Besorgniserregende Entwicklungen in der Sahelzone: Die beiden Österreicherinnen Eva G. und Claudia A. befinden sich in den Händen derselben terroristischen Gruppe. Eva G. wurde am 11. Januar entführt, während Claudia A. erst am 13. April aus ihren Wohnungen in Mali verschleppt wurde. Beide Frauen wurden nachts aus ihren Wohnorten entführt, was die Dramatik der Situation verdeutlicht.
Der internationale Terrorismus, insbesondere durch den Islamischen Staat in der Großen Sahara (ISGS), hat in der Region an Stärke gewonnen. Berichten zufolge könnte Eva G. über Mittelsmänner mit dem ISGS in Kontakt gekommen sein. Diese Gruppe hat die beiden Frauen zwischen Ansongo und Ménaka verschoben und später in das Wüstengebiet um Adéramboukane, nahe der Grenze zu Mali, gebracht. Offizielle Bestätigungen von nigrischer Seite sind bislang ausgeblieben; jedoch erklärte eine lokale Sicherheitsquelle, dass die Ermittlungen weiterhin aktiv sind.
Aktivitäten des Krisenteams
Das österreichische Außenministerium hat bestätigt, dass ein Krisenteam vor Ort ist, während ein weiterer Krisenstab in Wien nach Informationen sucht. Christoph Gretzmacher, der Sohn von Eva G., äußerte, seine Mutter sei seit 108 Tagen vermisst, und fragte nach dem Stand der Suche. Auch der Sohn von Claudia A. gab an, dass er nichts über das Schicksal seiner Mutter wisse und betet, dass sie noch am Leben sei.
Das Netzwerk, das für die Entführung verantwortlich ist, ist nicht unbekannt: Es organisiert seit Jahren Entführungen in der Region. Zu den grässlichen Taten gehört die Entführung eines deutschen Entwicklungshelfers im Jahr 2018, der mehr als vier Jahre in Gefangenschaft verbrachte. Als entscheidende Figur in dieser terroristischen Organisation gilt Adnan Abu Walid al-Sahrawi, der im September 2021 getötet wurde, jedoch nicht das Ende der Gruppe bedeutete. Sein Nachfolger wird mit zahlreichen Anschlägen in Mali, Burkina Faso und Niger in Verbindung gebracht.
Der ISGS und seine Ideologie
Die Aktivitäten des ISGS sind Teil eines größeren Musters von Gewalt in der Sahelzone, die laut Experten zu einem neuen Epizentrum globalen Terrorismus werden könnte. Adnan Abu Walid al-Sahrawi wurde von den USA als „globaler Terrorist“ eingestuft, und auf ihn wurde ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar ausgesetzt. Dieser Anführer strebte die Einführung einer strengen Form der Scharia-Gesetzgebung an und gilt als weniger ideologisch getrieben im Vergleich zu anderen Gruppen wie Boko Haram. Al-Sahrawi konzentrierte sich eher auf die Machtergreifung in anarchischen Regionen als auf die Nutzung von Propaganda-Instrumenten.
Im Jahr 2016 rief al-Sahrawi in einer Audionachricht zu Anschlägen auf UN-Standorte und ausländische Firmen auf, was die Bedrohung, die von dieser Gruppe ausgeht, unterstreicht. Der IS bezeichnete die ISGS sogar als sein „Bataillon in Mali“, was die internationale Dimension dieser Sicherheitskrise verdeutlicht.
In Anbetracht der aktuellen Entwicklungen bleibt zu hoffen, dass die Behörden bald Informationen zu dem Verbleib der beiden entführten Österreicherinnen liefern können und Maßnahmen ergriffen werden, um ihre Rückkehr zu sichern. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt und welche Schritte unternommen werden, um die Terrorgefahr in der Sahelzone zu mindern.
Für weiterführende Informationen siehe auch Kleine Zeitung und Welt.