Im Zoo Salzburg gibt es aufregende Neuigkeiten: Die beiden Roten Brüllaffen, Maurice (4) und Matthea (5), sind aus dem Tierpark Berlin eingezogen. Diese beiden tierischen Neulinge leben nun im Südamerikahaus und sind bekannt für ihre ruhige Art, da sie viel Zeit mit Dösen verbringen. Besonders spannend wird es, wenn sie in den kommenden Wochen mit Gehaubten Kapuzineraffen vergesellschaftet werden. Zoo-Geschäftsführerin Sabine Grebner erläutert, dass die Affen sich noch zurückhaltend verhalten und ihre neue Umgebung vorsichtig erkunden. Die Besucher können Maurice und Matthea ab Mittwoch ab ca. 10.30 Uhr auf der Innenanlage im Südamerikahaus beobachten.
Rote Brüllaffen (Alouatta seniculus) sind nicht nur für ihr auffälliges Aussehen, sondern auch für ihr markantes Gebrüll bekannt, das bis zu fünf Kilometer weit hörbar ist und zu den lautesten Tiergeräuschen der Welt gehört. Diese Geräusche dienen der Abgrenzung ihres Territoriums. Der Zoo Salzburg ist der einzige Tiergarten in Österreich, der diese beeindruckenden Tiere hält. Mit ihrem starken Greifschwanz, der wie eine fünfte Hand fungiert, können die Affen kopfüber hängen und sich geschickt durch die Baumkronen ihrer Heimat bewegen.
Lebensweise und Sozialstruktur
Rote Brüllaffen sind tagaktive Tiere, die über 75 % ihres Tages mit Ruhen verbringen. Sie leben in gemischgeschlechtlichen Gruppen von 6 bis 13 Tieren, wobei die Gruppengröße je nach Habitat variieren kann. In trockeneren Gebieten sind die Gruppen tendenziell größer als in Regenwäldern. Innerhalb der Gruppe entwickeln sowohl Männchen als auch Weibchen eine Rangordnung. Die Tiere ernähren sich fast ausschließlich von Blättern, Blüten und Früchten, wobei sie insbesondere Ficus und Brosimum guianense als Nahrungsquelle schätzen. Gelegentlich können sie auch auf den Erdboden gehen, um Erde zu fressen.
Die Fortpflanzung bei den Roten Brüllaffen ist ebenfalls interessant. Weibchen sind aktiver, die Tragzeit beträgt 186 bis 194 Tage, und die Geburtsintervalle können zwischen 16 und 28 Monaten liegen.
Haltung und Bedrohungen
Der Zoo Salzburg erfüllt die Mindestanforderungen an Gehege für Rote Brüllaffen, die 25 m² Außen- und Innengehege für bis zu 5 Tiere umfasst. Der internationale Handel mit diesen Tieren ist durch CITES Anhang II geregelt, und obwohl die Art als nicht gefährdet gilt, stellen Jagd auf Fleisch und illegaler Handel mit Jungtieren Bedrohungen dar.
Die Rote Brüllaffen sind nicht nur eine Attraktion für Zoobesucher, sondern spielen auch eine wichtige Rolle in ihrem Ökosystem. Ihre Ernährung aus Blättern und Früchten trägt zur Verbreitung von Pflanzen bei, was für die Gesundheit des Waldes von Bedeutung ist. Wer die Gelegenheit hat, Maurice und Matthea im Zoo Salzburg zu besuchen, sollte sich diese einmalige Chance nicht entgehen lassen!
Weitere Informationen über die Roten Brüllaffen finden Sie unter Salzburg24, Zootier-Lexikon und Wikipedia.