Politische Spannungen in Osttirol: Liste Fritz fordert Veränderungen bei Verkehr und Transparenz
Heute ist der 23.07.2026 und die politische Stimmung in Osttirol bleibt angespannt. In Lienz versammelten sich kürzlich Markus Sint und Andrea Haselwanter-Schneider von der Liste Fritz, um über brennende Themen zu diskutieren. Die Verkehrsbelastung auf der B100, die lange geforderte Umfahrung Sillian und die unzureichende Busverbindung nach Innsbruck standen im Mittelpunkt ihrer Kritik. Haselwanter-Schneider stellte klar, dass sie Druck auf die zuständigen Stellen ausüben will, um die Busverbindungen zu verbessern. Sie äußerte sich besorgt über die Tatsache, dass viele Menschen auf dem Weg zur Arbeit im Stau stehen – eine Situation, die sich einfach nicht mehr länger halten lassen kann.
Ein weiteres Thema war die politische Landschaft im Bezirk. Die Liste Fritz sieht einen Wechsel von der ÖVP zur FPÖ als keine gute Perspektive. Sint und seine Mitstreiter fordern mehr Transparenz, insbesondere in Bezug auf die Hotelförderung des Schultz-Konzerns in Matrei. Sint kritisierte, dass die Gemeinde Matrei dem Konzern für ein geplantes 300-Betten-Hotel rund eine Million Euro an Erschließungskosten erlässt, basierend auf einem unüberprüften Vertrag aus dem Jahr 1994. Ehrlich gesagt, das klingt mehr als fragwürdig – er bezeichnete die Förderung als überzogen und forderte eine rechtliche Prüfung des Vertrags.
Verkehrsproblematik und Umfahrung Sillian
Die Umfahrung Sillian, ein Thema, das schon seit 1938 diskutiert wird, bleibt ebenfalls ungelöst. Trotz acht Jahren politischer Arbeit gibt es bis 2025 keine Lösung in Sicht. Sint kritisierte die Landesregierung scharf und stellte fest, dass täglich etwa 6.500 Fahrzeuge durch Sillian fahren – das sind doppelt so viele wie damals. Die Liste Fritz fordert eine Entlastung der Bevölkerung vom steigenden Verkehr. Würde man die Südumfahrung realisieren, wäre das mit enormen Kosten verbunden: Über 100 Millionen Euro und 45.000 Quadratmeter Grund. Stattdessen plädiert Sint für eine ernsthafte Prüfung der Nordumfahrung, die grob geschätzt zwischen 150 und 160 Millionen Euro kosten würde.
In Lienz selbst ist die Lage nicht viel besser. Der Verkehr bleibt konstant hoch, täglich sind rund 22.000 Kraftfahrzeuge unterwegs. Die Liste Fritz hat zwar einen Anstieg der Nachfrage beim Stadtbus Lienz um 60 Prozent begrüßt, aber das reicht nicht, um die Probleme im öffentlichen Nahverkehr zu lösen. Hier wird ein Ausbau des Radwegenetzes gefordert, insbesondere ein Radweg an der rechten Iselseite und ein durchgehender Radfahrstreifen bis zur Berufsschule/Campus Lienz. Die Tiroler Radstrategie soll in Lienz weiterverfolgt und umgesetzt werden.
Kritik an Corona-Hilfen und weiteren Verträgen
Ein weiterer Punkt, der Sint und die Liste Fritz beschäftigt, sind die Corona-Hilfen, die der Schultz-Konzern erhalten hat. Die besorgniserregende Wettbewerbsverzerrung wirft Fragen auf. Die Frist zur Offenlegung des Abtretungspreises für die Kalser Bergbahnen läuft am 28. Juli ab, und Sint kritisierte die Ignoranz von Landesrat Mario Gerber gegenüber einem Gerichtsurteil. Hier sieht man, dass es an der Zeit ist, mehr Verantwortung von Landeshauptmann Anton Mattle und Landesrat Gerber zu fordern.
Die politischen Herausforderungen in Osttirol sind also vielfältig. Während sich die Liste Fritz vehement für Veränderungen einsetzt, bleibt abzuwarten, ob diese Bemühungen auch Früchte tragen. Die Forderungen nach mehr Transparenz und einer ernsthaften Auseinandersetzung mit den Verkehrsproblemen scheinen wichtiger denn je zu sein.
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