georg Holzer und viele mehr trugen dazu bei, dass das Symposium ein voller Erfolg wurde. Für die interessierten Zuhörer gab es viel zu lernen. Besonders spannend sind die Pläne für einen Tagungsband, der von Emanuel Klotz und Florian Steindl herausgegeben wird und für das Frühjahr 2027 geplant ist.

VESNA und die Zukunft der Namenforschung

Ein wichtiger Schritt für die Namenforschung in Österreich ist die Gründung des Vereins zur Erforschung von Sprache und Namen in Österreich (VESNA), der künftig in Linz ansässig sein wird. Bürgermeisterin Erika Rogl und ihr Vorgänger Klaus Unterweger waren bei der Eröffnung dabei und unterstützten die Initiative. Kals gilt mittlerweile als eine der am besten namenkundlich erforschten Gemeinden in Österreich, was nicht wenig zur Attraktivität dieses Symposiums beiträgt.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Ein Blick auf die wissenschaftliche Tätigkeit von Emanuel Klotz zeigt, dass er nicht nur beim Symposium präsent war. Er hat zahlreiche Monographien veröffentlicht, darunter das „Urslawische Wörterbuch“ (zweite Auflage) sowie mehrere Aufsätze zur slawischen Namenforschung. Im Jahr 2023 veröffentlichte er beispielsweise Ergänzungen und Berichtigungen zu seinem bairisch-slawischen Lautwandelapparat, was zeigt, wie lebendig und dynamisch das Feld der Namenforschung ist. Klotz ist also ein zentraler Akteur in dieser spannenden Disziplin und ein wichtiger Ansprechpartner für alle, die sich für die Herkunft und Entwicklung von Namen interessieren.

Es bleibt zu hoffen, dass die Forscher weiterhin mit so viel Engagement und Neugierde an die Sache herangehen. Die Welt der Namen ist schließlich auch die Geschichte der Menschen, die hinter diesen Namen stehen. Und so wird die Namenforschung auch in Zukunft ein faszinierendes Feld bleiben, das es zu erkunden gilt.