Am 29. Mai 2026 war es endlich so weit: Die Fallauerkapelle in Engelhartszell erstrahlte nach umfassenden Sanierungsarbeiten in neuem Glanz. Die feierliche Segnung war nicht nur ein freudiger Anlass, sondern auch ein besonders emotionales Gedenken an die 20 Arbeiter, die beim Bau des Donaukraftwerks Jochenstein in den 1950er-Jahren tragischerweise ihr Leben verloren haben. Diese Kapelle, die seit Jahrzehnten als Erinnerungsort fungiert, ist mit ihrer Geschichte tief in die Entwicklung der Region verwoben.

Die Wurzeln der Kapelle reichen bis ins Jahr 1590 zurück, als sie am Fallauerbach errichtet wurde und mit einer spätgotischen Kreuzgruppe ausgestattet war. Der tragische Unfall im Jahr 1957, bei dem ein Lkw die Kapelle schwer beschädigte, führte schließlich 1961 zum Neubau am heutigen Standort. Interessanterweise wurde parallel zum Neubau auch ein Gedenkstein für die 20 Verunglückten errichtet – ein stilles, aber kraftvolles Symbol des Gedenkens. Im vergangenen Jahr wurde die 525 Jahre alte, denkmalgeschützte Kreuzgruppe restauriert, was sicher eine große Freude für die Gemeinde war.

Ein Ort des Gedenkens

Die jüngsten Sanierungsarbeiten umfassten die Sanierung des Bodens, der Elektroinstallationen, des Mauerwerks und des Gedenksteins. Während der feierlichen Zeremonie wurde zudem eine neue Gedenktafel enthüllt, die die Namen aller 20 verunglückten Arbeiter trägt. Karl Heinz Gruber, Geschäftsführer von Verbund Wasserkraft, betonte die Bedeutung der Kapelle als Erinnerungsort. Bürgermeister Roland Pichler, sichtlich bewegt, dankte den zahlreichen Unterstützern der Sanierungsarbeiten, die durch Spenden von Organisationen wie der Donaukraftwerk Jochenstein AG und der Katholischen Frauenbewegung Engelhartszell ermöglicht wurden.

Diese erneuerte Kapelle soll als würdiger Ort des Gedenkens an die Opfer des Kraftwerksbaus erhalten bleiben und die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart stärken. Die Geschichte dieser Kapelle ist nicht nur eine lokale, sondern auch eine nationale, wenn man bedenkt, wie sich der Kraftwerksbau im Laufe der Jahrzehnte entwickelt hat.

Die Geschichte der Wasserkraft in Österreich

Anlässlich des 65-Jahr-Jubiläums des Stromerzeugers Verbund wurde kürzlich ein neuer Band veröffentlicht, der die 130-jährige Geschichte des Kraftwerksbaus in Österreich beleuchtet. Geschrieben von Historikern wie Oliver Rathkolb und Richard Hufschmied, trägt das Buch den Titel „Wasserkraft. Elektrizität. Gesellschaft“ und behandelt nicht nur die technische Entwicklung, sondern auch die gesellschaftlichen Aspekte der Elektrizitätswirtschaft. Es ist spannend zu sehen, wie die Entwicklung in Österreich von wechselnden Regierungen und Systemen geprägt wurde.

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Der Kraftwerksbau erlebte einen signifikanten Schub während des Dritten Reiches, was die komplexe Geschichte der Energiegewinnung in Österreich nur noch interessanter macht. In den 1970er Jahren kam es dann zu einer breiten Bewegung gegen Kraftwerksbauten, verstärkt durch die Anti-Atombewegung, besonders im Zusammenhang mit dem Wasserkraftwerk Hainburg. Diese gesellschaftlichen Strömungen zeigen, wie dynamisch und kontrovers das Thema Energiegewinnung in Österreich ist und wie es die politische Landschaft geprägt hat. Die Fallauerkapelle bleibt somit nicht nur ein Ort des Gedenkens, sondern auch ein Symbol für die vielschichtige Geschichte der Wasserkraft in diesem Land.

Für weitere Informationen zu diesem bedeutenden Ereignis in Engelhartszell lesen Sie bitte den vollständigen Artikel auf MeinBezirk.at.

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