Heute ist der 30.04.2026 und in Schärding wird über ein Thema diskutiert, das kleine Betriebe und Ein-Personen-Unternehmen (EPU) stark belastet: die Bürokratie. Michelle Bichler hat in einem Kommentar auf MeinBezirk am 30. April 2026 darauf hingewiesen, dass die Überlastung durch bürokratische Anforderungen für viele Unternehmer Alltag ist. Besonders EPU und familiengeführte Unternehmen sind betroffen, da bei ihnen alle Pflichten und die gesamte Verantwortung auf den Schultern einer einzigen Person lasten. Das ist eine immense Belastung und kann schnell zu einem Gefühl der Überforderung führen.

Die Anzahl der Gesetze, die es zu beachten gilt, ist schwindelerregend. Für viele Unternehmer wird das zu einer ständigen Herausforderung. Sie sind oftmals allein für die Einhaltung dieser Vorschriften verantwortlich und finden sich in einem Dschungel aus Regelungen und Anforderungen wieder. Wenn man bedenkt, dass 95 Prozent der Menschen ihre Zeit in einem Umkreis von 25 Kilometern verbringen, ist es umso wichtiger, dass diese kleinen Betriebe nicht in der Bürokratie erdrückt werden. Sie sind es schließlich, die einen großen Teil der lokalen Wirtschaft ausmachen.

Bürokratie als Wachstumsbremse

Ein Blick über die Grenze nach Deutschland zeigt, dass unser Nachbarland mit ähnlichen Herausforderungen kämpft. Ein Artikel auf Tagesschau vom 18. März 2025 berichtet von den hohen bürokratischen Belastungen, die in der deutschen Wirtschaft Hunderte Milliarden kosten. Frank Walter, Geschäftsführer eines Unternehmens in Kassel, hat sogar eine „Quäl-Liste“ erstellt, die die ständig wachsenden Vorschriften auflistet. Das ifo-Institut hat herausgefunden, dass 90 Prozent der Unternehmen von gestiegenen bürokratischen Belastungen seit 2022 berichten. Das ist ein alarmierendes Zeichen!

Die Kritik an der Anzahl neuer Gesetze wird lauter, insbesondere von Ifo-Chef Clemens Fuest, der darauf hinweist, dass die Belastungen für Bürger, Verwaltung und Unternehmen seit 2011 um 27,1 Milliarden Euro gestiegen sind. Ein Beispiel dafür ist die Nachhaltigkeitszertifizierung für Biogas-Anlagen, die jährlich Kosten von etwa 20.000 Euro verursacht, ohne dass ein nachweisbares Problem besteht. Das wirft Fragen auf – ist es wirklich nötig, solche Regelungen aufzustellen, wenn sie nicht einmal ein tatsächliches Bedürfnis adressieren?

Praxis-Checks und Reformansätze

In Bayern wurde ein Praxis-Check durchgeführt, der bestätigte, dass kein Nachhaltigkeitsproblem bei Biomasse besteht. Doch was passiert? Es folgen keine Änderungen. Johannes Ludewig, ehemaliger Chef des Normenkontrollrats, fordert, dass vor der Verabschiedung neuer Gesetze Praxis-Checks durchgeführt werden müssen. Eine vernünftige Forderung, wenn man bedenkt, wie viele Unternehmen darunter leiden.

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Die Union schlägt eine „One in, two out“-Regelung vor: Für jedes neue Gesetz, das eine Belastung schafft, sollen zwei alte Gesetze abgeschafft werden. Momentan gilt nur die „One in, one out“-Regelung, die allerdings nicht konsequent angewendet wird. Man fragt sich, ob eine solche Regelung nicht auch in Österreich hilfreich wäre, um die Bürokratie zu reduzieren und den kleinen Betrieben das Leben zu erleichtern.

Vergleicht man die bürokratischen Anforderungen in Deutschland mit denen in Schweden, fällt auf, dass schwedische Unternehmen für Steuererklärungen im Schnitt 122 Stunden benötigen, während es in Deutschland fast doppelt so lange dauert. Immobilienkäufe in Deutschland ziehen sich über 52 Tage, in Schweden sind es nur sieben Tage. Eine Absenkung der Bürokratie auf schwedisches Niveau könnte die Wirtschaftsleistung in Deutschland um 4,6 Prozent erhöhen – das sind 146 Milliarden Euro!

Es ist offensichtlich: Die Bürokratie ist ein Thema, das alle betrifft. Ob in Deutschland oder Österreich, die Stimmen der kleinen Betriebe müssen gehört werden. Sie tragen nicht nur zur lokalen Wirtschaft bei, sondern auch zur Lebensfreude in unseren Gemeinden. Daher ist es umso wichtiger, dass wir uns für eine Entlastung stark machen und den Unternehmern die Möglichkeit geben, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren – ihre Arbeit und ihre Kunden.