Am 16. Juni 2025 ereignete sich in Kempten (Bayern) ein schwerer Unfall, bei dem ein Rettungswagen während einer Einsatzfahrt mit einem Pkw kollidierte. Der Vorfall geschah gegen 19:00 Uhr an der Bodmanstraße, als der Rettungswagen mit eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn eine Kreuzung überquerte und ein vorfahrtsberechtigtes Fahrzeug übersah. Dies führte zu einem Zusammenstoß beider Fahrzeuge, bei dem der Rettungswagen auf die Seite kippte und auf der Fahrbahn liegen blieb, während der Pkw der 43-jährigen Fahrerin sich um 180 Grad drehte und im Kreuzungsbereich zum Stehen kam.
Bei dem Unfall wurden insgesamt vier Personen leicht verletzt, darunter zwei Rettungsdienstmitarbeiter, ein Patient und die Pkw-Fahrerin. Alle Verletzten wurden umgehend in ein nahegelegenes Klinikum gebracht. Das genaue Ausmaß des Sachschadens ist derzeit noch nicht beziffert. Der Unfall sorgte zudem für erhebliche Verkehrsbehinderungen, die etwa zwei Stunden anhielten, während drei Polizeifahrzeuge und weitere Einsatzkräfte des Rettungsdienstes sowie der Feuerwehr zur Bergung und Absicherung der Unfallstelle vor Ort waren.
Details zum Unfallhergang
Der Rettungswagen war während seines Einsatzes mit Sondersignalen (Blaulicht und Martinshorn) unterwegs, was darauf hindeutet, dass ein zeitkritischer Notfall vorlag. Trotz dieser Warnsignale übersah der Einsatzwagen das von links kommende, vorfahrtsberechtigte Auto. Nach dem Zusammenstoß kippte der Rettungswagen um, ein Ereignis, das nicht nur für die Insassen des Rettungswagens, sondern auch für die Fahrerin des Pkw und den transportierten Patienten gefährlich war.
Ähnlich kritische Situationen im Straßenverkehr sind glücklicherweise in den letzten Jahren gesunken. Laut einem Bericht der BASt über die Jahre 2020 und 2021 wurden nur 1,8% der Notfalleinsätze im öffentlichen Rettungsdienst aufgrund von Verkehrsunfällen registriert, ein Allzeittief. Insgesamt erfasste der Bericht 13,12 Millionen Einsätze, was zu einem Rückgang von Unfällen mit Rettungsfahrzeugen im Nachhall der erläuterten Statistiken führt.
Verkehrsunfälle und deren Auswirkungen
Der Unfall in Kempten verdeutlicht die potenziellen Gefahren, die mit der Nutzung von Sondersignalen verbunden sind. Während ein Großteil der Rettungseinsätze auf Notfallmaßnahmen abzielt, sind die Einsätze mit Verkehrsunfällen nach wie vor ernst zu nehmen. Ein Vergleich zu früheren Daten zeigt, dass die häufigsten Einsatzanlässe in der Notfallrettung „sonstige Notfälle“ und „internistische Notfälle“ sind, was die schwindende Häufigkeit von Unfällen mit Beteiligung von Rettungswagen unterstreicht.
Dieser Vorfall ist ein bedauerliches Beispiel für die Herausforderungen, mit denen Rettungskräfte konfrontiert sind, während sie sich unerwarteten Situationen im Straßenverkehr stellen müssen. Rettungsdienste und Verkehrssicherheit sollten weiterhin im Fokus stehen, um solche Zusammenstöße zu vermeiden und den sicheren Transport von Patienten zu gewährleisten.