Heute ist der 21.06.2026, und in Hallein wurde ein bedeutender Schritt für die österreichische Milchwirtschaft vollzogen. Die Salzburger Alpenmilch Genossenschaft eGen hat auf ihrer Generalversammlung mit überwältigender Mehrheit für die Fusion mit der Pinzgau Milch Liefer- und Besitzgenossenschaft gestimmt. Dies ist ein historischer Moment, denn durch diese Fusion entsteht die größte Milchgenossenschaft in Österreich. Bereits zwei Tage zuvor hatten die Mitglieder der Pinzgau Milch Besitzgenossenschaft zugestimmt, und der Integrationsprozess wird voraussichtlich im September abgeschlossen sein.

Robert Leitner, der Obmann der Salzburger Alpenmilch Genossenschaft, hob die Bedeutung dieser neuen Struktur hervor. Es geht nicht nur um die Zahlen, sondern auch um die langfristige Sicherung bäuerlicher Strukturen. Wenn man bedenkt, dass rund 3.200 landwirtschaftliche Betriebe in das Lieferanten-Netzwerk eingebunden sind und jährlich mehr als 460 Millionen Kilogramm Milch angeliefert werden, wird klar, dass dies weitreichende Auswirkungen auf die gesamte Branche haben wird. Ab Oktober 2026 werden SalzburgMilch und Pinzgau Milch als eine Einheit agieren.

Ein Branchenriese entsteht

Der Zusammenschluss wird die Marktposition der neuen Genossenschaft stärken und sie zur größten Spezialmilchmolkerei in Mitteleuropa machen. Zudem wird sie zu einer der größten Biomilch-Molkereien in Europa aufsteigen. Das Sortiment wird vielfältig sein – von Milch und Joghurt über Schlagobers bis hin zu verschiedenen Käsesorten. Ehrengäste wie Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig, Agrarlandesrat Maximilian Aigner und Präsident der Salzburger Landwirtschaftskammer Rupert Quehenberger waren bei der Generalversammlung anwesend und zeigten sich begeistert von den Entwicklungen.

Die Bedeutung der Milchwirtschaft in Österreich kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Sie macht etwa 20 % der landwirtschaftlichen Produktion aus und hat einen Produktionswert von rund 2 Milliarden Euro im Jahr 2024. Rund 22.700 Milchbäuerinnen und Milchbauern erzeugen beeindruckende 3,6 Millionen Tonnen Rohmilch, wobei 89 % dieser Milch an Molkereien geliefert werden. Besonders bemerkenswert ist, dass 100 % der an heimische Molkereien gelieferten Rohmilch gentechnikfrei ist und 99 % der Milch ohne Qualitätsabzüge auskommen.

Die Zukunft der Milchproduktion

In einem Land, in dem die Milchproduktion überwiegend in kleinstrukturierten, grünlandbasierten Familienbetrieben erfolgt, zeigt sich, wie wichtig eine starke Genossenschaft ist. Mit durchschnittlich 24 Milchkühen pro Betrieb und einem Großteil der Milchviehbetriebe im Berggebiet (das sind die Betriebe mit Erschwernispunkten) ist die Branche stark verwurzelt in der ländlichen Struktur Österreichs. Ein hoher Anteil an biologisch produzierter Milch unterstützt nicht nur die Tierwohl-Standards, sondern stärkt auch die Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft.

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Doch nicht nur die Inlandsproduktion ist relevant. Jeder zweite Kilogramm Milch wird in veredelter Form exportiert, was einen Exportwert von 1,78 Milliarden Euro im Jahr 2024 bedeutet. Käse ist das wichtigste Exportprodukt, und Deutschland sowie Italien zählen zu den wichtigsten Handelspartnern. Angesichts all dieser Faktoren wird deutlich, dass die Fusion von SalzburgMilch und Pinzgau Milch weit mehr als nur einen Zusammenschluss darstellt; sie könnte die gesamte Branche revolutionieren.

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