Bäckerhandwerk in Gefahr: Die Herausforderung für Tradition und Vielfalt
In Hallein, genauer gesagt in der Ortsgruppe des Pensionistenverbandes, war kürzlich ein ganz besonderer Ausflug angesagt. Die Mitglieder besuchten „Schneiderbauers Gewürze“ in Tragwein – ein Erlebnis, das nicht nur die Sinne anregte, sondern auch viel Wissenswertes über die Kunst der Gewürzherstellung bot. Organisiert wurde die Reise von Willy Steinbichler, der mit Begeisterung über die hauseigenen Rezepte und die nachhaltige Bewirtschaftung der Felder informierte. Diese Art der Produktion steht im Einklang mit der Natur und hebt die Regionalität hervor. Man kann sich richtig vorstellen, wie der Duft von frisch geernteten Kräutern in der Luft lag und die Halleiner in eine Welt der Aromen eintauchten. Mehr dazu hier.
Nach diesem spannenden Besuch zog es die Gruppe nach Taiskirchen, wo sie sich im S’Wirtshaus zum Raschhofer stärkten. Ein bisschen regionale Küche, ein bisschen Geselligkeit – das ist es, was solche Ausflüge so wertvoll macht. Aber das war noch nicht alles! Auf der Rückfahrt wurde im „Cafe der Bäckerei Heinzl“ in Friedburg Halt gemacht. Hier wird Tradition großgeschrieben, denn die Bäckerei existiert seit 1852 und wird mittlerweile in der fünften Generation geführt. Echt beeindruckend, oder?
Die Bedeutung des Bäckerhandwerks
Die Bäckerei Heinzl ist nicht nur ein Ort, um köstliche Backwaren zu genießen, sondern auch ein Teil des deutschen und österreichischen Bäckerhandwerks, das sich durch eine lange Tradition auszeichnet. Der Weltverband der Bäcker und Konditoren, die UIBC, umfasst 39 Mitgliedsverbände aus 34 Ländern und setzt sich für die Interessen der Bäcker ein. Die Aufgaben reichen von der Beratung der Mitglieder über die Vertretung vor internationalen Institutionen bis hin zur Förderung von Berufsausbildung und Qualität. Das ist wichtig, denn das Bäckerhandwerk zählt zu den „Vielfalt der lebendigen kulturellen Ausdrucksformen“ und wird von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe geschützt.
In Deutschland ist die Situation allerdings besorgniserregend. Seit 2017 ist die Zahl der Bäckereien von 11.347 auf 8.912 im Jahr 2024 gesunken. Besonders der Landkreis Northeim leidet darunter – hier haben in den letzten 20 Jahren mindestens 23 Bäckereien aufgegeben. Der Hauptgrund? Kein Nachfolger für die Betriebe mit langer Backtradition. Das ist wirklich schade, denn das Handwerk ist nicht nur ein Beruf, sondern auch ein Stück Kultur. Die Herausforderungen sind vielfältig: lange Arbeitszeiten, körperliche Belastung, Bürokratisierung und gestiegene Energiepreise setzen dem Handwerk zu.
Ein Kulturerbe in Gefahr
Der Verlust von Bäckereien gefährdet die Vielfalt der deutschen Brotkultur, die nicht nur ein Genuss, sondern auch ein Teil der Identität ist. Die Kreishandwerkerschaft fordert daher eine Wertschätzung und den Schutz dieses Kulturguts. Eine geplante Senkung der Umsatzsteuer auf Speisen auf 7% wurde von den Vertretern des Bäckerhandwerks begrüßt, doch die Kritik an der Bürokratie bleibt bestehen. Das Bäckerhandwerk muss sich also nicht nur den Herausforderungen des Marktes stellen, sondern auch für seine Zukunft und die seiner Traditionen kämpfen.
In Zeiten des Wandels und der Globalisierung ist es umso wichtiger, die kleinen, familiär geführten Betriebe zu unterstützen. Sie sind das Herzstück unserer kulinarischen Landschaft. Und so bleibt zu hoffen, dass die Begeisterung für handwerklich hergestellte Backwaren und regionale Produktion nicht nur in Hallein, sondern überall in Österreich und Deutschland weiterlebt. Es ist schließlich ein Genuss, der weit über den Teller hinausgeht.
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