Am 23. April 2026 versammelten sich zahlreiche Bürger in St. Pölten, um gegen den umstrittenen „NÖ Gesundheitsplan 2040plus“ zu demonstrieren. Die Teilnehmerzahlen variieren, aber Schätzungen sprechen von 450 bis zu 1.000 Personen, die aus dem Raum Waidhofen mit mehreren Bussen angereist sind. Die Demonstration, organisiert von der überparteilichen Plattform „NÖ #Neuverhandlung Gesundheitsplan2040+“, richtete sich insbesondere gegen die geplante Schließung des Notarztstützpunkts in Waidhofen. Alfred Lichtenschopf, Sprecher der Initiative „Herzalarm“, teilte die Informationen und die Sorgen der Bürger mit.

Die Waidhofner Bürger sind besorgt, dass die Umstrukturierung des Notarztangebots ihre medizinische Versorgung negativ beeinflussen könnte. Unter den Teilnehmern waren auch 150 Personen aus Waidhofen, die somit die größte Gruppe bildeten, neben den Demonstrierenden aus Gmünd. An der Protestaktion nahmen Vertreter aller Rathausparteien, außer der Liste MFG, teil. So waren Vizebürgermeister Armin Bahr (SPÖ), Stadträtin Gudrun Schindler-Rainbauer (ÖVP), Stadtrat Martin Dowalil (FUFU), sowie Josef Gschwandegger und Franz Streßler (FPÖ) vor Ort.

Ein Zeichen der Gesprächsbereitschaft

Die Demonstration führte vom St. Pöltener Hauptbahnhof zum Regierungsviertel, wo eine Landtagssitzung stattfand. Anwesend waren auch Landesräte wie Eva Prischl (Gesundheit, SPÖ) und Anton Kasser (Spitäler, ÖVP), die gemeinsam mit Christian Fohringer von Notruf NÖ und Elisabeth Bräutigam von der Landesgesundheitsorganisation Zeichen der Gesprächsbereitschaft setzten. Lichtenschopf deutete die Anwesenheit dieser Entscheidungsträger als positives Signal, auch wenn er Skepsis zur tatsächlichen Umsetzung der Vorschläge äußerte.

Ein konkreter Vorschlag, der während der Gespräche zur Sprache kam, war die Stationierung eines Notarztfahrzeugs in Weyer, unterstützt von der Gesundheitslandesrätin von Oberösterreich, Christine Haberlander (ÖVP), und dem steirischen Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl (ÖVP). Die Verhandlungen über eine mögliche Beteiligung an dieser Stationierung laufen bereits. Es könnte jedoch sein, dass die geplante Stationierung eines Notarztwagens in Ybbsitz entfällt, wenn ein Beitrag zum Standort Weyer geleistet wird. Lichtenschopf wünscht sich eine Einbindung in die Planung und plädiert für einen runden Tisch, an dem Vertreter der Rettung, der Spitäler und der Landesräte gemeinsam ein Zukunftskonzept erarbeiten können.

Die Herausforderungen des Gesundheitsplans

Die Protestierenden fordern eine Aufschnürung und teilweise Neuverhandlung des „Gesundheitsplans 2040+“, der im Vorjahr im Landtag beschlossen wurde. Änderungen, die im Gesundheitsplan vorgesehen sind, beinhalten unter anderem eine Reduktion der Notarztstandorte von 32 auf 21 sowie Anpassungen in der Spitalsstruktur. Diese Punkte stoßen auf Widerstand, da sie als potenzielle Gefährdung der medizinischen Versorgung angesehen werden. Die abschließende Kundgebung fand vor dem Landhaus statt, wo auch das Thema der Landtagssitzung, die Errichtung des Landesklinikums Weinviertel-Süd in Stockerau, behandelt wurde.

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Die Atmosphäre bei der Demonstration war von einer Mischung aus Entschlossenheit und Sorge geprägt. Die Bürger wollen nicht tatenlos zusehen, wie ihre Gesundheitsversorgung auf dem Spiel steht. In Waidhofen an der Ybbs, wo die Sorgen besonders groß sind, bleibt abzuwarten, wie sich die Verhandlungen entwickeln und ob die Stimmen der Bürger Gehör finden werden.