Im Zoo Schmiding, der sich in Krenglbach bei Wels befindet, gibt es eine ganz besondere Beziehung zu beobachten. Der Gorilla Awembe und sein Sohn Jabari sind unzertrennlich. Diese innige Vater-Sohn-Bindung zieht die Besucher in ihren Bann und lässt viele Herzen höher schlagen. Jabari, der fast zwei Jahre alt ist, verbringt viel Zeit mit seinem Vater. Man sieht ihn oft auf Awembes Rücken klettern oder sich an ihn kuscheln. So etwas sieht man nicht alle Tage!
Besonders faszinierend ist, dass Awembe, der Silberrücken, in der Regel reserviert auf aufdringliche Jungtiere reagiert. Normalerweise halten Silberrücken Abstand und zeigen nicht viel Körperkontakt. Doch in diesem Fall ist alles anders. Awembe zeigt Geduld und zieht Jabari immer wieder zu sich heran, was für solche Tiere nicht üblich ist. Zoologin Daniela Artmann, die sich intensiv mit dem Verhalten von Gorillas beschäftigt, erklärt, dass diese Art von Interaktion eine Seltenheit darstellt und das Verhalten der beiden Gorillas besonders bemerkenswert ist.
Eine außergewöhnliche Vater-Sohn-Dynamik
Es ist einfach schön zu beobachten, wie Jabari mit seinem Vater spielt. Sie sind ein echtes Dream-Team! Jabari tobt herum, während Awembe geduldig bleibt. Dass Gorillas in freier Wildbahn meist nicht so viel Kontakt zu ihren Nachkommen haben, macht diese Bindung noch bemerkenswerter. Normalerweise ist die Mutter die Hauptbezugsperson, doch Jabari scheint sich schon früh auf seinen Vater zu konzentrieren.
Die Beziehung zwischen Awembe und Jabari könnte auch auf interessante Erkenntnisse über das Verhalten von Gorillas hinweisen. Eine Studie der Universität von Kyoto und des Forschungsinstituts für tropische Ökologie zeigt, dass Jungtiere mit zunehmendem Alter weniger Zeit bei ihren Müttern verbringen und stattdessen mehr Nähe zu den Silberrücken suchen. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Beziehung zwischen Jungtieren und dem Silberrücken für die soziale Struktur innerhalb einer Gruppe von großer Bedeutung ist.
Die Rolle des Silberrückens
Ein Verlust des Vaters im ersten Lebensjahr erhöht das Sterblichkeitsrisiko für Jungtiere. Nach dem Tod eines Silberrückens besteht außerdem ein hohes Risiko, dass die Gruppe auseinanderbricht. Das zeigt, wie wichtig die Rolle des Silberrückens für die Stabilität der Gruppe ist. In der Natur leben Westliche Flachlandgorillas in Gruppen, die aus einem Silberrücken, mehreren Weibchen und deren Nachkommen bestehen. Die Dynamik innerhalb dieser Gruppen ist also entscheidend für das Überleben der Art.
Wenn man die Zuneigung zwischen Awembe und Jabari sieht, wird einem bewusst, dass es nicht nur um das Überleben geht, sondern auch um die emotionale Unterstützung, die solche Bindungen bieten. Es gibt in der Tierwelt viele interessante Verhaltensweisen, und die Beziehung zwischen Gorillas zeigt uns, dass auch sie Gefühle haben und Bindungen eingehen können. Wenn man an einem sonnigen Tag im Zoo Schmiding steht und die beiden Gorillas beobachtet, versteht man, wie wichtig solche Verbindungen sind.
Für die Besucher ist es ein Erlebnis, das sie nicht so schnell vergessen werden. Die Einblicke in das Leben dieser Tiere und die dynamische Beziehung zwischen Vater und Sohn machen den Zoo zu einem besonderen Ort. Wer also die Möglichkeit hat, sollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, Awembe und Jabari zu besuchen. Ein Besuch, der garantiert für viele schöne Momente sorgt!
Für weitere Informationen über die faszinierenden Verhaltensweisen von Gorillas, kann man einen Blick in die ausführliche Studie werfen, die von Tamura et al. veröffentlicht wurde. Sie zeigt, wie komplex und wichtig die Beziehungen in der Gorilla-Welt sind und gibt uns einen tiefen Einblick in das soziale Gefüge dieser beeindruckenden Tiere.
