In Salzburg tut sich gerade einiges, wenn es um die Unterstützung von Beschäftigten geht, die unter einer hohen Belastung leiden. Die Plattform „because we care“ hat ihr Angebot erweitert, um Menschen, die Angehörige pflegen oder Beruf und Familie unter einen Hut bringen müssen, besser zu unterstützen. Fast 200.000 Beschäftigte haben jetzt Zugang zu dieser wertvollen Initiative. Während des „because we care Day“ versammelten sich Führungskräfte und Personalverantwortliche von rund 30 Unternehmen, um über die Herausforderungen und Lösungen in diesem Bereich zu diskutieren. Die Zahlen sind alarmierend: 63 % der 1.092 befragten Erwerbstätigen berichten von einer gestiegenen psychischen Belastung, bei den Beschäftigten mit Pflegeverantwortung sind es sogar 83 %! Andreas Gruber von „because we care“ betont, wie wichtig es ist, frühzeitig Hilfe anzubieten.

Ein neues Modul zur Prävention im Bereich mentale Gesundheit wurde ebenfalls vorgestellt. Es umfasst fünf Säulen und 25 Kapitel! Dazu kommt die Einführung von „because we match“, einer Plattform, die bei der Suche nach Pflege- und Betreuungsleistungen unterstützen soll. Die Matching-Plattform wurde bereits mit Mitarbeitenden der Salzburg AG getestet. Ein digitaler Wegweiser bündelt zudem Informationen zu Leistungen, Beratungsstellen und Angeboten von Bund, Ländern und Gemeinden. Es ist schön zu sehen, wie Unternehmen sich für Pflegeverantwortung und die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeiter engagieren.

Care-Arbeit und Mental Load

Ein Thema, das eng mit diesen Entwicklungen verknüpft ist, ist die Care-Arbeit. Diese umfasst Aufgaben zur Unterstützung und zum Wohlergehen anderer, wie etwa die Kinderbetreuung, die Pflege von Angehörigen und die Haushaltsführung. Der Equal Care Day, der am 29. Februar 2024 stattfindet, thematisiert die ungleiche Verteilung von Care-Arbeit, die besonders Frauen betrifft. Sie leisten in Deutschland im Durchschnitt 50 % mehr Care-Arbeit als Männer – eine Ungleichheit, die sich auch auf Bezahlung und Karrierechancen auswirkt und oft zu Überlastung führt. Mental Load, das unsichtbare Gewicht der Verantwortung für die Organisation im Haushalt und die Pflege von Beziehungen, wird oft nicht wahrgenommen, hat aber Symptome wie Konzentrationsprobleme, Erschöpfung und Schlafstörungen zur Folge.

Der Equal Care Day will Sichtbarkeit und Wertschätzung für Care-Arbeit fördern. Vorschläge zur gerechteren Verteilung von Care-Arbeit beinhalten die Sichtbarkeit der Aufgaben, die Aufwertung und Bezahlung dieser Arbeiten sowie eine gerechtere Verteilung zwischen den Geschlechtern. Es gibt sogar einen Online-Mental Load Test, der helfen soll, ungesehene Aufgaben sichtbar zu machen. Selbstfürsorge wird ebenfalls großgeschrieben – Zeit für Entspannung, Hobbys und soziale Kontakte sind essenziell.

Die psychische Gesundheit im Blick

Eine aktuelle Studie der HMU Health and Medical University in Potsdam zeigt, dass Frauen signifikant mehr mentale Care-Arbeit leisten als Männer, insbesondere im organisatorischen und kognitiven Bereich. Diese „unsichtbare“ Arbeit trägt erheblich zur psychischen Belastung bei. Emotionale Sorgearbeit ist ein Risiko für die psychische Gesundheit, und der Zusammenhang zwischen mentaler Care-Arbeit und schlechterer psychischer Gesundheit ist klar. Frauen erleben bei hohem Pensum überproportionale Einbußen der psychischen Gesundheit, während Männer bei geringer bis moderater Belastung stärkere negative Auswirkungen zeigen. Es wird deutlich, dass gesellschaftliche Rollenerwartungen und die Art der Aufgaben die Verarbeitung des Mental Load beeinflussen.

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Die Ergebnisse dieser Studien und Initiativen haben weitreichende praktische Bedeutung, insbesondere für Institutionen mit Familienkontakt, wie Beratungsstellen oder Gesundheitseinrichtungen. Achtsamkeitstrainings könnten helfen, das Stresserleben von Eltern zu reduzieren. Es bleibt zu hoffen, dass die Sichtbarkeit und Wertschätzung von Care-Arbeit weiter zunimmt und die gesellschaftlichen Strukturen verändert werden. Letztlich ist es eine gemeinsame Aufgabe, die Herausforderungen der Care-Arbeit und der psychischen Belastung anzugehen – und Salzburg scheint auf einem guten Weg zu sein.