Die Bekämpfung von Sozialleistungsbetrug in Österreich zeigt besorgniserregende Ausmaße. Die Taskforce für Sozialleistungsbetrug, bekannt als SOLBE, hat seit ihrer Gründung einen Gesamtschaden von rund 158 Millionen Euro aufgedeckt. Im Jahr 2025 wurden in Österreich 6.062 Anzeigen wegen Sozialleistungsbetrugs registriert, was im Vergleich zu 2016 einer nahezu Verzwölffachung entspricht (2016: 472 Anzeigen) berichtet 5min.
Die hohen Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit von Kontrollen und Präventionsmaßnahmen. Der Gesamtschaden im Jahr 2025 betrug 22,9 Millionen Euro, etwas weniger als im Vorjahr mit über 23 Millionen Euro. Ein schwerwiegender Fall fiel besonders ins Gewicht: Eine Bosnierin, die seit 1996 eine Alterspension in Österreich bezog, war bereits 2006 verstorben. Durch gefälschte Lebensbestätigungen wurden über fast 20 Jahre hinweg Zahlungen von knapp 1.500 Euro monatlich ergaunert, was zu einem Gesamtschaden von mindestens 270.000 Euro führte. Die Staatsanwaltschaft konnte jedoch lediglich 57.000 Euro von dem betreffenden Konto sicherstellen ergänzt 5min.
Herkunft und Verteilung der Betrugsfälle
Ein bemerkenswerter Aspekt der Anzeigen ist die Herkunft der Tatverdächtigen. Rund 25 % der Verdächtigen sind Österreicher, jedoch stammen 74,5 % aus dem Ausland. Die häufigsten Herkunftsländer sind Ukraine mit 1.049 Fällen, gefolgt von Syrien (737), Serbien (499) und Afghanistan (343). Es zeigt sich, dass ein Großteil der Betrugsfälle in urbanen Zentren stattfindet, wobei 43 % der Fälle in Wien registriert wurden. Die Herausforderungen im Kampf gegen den Betrug sind vielfältig: Die Sichtbarkeit der Delikte durch Kontrollen, eingeschränkter Ermittlungs- und Datenzugang sowie die komplexe Zuständigkeitsstruktur der Behörden erschweren die Aufklärung berichtet 5min.
Ergänzend wird international auf die Entwicklung der Betrugskriminalität in Deutschland hingewiesen. Im Jahr 2024 ist die Zahl der Betrugsfälle um 1,5 Prozent auf 743.472 Fälle zurückgegangen, was einen langfristigen Rückgang seit 2010 von über 224.000 Fällen oder 23,2 Prozent darstellt stellt das BKA fest.
Prävention und internationale Zusammenarbeit
Die Prävention von Betrugsfällen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Wichtige Maßnahmen umfassen die frühzeitige Erkennung von Missbrauch und die Stärkung der internationalen Zusammenarbeit, insbesondere bei Callcenter-Betrugen, die häufig aus der Türkei oder Osteuropa organisiert werden. Bei diesen Betrugsarten kommen vor allem Methoden wie der „Enkeltrick“ und „Schockanrufe“ zum Einsatz. Die Polizei rät den Bürgern, bei schnellen Geldübergaben misstrauisch zu sein und keine Wertsachen an Unbekannte weiterzugeben. Zudem sollten Angehörige direkt über eigene Telefonnummern kontaktiert werden warnt das BKA.