Heute ist der 8.05.2026 und wir blicken auf eine bemerkenswerte Sammelzeit im Bezirk Ried zurück. Der Bezirksabfallverband hat uns mitgeteilt, dass die „Hui statt Pfui“-Aktion, die von Februar bis Mai durchgeführt wurde, ein großer Erfolg war. Über 1.000 Freiwillige haben sich an 30 Flurreinigungsaktionen beteiligt und dabei eine Menge Müll gesammelt. Edi Seib, der Vorsitzende des Bezirksabfallverbands, hat sich persönlich bei den Sammlern bedankt. Es ist einfach beeindruckend, wie viele Menschen sich aktiv für eine saubere Umwelt einsetzen!
Trotz der positiven Resonanz gibt es jedoch weiterhin ernsthafte Probleme mit Müllablagerungen. „Littering“ – also das achtlose Wegwerfen von Abfällen – stellt eine Gefahr für die Umwelt und die Tiere dar. Besonders problematisch sind weggeworfene Dosen und Flaschen, die auf landwirtschaftlichen Flächen liegen. Wenn diese beim Mähen zerkleinert werden, können sie ins Tierfutter gelangen und dort Verletzungen oder sogar den Tod von Tieren verursachen. Das ist wirklich alarmierend!
Die Rolle des Pfandsystems
Eine positive Entwicklung ist, dass die Zahl der gesammelten PET-Flaschen und Getränkedosen dank des Einwegpfands zurückgeht. Bei einer Müllsortierung nach einer Flurreinigungsaktion wurden kaum noch PET-Flaschen und nur wenige Dosen ohne Pfandlogo gefunden. Das zeigt, dass das Pfandsystem funktioniert. Dennoch gab es weiterhin viele andere Abfälle zu entdecken: Baustellenabfälle, Silvestermüll, Hundekot-Säcke, Zigarettenstummel und Snus. Besonders Zigarettenstummel sind problematisch. Sie verunreinigen das Grundwasser, schädigen Pflanzen und Tiere und setzen Mikroplastik frei.
Um dem entgegenzuwirken, bietet der Bezirksabfallverband kostenlose „TAschenbecher“ an, die eine umweltfreundliche Entsorgung von Zigarettenstummeln ermöglichen. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber es bleibt noch viel zu tun.
Wie kann jeder helfen?
Wenn du selbst aktiv werden möchtest, gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Du kannst eine Müllsammelaktion organisieren, sei es im Freundeskreis, über einen Verein oder einfach in deiner Nachbarschaft. Zunächst solltest du einen günstigen Termin wählen und die Aktion durch Handzettel, soziale Medien oder Presse bekannt machen. Es empfiehlt sich auch, die Sammelaktion bei der Abfallberatung deiner Kommune anzumelden. Oftmals bieten die Kommunen oder Entsorgungsbetriebe auch die nötige Ausrüstung wie Warnwesten, Handschuhe, Greifzangen und Müllsäcke an.
Während der Durchführung ist es wichtig, einen geeigneten Treffpunkt für Absprachen und Materialausgabe zu wählen. Und nach der Aktion? Vergiss nicht, die Menge des eingesammelten Mülls zu ermitteln und den Erfolg an die Presse zu kommunizieren. Ein kleines Beisammensein bei Kaffee und Kuchen oder ein Picknick kann die Aktion wunderbar abrunden und die Gemeinschaft stärken.
Ein Blick auf die allgemeine Müllsituation
Die Situation in Bezug auf Abfälle ist ernst. Nach den Lockerungen der coronabedingten Beschränkungen hat sich das Verhalten der Menschen verändert. Viele nutzen Grünanlagen und Innenstädte intensiver, während Restaurants oft geschlossen bleiben. Dies führt zu einem Anstieg des „Unterwegskonsums“ und damit auch zu mehr Abfällen, die nicht immer ihren Weg in die bereitgestellten Abfallbehälter finden. Laut einer Studie vom Umweltbundesamt berichten 58% der befragten Experten von einer Zunahme des Litteringaufkommens in den letzten fünf Jahren. Das ist besorgniserregend.
Es ist klar, dass Littering nicht nur ökologische, sondern auch ästhetische und ökonomische Folgen hat. Die häufigsten gelitterten Abfallarten sind Kunststoff- und Verbundmaterialien, was uns vor die Herausforderung stellt, unser Konsumverhalten zu überdenken. Der Einsatz von Maßnahmen zur Verringerung des Litterings ist dringend erforderlich. Dazu gehören Sensibilisierungs- und Bildungsmaßnahmen sowie die Förderung von Mehrweg- und Pfandsystemen.
Die kommunalen Behörden in Deutschland arbeiten bereits an Lösungen wie der Erhöhung der Anzahl und des Volumens der Abfallbehälter und der Anpassung der Bußgeldrahmen für nicht ordnungsgemäße Abfallentsorgung. Doch der Bedarf an weiteren Maßnahmen ist enorm, und mehr als Dreiviertel der Experten sehen Handlungsbedarf. Es ist an der Zeit, aktiv zu werden – für eine saubere und lebenswerte Umwelt!