Am 13. November 2025 wurde in Österreich, Deutschland und der Schweiz ein Joint Action Day gegen islamistischen Extremismus und Terrorismus durchgeführt. Diese koordinierte Aktion wurde von der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) sowie den neun Landesämtern für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung (LSE) initiiert. Der Anlass war der zehnte Jahrestag der schrecklichen Anschläge von Paris, die die westliche Welt erschütterten. Insbesondere in Österreich führte der Verfassungsschutz umfangreiche Maßnahmen durch, zu denen Hausdurchsuchungen, Sicherstellungen und Festnahmen gehörten.

Während des Aktions Tages wurden österreichweit über 100 Gefährderansprachen geführt. Justizbehörden durchsuchten mehrere Hafträume in circa 27 Justizanstalten. Diese umfangreiche Operation erstreckte sich auf acht Bundesländer: Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Kärnten, Steiermark, Niederösterreich, Oberösterreich und Wien. Die Ergebnisse waren beachtlich: Es gab drei Festnahmen, 15 Hausdurchsuchungen und über 40 Sicherstellungen, die verschiedene gefährliche Gegenstände wie Bargeld, Datenträger, Mobiltelefone, Gaspistolen, Schusswaffen, Munition, Messer sowie einschlägige Schriften umfassten.

Fokus auf digitale Radikalisierung

Ein besonders wichtiger Aspekt der Maßnahmen war die Durchführung von Gefährderansprachen in der Nähe eines inoffiziellen Gebetsraumes in Wien. Über 200 Beamtinnen und Beamte waren für die Umsetzung im ganzen Land im Einsatz. Ein zentrales Ziel der gemeinsamen Aktionen war die generalpräventive Wirkung sowie die Bekämpfung des islamistischen Extremismus im virtuellen Raum. Diese Ausrichtung ist besonders entscheidend, da rund 50 Prozent der Personen, die von Radikalisierungen betroffen sind, Jugendliche und junge Erwachsene sind.

Forschungen zeigen, dass radikal-islamistische Propaganda im digitalen Raum eine wesentliche Inspirationsquelle für terroristische Taten darstellt. Die Kontaktaufnahme und Rekrutierung junger Menschen erfolgt zunehmend über das Internet und soziale Medien, wobei sogenannte „Influencer Preacher“ eine zentrale Rolle spielen. Diese Erkenntnisse werden in der Studie von Glaser et al. (2023) umfassend behandelt, die den Einfluss des Internets auf die Radikalisierungsprozesse von Jugendlichen untersucht, und zeigt, dass das digitale Umfeld entscheidend zur Anwerbung und Mobilisierung beiträgt.

Internationale Zusammenarbeit

Zusätzlich zu den Maßnahmen in Österreich fanden auch parallele Aktionen in Deutschland und der Schweiz statt, unterstützt durch Europol. Diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist ein wesentlicher Bestandteil der Strategie, um den islamistischen Extremismus effektiv zu bekämpfen. Die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst wurde am 1. Dezember 2021 gegründet und hat sich international vernetzt. In den letzten vier Jahren wurden bereits über 200 Hausdurchsuchungen und mehr als 70 Festnahmen verzeichnet, um den extremistischen Aktivitäten den Gar aus zu machen.

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Am gleichen Tag fand auch der sechste Präventionsgipfel des „Bundesweiten Netzwerks Extremismusprävention und Deradikalisierung“ (BNED) statt. Dieser Gipfel konzentrierte sich auf die digitale Resilienz gegen Online-Radikalisierung, ein Thema, das angesichts der aktuellen Herausforderungen durch das Internet und soziale Medien von enormer Bedeutung ist.

Angesichts der komplexen und sich ständig entwickelnden Bedrohung durch islamistischen Extremismus bleibt die Notwendigkeit, in Bildung und Prävention zu investieren, von zentraler Bedeutung. Studien, wie die von Bielefeldt und Heitmeyer (1998), betonen die vielfältigen Ursachen und Erscheinungsformen des modernen Fundamentalismus und verdeutlichen die Wichtigkeit eines integrativen Ansatzes zur Bekämpfung von Radikalisierungstendenzen.

Die Kombination aus nationaler und internationaler Zusammenarbeit sowie präventiven Maßnahmen könnte einen entscheidenden Einfluss auf die Bekämpfung des islamistischen Extremismus haben und einen sicheren Raum für junge Menschen schaffen, in dem sie vor extremistischen Einflüssen geschützt sind.