Ab dem Sommer 2026 wird in Österreich eine verpflichtende Sommerschule für Schüler mit unzureichenden Deutschkenntnissen eingeführt. Diese Maßnahme wurde im Gesetzesentwurf von Bildungsminister Martin Wiederkehr festgelegt und soll schrittweise umgesetzt werden. Laut vienna.at wird die Teilnahme für Kinder aus Deutschförderklassen und außerordentliche Schüler sofort verpflichtend, während ab dem Jahr 2027 auch Kinder in Deutschförderkursen einbezogen werden sollen.

Die Sommerschule wurde ursprünglich 2020 ins Leben gerufen, um den Rückstand von Kindern während der COVID-19-Pandemie aufzuholen. Das Angebot steht seit 2022 auch Schülern mit besonderen Interessen und Begabungen offen. Allerdings haben im Jahr 2025 nur etwa 7.900 von rund 48.000 außerordentlichen Schülern freiwillig an der Sommerschule teilgenommen.

Verdopplung der Schülerzahlen

<pUm dem Bedarf gerecht zu werden, sind rund 40.000 zusätzliche Plätze benötigt, was einer Verdopplung der Platzzahl entspricht. Die Verpflichtung zur Teilnahme wird im ersten Jahr ausschließlich für Schüler in Deutschförderklassen gelten, die rund 26.000 Schüler ausmachen. Im kommenden Jahr 2027 wird dann auch für etwa 23.000 Schüler in Deutschförderkursen die Teilnahme verpflichtend. Die Regelungen bezüglich der Gruppen- und Kursgrößen in der Sommerschule werden entfallen, und die Schulbehörde muss Daten zur Gruppenplanung und zur durchschnittlichen Gruppengröße bereitstellen.

Die vorliegenden Änderungen reichen weit über die Sommerschule hinaus. Der Gesetzesentwurf sieht ebenfalls Anpassungen in der allgemeinen Deutschförderung vor, beispielsweise durch schulautonome Modelle zum Deutschlernen im Klassenverband. Zudem wird die Anzahl der Sprachstandsfeststellungen durch einen MIKA-D-Test am Ende des Sommersemesters reduziert.

Regierungsprogramm und Integrationsmaßnahmen

Die Einführung dieser verpflichtenden Sommerschule ist Teil des Regierungsprogramms von ÖVP, SPÖ und Neos. Beate Meinl-Reisinger, die Neos-Chefin und Außenministerin, kündigte in einem ORF-Sommergespräch die Umsetzung an. Sie kritisierte die bisherigen freiwilligen Regelungen und macht deutlich, dass Freiwilligkeit für eine gelungene Integration nicht ausreichend sei, wie derStandard berichtet.

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Insgesamt lässt die verpflichtende Sommerschule auf eine signifikante Veränderung im Bildungsbereich schließen. Sie könnte dazu beitragen, die Integration von Schülern mit Deutschförderbedarf erheblich zu verbessern und somit den Herausforderungen des Bildungssystems effektiver zu begegnen.