In Rohrbach wird es ab dem 20. Mai spannend! Die Theatergruppe des Gymnasiums Rohrbach hebt den Vorhang für das Stück „Astoria“ von Jura Soyfer. Das Besondere an dieser Inszenierung? Sie wird unter der Leitung von Clemens Andel realisiert, der die Verantwortung für das Oberstufen-Schultheater übernommen hat. Und die Vorfreude auf die Aufführungen ist riesig!
„Astoria“, ursprünglich 1937 geschrieben und veröffentlicht, erzählt die bewegende Geschichte zweier Obdachloser, Hupka und Pistoletti, die im Winter ein warmes Quartier suchen. Auf der Suche nach einem Platz zum Verweilen wird Hupka von einer Dame beauftragt, einen eigenen Staat zu gründen. Das klingt nach einer wahnwitzigen Idee, oder? Hupka rekrutiert Geldgeber, Aktionäre und ein Volk für sein kühnes Vorhaben und gerät damit in einen Strudel aus Macht und Korruption. Das Stück ist nicht nur ein spannendes Theatererlebnis, sondern auch eine scharfe Gesellschaftskritik.
Termine und Details
Die Aufführungen finden an fünf Abenden statt: 20., 21., 28., 29. und 30. Mai, jeweils um 19.30 Uhr im Kellertheater des Gymnasiums Rohrbach. Der Eintritt erfolgt auf freiwilliger Spendenbasis – eine tolle Möglichkeit, die junge Theatergruppe zu unterstützen! Wer sicher einen Platz ergattern möchte, kann sich unter theater@brgrohrbach.at reservieren.
Doch was macht „Astoria“ so besonders? Der Autor Jura Soyfer, ein politisch engagierter Denker, thematisiert in seinem Werk die Zerstörung von Hoffnungen durch Korruption und Machtmissbrauch. Die Charaktere im Stück zeigen erstaunliche Ähnlichkeiten zu aktuellen politischen Akteuren – ein Umstand, der seine Relevanz bis heute unterstreicht. Tatsächlich ist „Astoria“ das dritte Stück von Soyfer, das nach „Lechner Edi“ entstand. In der Inszenierung wird das Stück zudem mit Klappmaulpuppen des Schubert Theaters präsentiert, was sicherlich für einen besonderen visuellen Reiz sorgt.
Ein Blick auf Jura Soyfer
Geboren 1912 in Charkow, Ukraine, und 1921 nach Wien gezogen, war Soyfer ein scharfsichtiger Beobachter der politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Zeit. Er thematisierte oft politische Korruption und gesellschaftliche Ungerechtigkeit, und seine Werke inspirieren auch heute noch Künstlerinnen weit über die Grenzen Österreichs hinaus. Sein Stück „Der Weltuntergang“ diente beispielsweise als Vorlage für den Film „Don’t Look Up“ (2021). Soyfers kritische Stimme ist auch in Zeiten der Profitgier und Machtspiele von Bedeutung.
Die Dauer des Stücks beträgt etwa 90 Minuten – genug Zeit, um in die Welt von Hupka und Pistoletti einzutauchen und sich mit ihren Herausforderungen auseinanderzusetzen. Die Premiere von „Astoria“ im Kellertheater wird sicherlich ein Erlebnis, das die Zuschauer zum Nachdenken anregen wird – und vielleicht auch ein Lächeln auf die Lippen zaubert, trotz der bitterernsten Themen, die das Stück behandelt.
Das Team hinter dieser Inszenierung ist beeindruckend: Regie und Textfassung übernimmt Christine Wipplinger, während die musikalische Leitung und Komposition von Jana Schulz stammen. Die visuelle Gestaltung wird von Annemarie Arzberger, Lisa Zingerle und anderen talentierten Künstlerinnen übernommen, die zusammen eine einzigartige Theatererfahrung schaffen wollen. Es bleibt spannend, wie die jungen Schauspieler*innen das Publikum in ihren Bann ziehen werden!