Im Bezirk Vöcklabruck leben immer mehr Menschen alleine. Über ein Drittel der Haushalte besteht mittlerweile aus nur einer Person, und das ist nicht einfach nur eine Zahl. Es ist eine Realität, die viele ältere Menschen, insbesondere ab 65 Jahren, betrifft. Ein Drittel dieser Altersgruppe lebt einsam und oft sozial isoliert. Diese Entwicklung ist nicht nur eine statistische Auffälligkeit, sondern hat auch tiefgreifende Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen. Der Besuchsdienst des OÖ. Roten Kreuzes hat in den letzten fünf Jahren 34 % mehr Menschen betreut – von 1.198 auf 1.606. Das zeigt, wie dringend Hilfe benötigt wird.

Gottfried Hirz, der Präsident des OÖ. Roten Kreuzes, betont, dass niemand ungewollt alleine bleiben sollte. Das Rote Kreuz bietet nicht nur Unterstützung, sondern auch menschliche Nähe durch Freiwillige, die Zeit und Aufmerksamkeit schenken. Ein Beispiel für diese schöne Form der Gemeinschaft ist Rudi Staufer, der sich seit vielen Jahren im Besuchsdienst engagiert. Er hat eine enge Freundschaft mit der Witwe Elisabeth Beyer entwickelt, was zeigt, wie wichtig zwischenmenschliche Beziehungen sind.

Gemeinsame Initiativen gegen die Einsamkeit

Ein 82-Jähriger aus Attnang-Puchheim lebt alleine, da seine Kinder wenig Zeit für ihn haben. Doch dank einer Freiwilligen vom Besuchsdienst hat sich sein Leben verändert. Gemeinsame Einkäufe, Gespräche und Ausflüge haben ihm nicht nur Freude gebracht, sondern auch das Gefühl von Zugehörigkeit. Er fand Anschluss bei einem Seniorentreff und fühlt sich nicht mehr alleine. Diese kleinen Veränderungen können einen großen Unterschied machen.

Die Pfarrgemeinden in Attnang-Puchheim bieten zudem jeden zweiten Mittwoch im Monat einen gemeinsamen Mittagstisch an, ein weiteres Beispiel dafür, wie Gemeinschaft gebildet wird. Das Rote Kreuz hat darüber hinaus ein Begegnungscafé in Mondsee ins Leben gerufen, um Menschen die Möglichkeit zu geben, sich zu treffen und auszutauschen. Dieses Café findet jeden Dienstag von 9.30 bis 11.30 Uhr im Jugendzentrum Mondsee statt. Solche Initiativen sind von unschätzbarem Wert, denn sie fördern den sozialen Kontakt und helfen, Einsamkeit zu bekämpfen.

Die Realität von Einsamkeit

Das Gefühl der Einsamkeit ist mehr als nur das Fehlen von Gesellschaft. Es ist ein subjektives Gefühl einer Kluft zwischen sozialen Bedürfnissen und tatsächlichen Beziehungen. Eine bevölkerungsrepräsentative Studie, der Deutsche Alterssurvey, hat 2020/2021 4.261 Personen ab 50 Jahren zum Thema Einsamkeit befragt. Das Ergebnis? 8,3 % der Befragten ab 50 Jahren fühlen sich einsam. Interessanterweise wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen verschiedenen Altersgruppen oder Geschlechtern festgestellt. Ein bemerkenswerter Aspekt ist, dass ältere Menschen in Privathaushalten nicht stärker von Einsamkeit betroffen sind als Personen im mittleren Alter. Die höheren Einsamkeitsrisiken liegen vor allem bei Heimbewohnern.

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Diese Daten verdeutlichen, dass Einsamkeit ein weit verbreitetes Problem ist, das nicht nur ältere Menschen betrifft. Die Initiativen in Vöcklabruck sind ein Schritt in die richtige Richtung, um das Bewusstsein zu schärfen und den Betroffenen zu helfen. Es sind die kleinen Dinge – ein Gespräch, ein gemeinsames Essen oder einfach nur die Zeit, die man miteinander verbringt – die einen großen Unterschied machen können.

Für weitere Informationen zum Besuchsdienst und zur Initiative „Gemeinsam für Attnang-Puchheim“ stehen zahlreiche Ressourcen zur Verfügung. Wer Interesse hat, kann sich auch für den gemeinsamen Mittagstisch anmelden. Mehr dazu findet man auf der Website des OÖ. Roten Kreuzes und in den örtlichen Pfarrgemeinden.