Wasserschaden legt Titania bis 2027 lahm: Wo Schwimmer und Saunagäste ausweichen können
Wer derzeit im Titania in Neusäß schwimmen oder saunieren will, steht vor verschlossenen Türen. Seit dem Sommer ist das Erlebnisbad wegen eines massiven Wasserschadens geschlossen. Hallenbad und Sauna bleiben voraussichtlich mindestens bis Februar 2027 zu.
Begonnen hatte alles mit einer planmäßigen vierwöchigen Schließung für Revisions- und Reparaturarbeiten. Dafür wurden alle 14 Becken geleert und anschließend wieder befüllt. Die Arbeiten waren abgeschlossen, am darauffolgenden Wochenende sollte das Bad wieder öffnen. Doch in der Nacht von Donnerstag auf Freitag beobachteten Anwohner Feuerwehreinsatzkräfte beim Titania. Aus tieferliegenden Räumen wurden offenbar größere Wassermengen abgepumpt.
Schwerer Schaden in Technik und Kellerräumen
Nach Angaben der Betreiber beschädigte das Wasser die Technik stark. Die Anlage wurde so weit wie möglich heruntergefahren, um weitere Schäden am Gebäude und an den technischen Einrichtungen zu verhindern. Nach Angaben des Neusässer Rathauses stand das Wasser in den Kellerräumen und Technikbereichen etwa 70 bis 80 Zentimeter hoch.
Wesentliche technische Anlagen und die Elektrik wurden erheblich beschädigt und schalteten sich automatisch ab. Derzeit gibt es im Titania weder Strom noch Wasser. Betriebsleitung, Stadtverwaltung und Fachfirmen untersuchen gemeinsam die Schäden und klären das weitere Vorgehen. Erst nach Abschluss der Schadensermittlung sollen die notwendigen Instandsetzungsmaßnahmen und ein Zeitplan Schritt für Schritt festgelegt werden. Wie lange die Schließung dauern würde, war zunächst nicht absehbar; online sollte über die weitere Entwicklung informiert werden. Auch die Versicherungen sind eingebunden.
Bürgermeister Richard Greiner stellte klar, dass die Anlage erst wieder geöffnet werde, wenn sämtliche technischen Systeme umfassend geprüft und ein sicherer Betrieb gewährleistet seien. Eine Aussage zur Dauer der Schließung war zunächst nicht möglich – inzwischen gilt: mindestens bis Februar 2027.
Diese Saunen liegen als Ausweichziele nahe
Wer trotzdem in die Sauna möchte, findet in Augsburg und Umgebung mehrere Möglichkeiten. Nicht alle sind gleich groß, manche lassen sich mit einem Hallenbadbesuch verbinden, andere eher mit einem Tagesausflug.
- Sauna im Alten Augsburger Stadtbad: Im zweitältesten Hallenbad Bayerns gibt es eine Sauna. Danach kann man sich in der Schwimmhalle abkühlen. Adresse: Leonhardsberg 15, 86150 Augsburg. Website: www.augsburg.de.
- TBS Wünschig Haunstetten: Die Sauna liegt neben Tennis-, Squash- und Badmintonangeboten, kann aber auch ohne Sportangebot genutzt werden. Adresse: Inninger Straße 100, 86179 Augsburg. Website: www.tbswuenschig.de.
- Saunapark Bobingen: Laut Artikel ist das derzeit die einzige Sauna im Landkreis Augsburg. Nach einem Brand vor zwei Jahren wurde eine neue Erdsauna errichtet. Innen- und Außenbereich stehen zur Verfügung. Adresse: Parkstraße 7, 86399 Bobingen. Website: www.saunapark-bobingen.de.
- Sauna im Hallenbad Friedberg: Zwei Saunakabinen sind mit dem Hallenbad kombiniert. Adresse: Aichacher Straße 7, 86316 Friedberg. Website: www.friedberg.de.
- Sauna im Lechtalbad Kaufering: Das Bad liegt rund 30 Kilometer südlich von Augsburg im Landkreis Landsberg am Lech und ist mit einem Hallenbad verbunden. Im Sommer kommt ein Naturfreibad dazu. Adresse: Landrat-Müller-Hahl-Straße 15, 86916 Kaufering. Website: www.lechtalbad.de/lechtalbad-kaufering.
- Donautherme Ingolstadt: Dort wartet ein großer Saunabereich. Besitzer einer Titania-Clubkarte erhalten während der Schließung des Titania einen ermäßigten Eintritt. Adresse: Südliche Ringstraße 63, 85053 Ingolstadt. Website: www.donautherme.de.
- Alpentherme Ehrenberg in Reutte: Auch die Therme in Tirol ist Partner des Titania und bietet während der Schließung einen Rabatt an. Die Sauna lässt sich mit einem Kurzurlaub in den Bergen verbinden. Adresse: Thermenstraße 10, 6600 Reutte. Website: www.alpentherme-ehrenberg.at.
- Therme Bad Wörishofen: Im Landkreis Unterallgäu gibt es eine vielfältige Saunalandschaft, ein Sportbad und eine Thermenlandschaft. Laut Artikel eignet sich das für einen ganzen Wellnesstag. Adresse: Thermenallee 1, 86825 Bad Wörishofen. Website: www.therme-badwoerishofen.de.
- Sauna im Hallenbad Rain am Lech: Die kleine Sauna liegt im Landkreis Donau-Ries, rund 40 Kilometer nördlich von Augsburg. Adresse: Preußenallee 28, 86641 Rain. Website: www.rain.de.
- Sauna im städtischen Hallenbad Harburg: Ebenfalls im Landkreis Donau-Ries liegt diese Sauna, rund 50 Kilometer von Augsburg entfernt. Adresse: Schulstraße 2, 86655 Harburg. Website: www.stadt-harburg-schwaben.de.
Gerade für Titania-Stammgäste sind Ingolstadt und Reutte naheliegend, weil dort Vergünstigungen gelten. In Reutte lässt sich der Saunagang zudem mit Bergluft und einem Kurzurlaub verbinden – wobei aus einem schnellen Ausweichen schnell ein ganzer Ausflug werden kann.
Der Schaden trifft auf ein größeres Bäderproblem
Der Fall in Neusäß steht in einem Umfeld, das die Bäderallianz Deutschland seit Jahren beklagt: zu viele Nichtschwimmer, eine steigende Zahl von Badetoten sowie marode oder dauerhaft geschlossene Schwimmbäder. Die Initiative fordert Bund, Länder und Kommunen auf, gemeinsam mit Badbetreibern und Nutzern einen flächendeckenden Schwimmbadplan zu erstellen.
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft stellte diesen Plan am 3. Juli 2025 in Hannover vor. Beteiligt sind außerdem der Deutsche Schwimmverband und die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen. Eine von der DLRG angeführte Forsa-Befragung aus dem Jahr 2022 zeigt, wie groß die Lücke ist: Rund 58 Prozent der Grundschulkinder können beim Übergang auf eine weiterführende Schule nicht sicher schwimmen, 20 Prozent überhaupt nicht.
Mit der sinkenden Zahl sicherer Schwimmer steigt laut DLRG das Risiko von Badeunfällen in Flüssen, Seen und im Meer. Gleichzeitig schrumpft seit Jahren das Netz an Schwimmbädern. Rund die Hälfte der bestehenden Standorte gilt laut DLRG als sanierungsbedürftig. Der Bäderatlas zählt in Deutschland rund 6.000 Hallen- und Freibäder. Die Forderung: Niemand soll länger als 30 Minuten mit dem Auto zu einem Schwimmbad unterwegs sein müssen.
Auch die Kosten machen den Besuch nicht leichter. Die Eintrittspreise für Schwimmbäder stiegen binnen eines Jahres um mehr als 5 Prozent. Manche Bäder müssen wegen Personalmangels bei den Bademeistern an bestimmten Tagen geschlossen bleiben. Und wenn dann noch Wasser in Technikräume eindringt, ist der Betrieb nicht bloß unangenehm unterbrochen, sondern technisch schlicht nicht möglich.
Die Bäderallianz schlägt deshalb ein zwölfjähriges Förderprogramm des Bundes vor. Vorgesehen sind jährlich 700 Millionen Euro als Zuschüsse für Neubau, energetische Sanierung, Digitalisierung und allgemeine Sanierung von Hallen-, Frei- und Kombibädern. Dazu kämen 150 Millionen Euro pro Jahr für Bau und Betrieb von Spitzensportbädern, 100 Millionen Euro für Lehrschwimmbäder und 50 Millionen Euro für Forschung und Lehre im Bäderbereich. Macht zusammen eine Milliarde Euro jährlich über zwölf Jahre.
Bundesmittel seien nötig, weil sich die meisten Bäder in kommunaler Trägerschaft befinden und Sanierungs-, Betriebs- und besonders Energiekosten viele Kommunen, Vereine und private Betreiber finanziell überfordern. Neue Bäder sollten nach den Vorstellungen der Allianz in Wohnvierteln gebaut werden, damit sie auch als soziale Treffpunkte dienen. Die Länder sollen zusätzlich zwölf Jahre lang eigene Förderprogramme auflegen.
Geplant sind außerdem sogenannte Vereinssportbäder in Trägerschaft der Länder, möglichst eines je 500.000 Einwohner. Sie sollen dem Nachwuchsleistungssport dienen und zugleich Ausbildungsstätten für Spezialkräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk sein. Einige Spitzensportbäder, etwa an Olympiastützpunkten, könnten für internationale Wettkämpfe entstehen; ihre Trägerschaft soll nach den Vorstellungen der Verbände beim Bund liegen.
Mit dem früheren Konzept eines „Bads für alle Zwecke“ ist die Bäderallianz hingegen nicht glücklich. Die Bedürfnisse von Leistungssportlern, Schulklassen und der übrigen Bevölkerung kollidieren häufig. Manche Kommunen müssen für überdimensionierte Bäder aufkommen, während in anderen Häusern die Prioritäten von Schulen und Vereinen die Angebote für die breite Öffentlichkeit einschränken. Gefordert werden deshalb unterschiedliche Bädertypen und ein bundesweiter Bedarfsplan von Bund, Ländern und Kommunen.
