Zukunft der Pflege: Technik als Schlüssel zu Selbstbestimmung und Lebensqualität
Heute ist der 24.09.2026, und während in der Salzburg-Umgebung der Herbst langsam Einzug hält, zieht es die Fachwelt in die Ferne nach Düsseldorf. Dort findet im September die REHACARE 2026 statt, ein bedeutendes Event, das unter dem Leitthema „Selbstbestimmt leben“ steht. Knapp 1.000 Aussteller aus 43 Ländern zeigen ihre neuesten Entwicklungen im Bereich Mobilitäts- und Assistenztechniken. Ein wahres Schlaraffenland für alle, die sich für technische Hilfsmittel interessieren, die Autonomie fördern und gleichzeitig das Pflegepersonal entlasten können.
Besonders hervorzuheben ist der geländegängige Rollstuhl GTE Series 4 von Trekinetic. Mit einem Carbon-Monocoque und zwei 150-W-Nabenmotoren ist er nicht nur funktional, sondern auch ein echter Hingucker. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 6 km/h und einer Reichweite von bis zu 25 km bietet er vielen Menschen neue Möglichkeiten der Fortbewegung. Und auch der Mobilitätsroboter Mate X von Xcanbot, der bereits mit Preisen ausgezeichnet wurde, wird für Aufsehen sorgen. Mit seiner autonomen Navigation und cleveren Sensoren könnte er die Zukunft der Mobilität entscheidend beeinflussen.
Innovative Ansätze in der Pflege
Die Herausforderungen im Pflegebereich sind nicht zu übersehen. In Deutschland wird bis 2070 mit einem Anstieg der pflegebedürftigen Menschen von 5,7 Millionen auf bis zu 7,7 Millionen gerechnet. In diesem Kontext ist das Projekt „SGB Reha“ der AOK Rheinland/Hamburg von großer Bedeutung. Es hat sich zum Ziel gesetzt, die Gesundheits- und Lebensqualität von Pflegeheimbewohnern durch Präventionspflege zu fördern. Monatliche Budgets und individuelle Versorgungspläne sollen helfen, die Alltagsfähigkeiten zu stärken und die Lebensqualität zu erhöhen. In den Einrichtungen gibt es bereits positive Rückmeldungen, was zeigt, dass dieser Ansatz auf fruchtbaren Boden fällt.
Ein weiterer innovativer Ansatz ist das Forschungsprojekt ExoAssist, das ein Ganzkörper-Exoskelett entwickelt, das nicht nur für die Robotiksteuerung, sondern auch für die Rehabilitation nützlich sein könnte. Exoskelette, wie das mitwachsende Modell EXPLORER von Marsi Bionics, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Besonders für gehbehinderte Kinder könnten diese Technologien einen großen Fortschritt darstellen.
Technologie trifft Pflege
Die Pflegebranche muss sich anpassen – und das schnell. Das Modellprojekt „Pflege 2030“ zeigt, wie digitale Technologien in den Pflegealltag integriert werden können, um die Effizienz zu steigern und die Versorgungsqualität zu verbessern. In der stationären Pflegeeinrichtung Haus Curanum in Karlsfeld werden seit über dreieinhalb Jahren technische und organisatorische Innovationen unter realen Bedingungen getestet. Diese Entwicklungen könnten entscheidend sein, um Pflegeeinrichtungen zu attraktiven Arbeitsplätzen zu machen und den Fachkräftemangel ein Stück weit zu lindern.
Das Thema Pflege ist nicht nur in Deutschland von Bedeutung. Auch in Österreich wird intensiv an Lösungen gearbeitet. In Salzburg plant die Regierung bis 2031 Investitionen von rund 45 Millionen Euro in die Pflege, einschließlich eines Pflegenotdienstes ab 2027 und der Anbindung an die elektronische Gesundheitsakte ELGA bis Ende 2026. Es ist also viel in Bewegung, und die Vernetzung von Technologie und Pflege könnte ein Schlüssel sein, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden.
