StoP-Parkbank in St. Georgen setzt Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen
In St. Georgen an der Gusen wurde kürzlich eine Parkbank aufgestellt, die ein deutliches Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen setzt. Es handelt sich dabei um die 21. StoP-Parkbank im Bezirk Perg. Diese Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, an dem häusliche Gewalt und Partnergewalt nach wie vor sehr relevante Themen sind. Die Koordinatorin von „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“, Elisabeth Glawitsch, hebt hervor, wie wichtig Zivilcourage und das Wissen über Unterstützungsangebote sind.
Die neue Parkbank steht direkt vor dem Jugendzentrum, das als sicherer Ort für Jugendliche dient. Silvia Aigelsreiter von der Familienakademie Mühlviertel betont die Bedeutung dieses Zentrums als „Safe Place“. Gemeindevorständin Margit Hofer (SP) unterstützt das Projekt und möchte ein sichtbares Zeichen in St. Georgen setzen. Auch Michaela Traxler, die Vize-Bürgermeisterin und Vorsitzende des Sozialausschusses (SP), betont, wie wichtig es ist, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen, um häuslicher Gewalt vorzubeugen. Im April wurde die 20. StoP-Bank in Arbing aufgestellt.
Vielfältige Formen der Gewalt
Gewalt gegen Frauen ist kein neues Phänomen. Sie umfasst nicht nur physische Übergriffe, sondern auch Bedrohungen, Beschimpfungen, Belästigungen und Kontrolle. Laut aktuellen Statistiken sind vor allem Frauen von Partnerschaftsgewalt betroffen, aber auch Männer sind nicht immun. In Deutschland wird jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von physischer und/oder sexualisierter Gewalt. Erschreckend ist, dass jede vierte Frau mindestens einmal Opfer körperlicher oder sexualisierter Gewalt durch ihren aktuellen oder früheren Partner wird.
Besonders betroffen sind Mädchen und Frauen mit Behinderung, die Gewalt zwei bis dreimal häufiger erleben als der Bevölkerungsdurchschnitt. Fast die Hälfte dieser Frauen hat sexuelle Gewalt in ihrem Leben erfahren. Diese Zahlen sind alarmierend und zeigen, wie wichtig es ist, Initiativen wie die StoP-Parkbank zu unterstützen. Das Lagebild „Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten“ gibt einen Überblick über die traurige Realität frauenfeindlicher Straftaten.
Prävention und Aufklärung
Die Dunkelziffer solcher Straftaten ist hoch, da viele nicht angezeigt werden. Um aktuelle Daten zur Gewaltbetroffenheit zu erhalten, wird die Befragung „LeSuBiA“ durchgeführt. Studien zeigen, dass auch Frauen in höheren Bildungs- und Sozialschichten Opfer von Gewalt werden können. Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe beschäftigt sich intensiv mit Empfehlungen zum Schutz von Frauen vor Gewalt.
Es ist auch wichtig, das Thema sexuelle Belästigung anzusprechen. Jede elfte erwerbstätige Person hat in den letzten drei Jahren sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz erlebt. Und dabei sind Frauen doppelt so häufig betroffen wie Männer. Digitale Gewalt ist ein weiteres wachsendes Problem, bei dem Täter das Internet zur Einschüchterung oder Kontrolle nutzen. Im Jahr 2023 wurden 17.193 weibliche Opfer von digitaler Gewalt registriert.
Die Aufstellung der StoP-Parkbank in St. Georgen an der Gusen ist ein wichtiger Schritt, um auf diese Themen aufmerksam zu machen und ein Zeichen zu setzen. Es zeigt, dass der Kampf gegen Gewalt an Frauen und Mädchen eine gemeinsame Anstrengung der Gemeinschaft erfordert, die nicht stillschweigend hingenommen werden darf. Die Bedeutung solcher Initiativen kann nicht hoch genug eingeschätzt werden, um das Bewusstsein zu schärfen und eine Kultur des Hinsehens und Eingreifens zu fördern.
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