In der ruhigen Gemeinde Perg, wo Geschichte und Gegenwart oft miteinander verwoben sind, gibt es einen faszinierenden Abschnitt, der sich rund um die Burg Clam entfaltet. Im Mai 1626, inmitten des Oberösterreichischen Bauernkriegs, kam es zu einem dramatischen Aufeinandertreffen zwischen aufständischen Bauern und dem evangelischen Burgherrn Johann Gottfried Perger. Historiker Peter Fraundorfer hat die spannende Geschichte seines Heimatorts digitalisiert, von archäologischen Funden bis ins 20. Jahrhundert. Interessierte können diese auf der Gemeindehomepage nachlesen. Doch was ist passiert? Nun, die Burg Clam wurde von rund 60 Bauern umzingelt, aber sie fiel nie in ihre Hände.

Der Ausbruch des Aufstands wurde durch massive wirtschaftliche Not, hohe Abgaben und Spannungen zwischen evangelischen Bauern und ihren katholischen Herrschern ausgelöst. Perger, der sich weigerte, die Bauern anzuführen, versuchte, sie zur Vernunft zu bringen. Nur sechs von ihnen schafften es, die Schlossbrücken zu überqueren und in den Hof zu gelangen. Dort empfing Perger sie, servierte ihnen Bier und hoffte, sie so zum Rückzug zu bewegen. Letztendlich zogen die Bauern am nächsten Tag ab, als die kaiserlichen Truppen herannahen.

Der Bauernkrieg und seine Ursachen

Der Oberösterreichische Bauernkrieg selbst war nicht nur ein Aufstand von Bauern. Er erfasste auch Ackerbürger, Handwerker und sogar einige niedere Adelige. Interessanterweise war dieser Aufstand anders als frühere Revolten, die oft ausschließlich durch lokale Beschwerden gegen Grundherren ausgelöst wurden. Hier stand der Protest gegen die Gegenreformation und die bayerische Besatzung im Vordergrund. Das brutale Vorgehen des bayerischen Statthalters Adam Graf von Herberstorff gegen die protestierenden Bauern war der Funke, der das Feuer entzündete.

Die Situation eskalierte, als die Bauern am 21. Mai 1626 die Soldaten von Herberstorff besiegten und wichtige Städte wie Eferding und Wels eroberten. Führer wie Stefan Fadinger und Christoph Zeller übernahmen die Kontrolle, doch die Rückschläge ließen nicht lange auf sich warten. Fadinger wurde verwundet und starb an den Folgen. Die bayerischen Truppen setzten zur Rückeroberung an und die Bauern erlitten mehrere Niederlagen. Am 9. und 15. November 1626 war der Aufstand schließlich gebrochen.

Die Folgen und die Rekatholisierung

Die Vernichtung von etwa 12.000 der 40.000 bäuerlichen Kämpfer und die harten Strafen für die Rädelsführer trugen zur Rekatholisierung Österreichs bei. Kaiser Rudolf II. hatte bereits zuvor mit der Rekatholisierung begonnen, und Ferdinand II. setzte diesen Kurs nach seiner Thronbesteigung 1619 mit aller Macht fort. Die Ob der Ennsischen Landesstände, die sich mit den böhmischen Aufständischen verbündeten, wurden ebenfalls bestraft. Der Augsburger Religionsfrieden von 1555, der die religiöse Zugehörigkeit des Volkes an den Landesherren band, führte zu einer weiteren gesellschaftlichen Spaltung.

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Die erlittenen Niederlagen hatten nicht nur für die Bauern gravierende Folgen. Auch die Lebensbedingungen verschlechterten sich dramatisch, und die Unterstützung durch den Kaiser blieb aus. Letztendlich waren die Aufstände, wie der Oberösterreichische Bauernkrieg, nicht nur ein verzweifelter Versuch, für die eigenen Rechte zu kämpfen, sondern auch das letzte Aufbäumen gegen eine immer erdrückender werdende Herrschaft. Historiker und Interessierte können mehr über die facettenreiche Geschichte der Burg Clam und des Bauernkriegs auf der [Gemeindehomepage](Link) nachlesen.