In Schärding wird die Welt der Pilze in einem ganz neuen Licht erstrahlen. Am 30. April 2026 eröffnet die Sonderausstellung „Pilze. Heimliche Herrscher“ im Lignorama Riedau. Die Leiterin des Lignorama, Cornelia Schlosser, hebt die enorme Bedeutung der Pilze hervor, die oft unbemerkt unterirdisch leben. Diese faszinierenden Organismen haben vielfältige Anwendungen: Sie sind nicht nur für die Herstellung von Bier und Brot als Hefepilze unentbehrlich, sondern spielen auch eine zentrale Rolle in der Medizin, etwa als Penicillin oder in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TMC) mit Chaga. Allerdings können sie auch als Schädlinge auftreten, wie bei Nagelpilzen und Schimmel.
Die Ausstellung wird verschiedene Aspekte von Pilzarten durch Modelle, Kunstwerke, Infotafeln und Aktivstationen präsentieren. Besucher erwarten informative und interaktive Erlebnisse, die das Wissen über diese geheimnisvollen Lebewesen erweitern. Zur Eröffnung findet am 30. April um 19 Uhr eine Vernissage statt, die mit einem Vortrag unter dem Titel „Was wir alle über Pilze wissen sollten“ angereichert wird.
Vorträge und Veranstaltungen
Ein weiteres Highlight der Ausstellung ist der Vortrag von Sepp Steininger, der am 8. Mai 2026 von 19 bis 22 Uhr über „Natur erleben – Bäume und die dazugehörigen Pilze und ihre Vitalfunktion“ sprechen wird. Diese Veranstaltungen bieten den Gästen die Möglichkeit, tiefere Einblicke in die Symbiose zwischen Pilzen und Bäumen zu gewinnen.
Für die Naturfreunde unter den Besuchern wird eine Pilzwanderung am Sonntag, dem 14. Juni 2026, um 10 und um 15 Uhr angeboten. Hier können die Teilnehmer Pilze in ihrem natürlichen Lebensraum entdecken und mehr über deren Bedeutung erfahren. Den krönenden Abschluss der Ausstellung bildet ein Fest am 26. Juli 2026, bei dem Otto Stoik über „Speisepilze und gefährliche Doppelgänger“ referieren wird. Es ist eine großartige Gelegenheit, sowohl Wissen zu erlangen als auch die kulinarischen Facetten der Pilzwelt zu erkunden.
Die Wissenschaft der Mykologie
Die Ausstellung im Lignorama steht im Einklang mit den historischen Entwicklungen der Mykologie, der Wissenschaft von den Pilzen. Diese Disziplin hat eine lange Geschichte, die bis zur Renaissance zurückreicht. Zu dieser Zeit wurde eine Einteilung der Pilze in genießbare und giftige Arten vorgenommen, dokumentiert von Charles de l’Écluse (Clusius). Der wissenschaftliche Fortschritt in der Pilzkunde begann im 16. Jahrhundert, als Forscher wie Adam Lonitzer und Pietro Andrea Mattioli erste systematische Gliederungen vornahmen.
Johann Jacob Dillen und Carl von Linné trugen zur Systematik der Pilze bei, wobei Linné sie in die Klasse der „Cryptogamia“ einordnete und das binäre Nomenklatursystem einführte. Diese Grundlagen sind bis heute wichtig für das Verständnis der Pilze und deren vielfältigen Funktionen in der Natur.
Für alle, die sich für die versteckte Welt der Pilze interessieren, bietet die Sonderausstellung im Lignorama Riedau die perfekte Gelegenheit, mehr zu lernen und die „heimlichen Herrscher“ unserer Wälder näher kennenzulernen. Weitere Informationen finden Sie in dem ausführlichen Artikel auf meinbezirk.at.