Heute ist der 2.06.2026 und die Region Schärding hat ein schweres Unwetter hinter sich. Ein heftiger Sturm hat nicht nur Bäume entwurzelt, sondern auch das Leben der Störche im Pramtal stark beeinträchtigt. Besonders tragisch ist das Schicksal eines Storchennestes, das am vergangenen Wochenende vom Baum gerissen wurde. Alle vier Jungstörche überlebten nicht. Dies ist nicht das erste Mal, dass die Störche in dieser Gegend unter extremen Wetterbedingungen leiden. Im Vorjahr wurde dasselbe Nest ebenfalls durch ein Unwetter zerstört, doch damals gab es Hoffnung, da einige Jungtiere überlebten.
Bei diesem Unglück starben drei der Jungvögel sofort, während ein vierter in eine Tierklinik gebracht wurde, aber auch dort seinen Verletzungen erlag. Die Tragik geht aber weiter: Einer der Altstörche erlitt ein Anflugtrauma, nachdem er gegen eine Glasfront geflogen war. Der verletzte Altstorch hält sich jetzt in einem Ersatzhorst auf, wo sein Zustand zwar angeschlagen, aber die Hoffnung auf vollständige Genesung besteht.
Hoffnung auf eine Rückkehr
Der zweite Altvogel blieb glücklicherweise unverletzt und besucht den Ersatzhorst regelmäßig. Doch die Zukunft des Storchenpaares bleibt ungewiss. Es gibt immerhin Hoffnung auf eine Rückkehr in den kommenden Jahren, denn ein Ersatzhorst ist bereits vorhanden, und ein weiterer Nistplatz am ursprünglichen Standort wird organisiert. Die Betreuer der Störche danken allen Helfern, die bei der Bergung der Tiere und der Errichtung der Ersatznistplätze geholfen haben. Solche Ereignisse sind Teil der Natur, berühren aber viele Menschen in der Region.
Was tun bei Anflugtrauma?
Wenn man selbst einmal einem verletzten Vogel begegnet, ist es wichtig zu wissen, was zu tun ist. Zuerst sollte der Vogel vorsichtig in einen Karton mit Luftlöchern gesetzt werden, zusammen mit einem mehrfach zusammengelegten Handtuch. Futter und Wasser sind in dieser Situation nicht ratsam, da Vögel oft nicht fressen wollen. Sie können nach einem Anflugtrauma desorientiert sein und Verletzungen haben. Schädels oder Schnabelverletzungen können das Schlucken beeinträchtigen, was im schlimmsten Fall zu Ertrinken führen kann.
Wasser sollte niemals direkt in den Schnabel eines Vogels gegeben werden, da dies in die Luftröhre gelangen und tödlich enden kann. Es empfiehlt sich, den Vogel für ein bis zwei Stunden in Ruhe zu lassen, damit er sich beruhigen und erholen kann. Wenn er weiterhin Schwierigkeiten zeigt, wie schubartiges Atmen oder Auffälligkeiten in der Motorik, sollte schnellstens Hilfe eingeholt werden – am besten von einem Tierarzt oder einer Wildvogel-Notfallgruppe. Wer weiß, vielleicht wird auch ein verletzter Storch bald wieder fliegen können.
