In Perg tut sich was in puncto psychische Gesundheit! Kathrin Pilz und Anneliese Öllinger-Ebner, beide engagierte Mitarbeiterinnen des OÖ Jugendrotkreuz, bringen frischen Wind in die Schulen der Region. Mit ihren Workshops zur Psychischen Ersten Hilfe haben sie ein wichtiges Thema aufgegriffen, das gerade in den letzten Jahren mehr denn je an Bedeutung gewonnen hat. Die beiden Pergerinnen vermitteln den Jugendlichen, wie sie in Krisensituationen reagieren können. Es geht um einfache Schritte: hinschauen, zuhören und dann helfen. Ihr Ziel? Jugendliche dazu ermutigen, Veränderungen bei sich und anderen wahrzunehmen und im Bedarfsfall auch Erwachsene oder Fachleute hinzuzuziehen.

Öllinger-Ebner betont, dass psychische Probleme kein Grund zur Scham seien. „Hilfe zu suchen ist wichtig!“ sagt sie, und das sollte wirklich jeder verinnerlichen. Denn während viele wissen, was bei körperlichen Verletzungen zu tun ist, gibt es oft Unsicherheiten, wenn es um psychische Krisen geht. Pilz ergänzt, dass die Nachfrage nach ihren Workshops in den letzten Jahren stark gestiegen ist. Allein im letzten Schuljahr wurden 106 Workshops durchgeführt, die 2.194 Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren erreichten. Vor zwei Jahren waren es nur 612 Jugendliche in 29 Workshops – das zeigt, wie wichtig dieses Themenfeld geworden ist. Und das ist noch nicht alles: Ab 2024 wird es auch spezielle Angebote für Lehrkräfte geben, die ebenfalls an der Verbesserung der psychischen Gesundheit in Schulen mitwirken möchten.

Ein Blick auf die Herausforderungen

Die letzten Jahre waren für viele Kinder und Jugendliche eine echte Herausforderung. Pandemie, kriegerische Auseinandersetzungen und die drohende Klimakrise – all das hinterlässt Spuren! Immer mehr junge Menschen reagieren mit Ängsten, Niedergeschlagenheit oder Rückzug. Oft wird das alles ungefiltert über Social Media vermittelt, was die Situation nicht gerade erleichtert. Die neuen Medien bringen ihre eigenen Schwierigkeiten mit sich: emotionalisierende Inhalte und die ständige Selbstdarstellung machen vielen zu schaffen.

Das Jugendrotkreuz setzt genau hier an: Aufklärung, Prävention und Förderung im Bereich psychische Gesundheit sind essenziell. Die Workshops von Pilz und Öllinger-Ebner sind ein Teil dieser Unterstützung. Sie stimmen mit den Erkenntnissen überein, dass die Bewältigung von Herausforderungen von psychischen, sozialen und biologischen Ressourcen abhängt. Die Nachfrage steigt, und das nicht ohne Grund. Die Jugendlichen erkennen, dass sie nicht allein sind, und dass es wichtig ist, über ihre Gefühle zu sprechen.

Social Media und seine Schattenseiten

Ein weiterer Aspekt, der in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben sollte: Die Diskussion um ein geplantes Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige. Unsere Bundesministerin Korinna Schumann hat dieses Thema in den Fokus gerückt. Social Media ist für viele Kinder und Jugendliche Teil ihres Alltags, doch viele sind sich der Gefahren nicht bewusst. Behandler:innen berichten immer wieder von psychischen Problemen, die durch die Nutzung von Plattformen wie Instagram, TikTok oder Snapchat verstärkt werden. Die Auswirkungen sind vielfältig und reichen von Schlafstörungen bis hin zu einem verzerrten Körperbild.

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Eine Umfrage unter 324 Behandler:innen hat gezeigt, dass Selbstwertgefühle und soziale Unsicherheit zentrale Probleme darstellen. Diese Herausforderungen müssen ernst genommen werden, denn die Verantwortung für das Suchtverhalten liegt nicht nur bei den Nutzern, sondern auch bei den Herstellern von Apps. Die WHO weist darauf hin, dass auch wirtschaftliche Akteure Einfluss auf die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen haben. Die gesellschaftliche Verantwortung für den Umgang mit digitalen Medien ist enorm.

Das Projekt „Gesund aus der Krise“ hat bereits über 54.000 Kindern und Jugendlichen geholfen. Es wird mit 35,15 Millionen Euro bis Juni 2027 finanziert und soll dazu beitragen, die psychische Gesundheit nachhaltig zu verbessern. Die Abwicklung erfolgt durch den Bundesverband der Psychologen in Kooperation mit anderen Fachverbänden – ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um die junge Generation zu unterstützen.