Im Bezirk Rohrbach war das vergangene Jahr für die 58 Feuerwehren eine echte Herausforderung. Insgesamt wurden 20.774 Stunden bei Einsätzen geleistet, was einem Arbeitsaufwand von 519 Vollzeitkräften entspricht. Die Feuerwehrleute rückten zu 219 Brandeinsätzen und 1.456 technischen Einsätzen sowie weiteren Hilfsleistungen aus. Besondere Einsätze, die in Erinnerung bleiben werden, sind die Bergung eines Segelfliegers nach einer Notlandung in Kleinzell, ein Großbrand am Heiligen Abend in Breitenberg sowie ein Hotelbrand und ein Öleinsatz auf der Großen Mühl von Haslach flussabwärts. Diese beeindruckenden Leistungen und der unermüdliche Einsatz der Florianis wurden in einem Artikel auf meinbezirk.at gewürdigt.
Doch nicht nur bei Einsätzen, auch in der Weiterbildung und Jugendarbeit waren die Feuerwehren aktiv. Insgesamt wurden 66.754 Teilnehmer-Stunden für Weiterbildung und 46.669 Teilnehmer-Stunden für Jugendarbeit verzeichnet. Die Feuerwehr St. Martin konnte sich beim Landeswettbewerb in Bronze A Allgemein den 2. Platz sichern, während die Damengruppe aus Julbach und die Jugend-Klasse Bronze Allgemein von St. Martin den Landessieg errangen. Ein herausragender Erfolg war die Qualifikation der Feuerwehrjugend St. Martin für die Feuerwehrolympiade 2026 in Tschechien, wo sie den Titel des Vize-Bundessiegers erringen konnten.
Herausforderungen und Innovationen
In einer kürzlich abgehaltenen Talkrunde mit dem Titel „Feuerwehr 4.0 – Wohin geht die Reise?“ wurden zukünftige Herausforderungen und die Finanzierbarkeit des Feuerwehrwesens diskutiert. Dabei kam auch das neue Krisen- und Katastrophenmanagement zur Sprache, das im kommenden Jahr in den Probebetrieb gehen soll. Dies umfasst unter anderem Strategien zum Umgang mit Cyberangriffen und Stromausfällen sowie die geplante Einführung eines Reparaturbonus für Feuerwehrfahrzeuge, um effizientere Geldmittelverwendung zu gewährleisten. Die Feuerwehr sieht sich zudem technischen Herausforderungen gegenüber, etwa dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz und alternativen Antrieben für Feuerwehrfahrzeuge.
Die Leistungen der Feuerwehrleute wurden auch durch Auszeichnungen gewürdigt. Andreas Pachner erhielt das Oberösterreichische Feuerwehr-Verdienstkreuz dritter Stufe, während Michael Eder von der Feuerwehr Nebelberg mit der Feuerwehr-Verdienstmedaille dritter Stufe des Bezirks Rohrbach ausgezeichnet wurde. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der Feuerwehrmusik Oberkappel.
Über den Tellerrand hinaus
Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass das Thema Feuerwehr nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland von großer Bedeutung ist. Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) plant für 2025 zahlreiche Fach- und Netzwerkveranstaltungen. Der DFV vertritt etwa 1,4 Millionen Feuerwehrangehörige und bietet monatliche Online-Fortbildungen an, die eine Vielzahl von Themen abdecken. Veranstaltungen wie das Symposium „Hilfe für Helfer in den Feuerwehren“ und die Deutschen Feuerwehr-Meisterschaften zeigen, wie wichtig der Austausch und die Fortbildung für die Feuerwehrleute sind. Die Hauptaufgaben der Feuerwehren, die sich auf Retten, Löschen, Bergen und Schützen konzentrieren, sind in beiden Ländern von zentraler Bedeutung, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.
In Deutschland gab es im Jahr 2022 etwa 48.100 Feuerwehren, von denen die Freiwilligen Feuerwehren den größten Anteil ausmachen. Die Zahl der Einsätze bei Bränden und Explosionen lag bei rund 229.000, doch die Einsatzschwerpunkte haben sich zunehmend auf technische Hilfeleistungen und die Rettung von Personen verlagert. Auch wenn die Herausforderungen groß sind, bleibt die Feuerwehr eine tragende Säule der Gemeinschaft, die sich stetig weiterentwickelt.