Transparenz im Finanzmarkt: Ein Schritt zur Stärkung des Anlegervertrauens in Österreich
Heute, am 21. September 2026, fand in Rust ein bemerkenswertes Expert:innentreffen des Fachverbands Versicherungsmakler statt. Im Fokus stand die praktische Umsetzung der Retail Investment Strategy (RIS) in Österreich. Es war spannend zu sehen, wie sich die verschiedenen Akteure aus Politik und Wirtschaft um die Themen Transparenz und Kundenorientierung scharten. Einigkeit herrschte darüber, dass die Kunden transparente Kosten, verständliche Produkte und bedarfsgerechte Beratung benötigen. Das klingt doch mal nach einem Schritt in die richtige Richtung!
Unter den Diskutierenden waren namhafte Vertreter wie Dr. Ulrich Herzog vom BMASGPK, MMag. Stefan Trojer vom BMWET, Dr. Alexander Figl von der Wiener Städtischen/DONAU, sowie Mag. Maria Althuber-Griesmayr von der VVO und KommR Christoph Berghammer vom Fachverband der Versicherungsmakler. Trotz der gemeinsamen Zielsetzung gab es auch Meinungsverschiedenheiten, insbesondere bezüglich der zusätzlichen Vorgaben zu Vergütungen und dem Thema „Value for Money“. Ein generelles Provisionsverbot, das anfangs diskutiert wurde, wurde von vielen als problematisch erachtet. Stattdessen wird es strengere Vergütungsregeln geben, die sich an der politischen Einigung in der EU orientieren, die im Dezember 2025 erzielt wurde.
Die Retail Investment Strategy im Detail
Die Retail Investment Strategy, die im Mai 2023 von der EU-Kommission vorgestellt wurde, hat das Ziel, das Vertrauen von Kleinanlegern in die Kapitalmärkte zu stärken und die Investitionen zu fördern. Sie zielt darauf ab, den Zugang zu sicheren und transparenten Anlageprodukten zu erleichtern. Ein zentraler Bestandteil der RIS sind strengere Regeln für Anreize und Provisionen, die sicherstellen sollen, dass Wertpapierunternehmen im besten Interesse ihrer Kunden handeln. Das klingt alles sehr vielversprechend, oder?
Ein weiterer Punkt, der in Rust angesprochen wurde, ist die Notwendigkeit verbesserter Informationspflichten für Anleger. Hierbei müssen alle Kosten und Gebühren klar quantifiziert und gerechtfertigt werden. Die neuen Vergleichsmaßstäbe sollen Garantien, Risikoabsicherung, Laufzeiten und Beratungsleistungen berücksichtigen. Interessanterweise wurde auch diskutiert, dass Berater bei Empfehlungen für einfache, kosteneffiziente Produkte keine Eignungsprüfung der Anlagekenntnisse durchführen müssen. Das kann für viele eine Erleichterung sein, oder etwa nicht?
Finanzbildung und die Rolle der Finfluencer
Ein entscheidendes Thema, das immer wieder aufkam, war die Stärkung der Finanzbildung. Ulrich Herzog warnte vor Informationsüberflutung und forderte eine bessere Förderung der finanziellen Bildung, um die Anleger zu sensibilisieren und aufzuklären. In diesem Zusammenhang wurde auch die Rolle von Finanz-Influencern beleuchtet. Diese können, wenn nicht ausreichend reguliert, potenziell schädlich für die Verbraucher sein. Die EU-Kommission plant daher, die Aktivitäten von Finfluencern genauer zu beobachten, um mögliche Risiken zu minimieren.
Der Austausch in Rust war lebhaft und zeigte, dass es noch viele Themen gibt, die einer Klärung bedürfen. Die Trilogverhandlungen zur RIS laufen weiter, und es bleibt abzuwarten, wie diese neuen Regelungen in den einzelnen Mitgliedstaaten, einschließlich Österreich, umgesetzt werden. Die nächsten Schritte sind klar: Bis zum 9. März 2026 sollen die technischen Arbeiten zur Finalisierung der RIS abgeschlossen sein. Dann wird’s ernst!
