Die Geheimnisse hinter den Kulissen des Grand Hotels: Vea Kaisers fesselnde Lesung in Oberpullendorf
Am 10. Oktober 2026 war die Stadtbibliothek in Oberpullendorf bis auf den letzten Platz gefüllt. Kein Wunder, denn die beliebte Autorin Vea Kaiser stellte ihren neuesten Roman „Fabula Rasa“ vor. Die Lesung fand im Rahmen der Pullenale 2026 statt und zog zahlreiche Literaturinteressierte an. Ein Blick in den Saal verriet: Viele der Anwesenden waren bereits Fans von Kaisers wöchentlichen Kolumnen in der „Freizeit“ und freuten sich darauf, mehr über die Protagonistin aus ihrem aktuellen Werk zu erfahren.
Mit einem charmanten Lächeln und einer Prise Humor präsentierte Vea Kaiser die Geschichte von Angelika Moser, die im Gemeindebau in Wien der späten 1980er-Jahre aufwächst. Angelika, die Tochter einer Hausbesorgerin, lebt in einer Welt voller Herausforderungen und Träume. Sie arbeitet als Buchhalterin im Grand Hotel Frohner, wo sie nicht nur Zahlen jongliert, sondern auch mit den Schattenseiten des Lebens konfrontiert wird. Das Hotel, ein beliebter Treffpunkt für Wiener Originale und internationale Gäste, gerät in finanzielle Schwierigkeiten, und Angelika sieht sich gezwungen, Rechnungen zu manipulieren, um das Traditionshaus zu retten. Diese Wendung führt zu einer spannenden Geschichte über ihre Kämpfe als alleinerziehende Mutter und die moralischen Dilemmata, die sie bewältigen muss.
Ein Abend voller Geschichten und Emotionen
Die Lesung war ein echter Publikumsmagnet, und es war klar, dass die Zuhörer mit voller Aufmerksamkeit dabei waren. Einige Exemplare von „Fabula Rasa“ zeigten bereits Gebrauchsspuren, ein Zeichen dafür, dass die Leserschaft engagiert und bereit ist, sich in die Welt der Protagonistin hineinzuversetzen. Unterstützt wurde Kaiser an diesem Abend von Paula Pichler und Herbert Ohr, die das Team der Gemeinde Oberpullendorf repräsentierten. Mag. Rudolf Ferscha, der seit Januar 2023 die Leitung der Stadtbibliothek innehat, begrüßte die Gäste und schuf damit eine herzliche Atmosphäre.
Vea Kaiser, 1988 in St. Pölten geboren, hat sich mit ihrem satirischen Sprachwitz und dem lebendigen Ton einen Namen gemacht. Ihre Werke, die oft große gesellschaftliche Themen mit unterhaltsamen Lebensgeschichten verweben, finden sowohl bei Kritikern als auch beim Publikum großen Anklang. Ihr erster Roman, „Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam“, war bereits mit 23 Jahren ein Erfolg, und nun, mit „Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels“, zeigt sie einmal mehr, dass sie ein Gespür für die Lebensrealitäten und Herausforderungen der Menschen hat.
Ein Blick auf die Protagonistin
Angelika Moser ist mehr als nur eine fiktive Figur; sie verkörpert die Kämpfe vieler Frauen, die in einer von Herausforderungen geprägten Welt ihren Weg finden müssen. Während sie versucht, sich und ihr Kind über Wasser zu halten, wird sie mit den Konsequenzen ihrer Entscheidungen konfrontiert – ein Thema, das viele anspricht. Ihr Leben im Gemeindebau, die Arbeit im Hotel und das Nachtleben Wiens zeichnen ein lebendiges Bild der damaligen Zeit und laden dazu ein, über die eigene Lebenssituation nachzudenken.
Vea Kaisers „Fabula Rasa“ wird als temporeicher Schelminnenroman beschrieben und bietet eine Sozialgeschichte Österreichs der letzten 50 Jahre, gewürzt mit dem typischen Wiener Schmäh. Der Roman, der 2025 von Kiepenheuer & Witsch veröffentlicht wurde, hat das Potenzial, die Leserinnen und Leser nicht nur zu unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anzuregen.
