Der Pentagon-Chef Pete Hegseth sieht sich zunehmend kritischen Stimmen gegenüber, die seinen Umgang mit sensiblen Militärinformationen in Frage stellen. Ein aktueller Bericht des Aufsichtsgremiums des Ministeriums kommt zu dem Schluss, dass Hegseth durch den unsicheren Umgang mit vertraulichen Daten US-Soldaten gefährdet hat. Insbesondere die Nutzung eines privaten Handys für dienstliche Angelegenheiten und der Austausch von Einsatzdetails über die Messaging-App Signal werden als riskant eingestuft. Dies wird als besonders bedenklich erachtet, da Hegseth im März hochsensible Informationen über einen geplanten Angriff auf die Huthi-Miliz im Jemen preisgab, die möglicherweise eine Gefährdung für Einsatzziele darstellen könnten. Kleine Zeitung berichtet von einem Gerichtsurteil, das auf die Sicherheitslücken hinweist, die Hegseth geschaffen hat.

Im Kontext der Diskussion um die Signal-Affäre wird deutlich, dass Hegseth detaillierte Angaben über Waffen und Angriffszeiten in einem Chat teilte, der auch für einen Journalisten zugänglich war. Diese Enthüllungen sorgten bereits im Frühjahr für Aufsehen, als das US-Magazin „The Atlantic“ Inhalte dieses Chats publik machte. Zudem gibt es Berichte, dass er Militärpläne nicht nur mit seinem Team, sondern auch mit seiner Ehefrau und weiteren Personen teilte. T-Online hebt hervor, dass Hegseth sich verteidigte, indem er betonte, keine kritischen Informationen preisgegeben zu haben.

Kontroversen und Vorwürfe

Der Druck auf Hegseth wird zusätzlich durch Vorwürfe verstärkt, die über die Signal-Affäre hinausgehen. Kritische Stimmen werfen ihm vor, auch eine umstrittene militärische Operation in der Karibik verantwortet zu haben, bei der zwei Überlebende eines Drogenschmugglerbootes getötet wurden. Experten warnen, dass dieser Angriff möglicherweise gegen das Völkerrecht verstoßen hat. Hegseth selbst bestreitet jegliche direkte Verantwortung für den Vorfall und verweist auf die Entscheidung des zuständigen Kommandanten. Admiral Frank M. Bradley unterstützte Hegseth vor dem Kongress und erklärte, es habe keinen Befehl gegeben, „alle zu töten“. Dennoch bleibt die Forderung nach einer umfassenden Aufklärung über Hegseths Rolle in dieser Angelegenheit bestehen. Der demokratische Senator Jack Reed hebt hervor, dass das vollständige Videomaterial zum Angriff veröffentlicht werden sollte.

Hinzu kommt, dass Hegseth seit kurzem mit massiver Kritik an neuen Richtlinien konfrontiert ist, die seit Oktober in Kraft sind. Diese neuen Regeln verbieten es Reportern, Informationen ohne Genehmigung des Ministeriums zu veröffentlichen, was im Falle eines Verstoßes zu einem Entzug der Akkreditierung führen kann. Diese Maßnahmen haben landesweit für Widerstand gesorgt. Fast alle großen US-Medienhäuser, darunter Fox News und die „New York Times“, lehnen die neuen Vorschriften ab. Spiegel berichtet darüber, dass die „New York Times“ eine Klage gegen das Pentagon eingereicht hat, in der sie argumentiert, dass diese Richtlinie gegen den ersten Verfassungszusatz verstößt und die Pressefreiheit einschränkt.