Am 26. Mai 2026 fand im Steinernen Saal des Linzer Landhauses eine Ehrung statt, die es in sich hatte. Landeshauptmann Thomas Stelzer überreichte Auszeichnungen an drei langjährige Betriebsratsvorsitzende aus dem Bezirk Perg. Ein Moment, der die Bedeutung von Engagement und Einsatz für die Kollegen in den Vordergrund stellte. Die goldenen Verdienstzeichen gingen an Karl Kapplmüller und Josef Lengauer, beide von Engel Austria. Josef Derntl von Synthesa Chemie erhielt die Verdienstmedaille des Landes. Alle drei haben sich über Jahrzehnte für faire Arbeitsbedingungen und ein gutes Miteinander eingesetzt – eine echte Heldentat in der heutigen Zeit.
Karl Kapplmüller, der nicht nur Zentralbetriebsratsvorsitzender, sondern auch Europabetriebsratsvorsitzender bei Engel war, hat sich in verschiedenen Bereichen engagiert. Neben seiner Rolle in der Gewerkschaft PRO‑GE und der Arbeiterkammer, hat er auch in der Kommunalpolitik und der Feuerwehr eine wichtige Stimme eingenommen. Josef Lengauer, der über 25 Jahre Betriebsrat war, kümmerte sich mehr als zwei Jahrzehnte um die Belange seiner Kollegen. Verlässlichkeit und die Förderung fairer Löhne waren seine Markenzeichen. Bei ihm konnten die Kollegen stets auf offene Ohren und faire Abrechnungen zählen. Und dann ist da noch Josef Derntl, der fast vier Jahrzehnte lang Betriebsratsvorsitzender bei Synthesa war. Sein besonderes Augenmerk galt den Kollegen mit gesundheitlichen Einschränkungen, für die er soziale Aktionen organisierte.
Die Rolle des Betriebsrats
Der Betriebsrat, als von den Arbeitnehmern gewählte Interessenvertretung, hat das Hauptziel, die Rechte der Beschäftigten zu schützen und zu fördern. Diese Aufgaben sind rechtlich im Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) und weiteren arbeitsrechtlichen Vorschriften festgelegt. Die Mitglieder des Betriebsrats haben Mitbestimmungsrechte bei wichtigen betrieblichen Angelegenheiten, etwa bei Arbeitszeitregelungen oder der Gestaltung von Lohn- und Gehaltsstrukturen. Darüber hinaus müssen Arbeitgeber den Betriebsrat über relevante betriebliche Angelegenheiten informieren und konsultieren – eine wichtige Brücke zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern.
Natürlich ist der Betriebsrat auch für die persönliche Unterstützung der Arbeitnehmer da. Bei Konflikten vermittelt er, bei Kündigungen oder Umstrukturierungen muss er angehört werden. Ein Betriebsrat wirkt nicht nur für die Förderung der Gleichstellung der Geschlechter, sondern auch für die Integration ausländischer Arbeitnehmer und die Bekämpfung von Rassismus. Er trägt zur Balance der Interessen und zur Entwicklung einer fairen Arbeitsumgebung bei. Laut aktuellen Zahlen verursachen bürokratische Hürden in Österreichs Unternehmen jährliche Kosten von 21,1 Milliarden Euro, ein enormer Betrag, der die Notwendigkeit für effektive Betriebsratsarbeit unterstreicht.
Ein Blick in die Zukunft
Die Aufgaben des Betriebsrats sind vielfältig und reichen von der Überwachung der Einhaltung von Gesetzen über die Förderung der Weiterbildung bis hin zur Sicherung der Beschäftigung im Betrieb. Immerhin müssen Unternehmen jährlich 320 Millionen Arbeitsstunden für Bürokratie aufwenden. Das entspricht etwa 200.000 Arbeitskräften – eine Zahl, die deutlich macht, wie wichtig es ist, dass Betriebsräte aktiv mitgestalten. Sie sind nicht nur eine Stimme für die Arbeitnehmer, sondern auch ein entscheidender Faktor für die Gestaltung von betrieblichen Sozial- und Umweltstandards.
In einer Zeit, in der die Arbeitswelt ständig im Wandel ist, bleibt der Betriebsrat ein unverzichtbares Gremium. Ob es um die Förderung von Arbeitsschutz, die Unterstützung von älteren Arbeitnehmern oder die Integration von Neuankömmlingen geht – die Herausforderungen sind groß, und das Engagement der Betriebsräte ist wichtiger denn je. Wie wir gesehen haben, sind engagierte Betriebsräte wie Karl Kapplmüller, Josef Lengauer und Josef Derntl nicht nur eine Stütze für die Kollegen, sondern auch ein Zeichen für eine lebenswerte und gerechte Arbeitswelt. Und das ist doch das, was wir alle wollen, oder?
Für weitere Informationen zu den Aufgaben und Rechten des Betriebsrats lohnt sich ein Blick in die ausführlichen Informationen von halloanwalt.de oder bei ver.di.
Die vollständige Berichterstattung zu dieser Ehrung finden Sie unter MeinBezirk.
