Feuerwehren retten Ochsen aus misslichen Lagen im Lungau
Am 8. Juni 2026 kam es in der Karneralm bei Ramingstein im Lungau zu einem bemerkenswerten Einsatz der Feuerwehren. Ein junger Ochse hatte sich in einen tiefen Graben gestürzt, etwa 50 Meter von der befestigten Straße entfernt, und konnte sich nicht selbst befreien. Das Tier war in einer misslichen Lage, die schnell eine Rettungsaktion erforderte. Die Feuerwehren Ramingstein und Tamsweg wurden umgehend alarmiert, um dem Ochsen zu Hilfe zu kommen.
Die Feuerwehr Ramingstein machte sich sofort auf den Weg zur Unfallstelle und sorgte dafür, dass die Umgebung ausreichend beleuchtet wurde. Dies war wichtig, um einen sicheren Zugang zu schaffen und die Rettungsaktion so schnell und effizient wie möglich durchzuführen. Ein schweres Rüstfahrzeug der Feuerwehr Tamsweg wurde nachalarmiert, um die nötige technische Unterstützung zu bieten. Gemeinsam mit dem Besitzer des Ochsen wurden Gurte angebracht, um das Tier zu sichern, bevor eine Kranwinde zum Einsatz kam. Der gesamte Vorgang dauerte rund zwei Stunden, aber schließlich konnte der Ochse schonend aus dem Graben gehoben und zurück auf die Straße gebracht werden. Glücklicherweise endete die Rettungsaktion erfolgreich, ohne dass dem Tier ernsthafte Schäden entstanden sind. Informationen zu diesem Vorfall finden sich auch in einem detaillierten Bericht auf Salzburg24.
Tierrettung in Tamsweg
Gerade einmal fünf Monate später, am 10. November 2026, ereignete sich ein weiterer Tierrettungseinsatz im Lungau. Um 5:15 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert, diesmal wegen eines Ochsen, der in eine Güllegrube gefallen war. Diese Grube hatte eine Öffnung von etwa 1 Meter x 0,6 Meter, durch die das Tier gestürzt war. Feuerwehrkräfte der Hauptwache Tamsweg sowie des Löschzugs Sauerfeld wurden mobilisiert, um schnellstmöglich zu helfen. Der Landwirt hatte bereits begonnen, die Grube auszupumpen, um das Tier zu retten.
Um den Ochsen sicher zu bergen, baute die Feuerwehr eine provisorische Rutsche. Ein Atemschutztrupp wurde entsandt, um das Tier einzufangen und Hebegurte anzulegen. Die Rettung des Ochsen erfolgte in enger Absprache mit dem Tierarzt und dem Landwirt. Mithilfe der Kranwinde wurde das Tier über die Rutsche hochgezogen, und auch hier war die Rettung letztendlich erfolgreich. Das Tier konnte in die Obhut des Landwirts zurückkehren. Der gesamte Einsatz dauerte rund drei Stunden, gefolgt von einer Stunde Aufräumarbeiten im Feuerwehrhaus. Weitere Informationen zu diesem Einsatz sind auf MeinBezirk zu finden.
Hintergrundinformationen zur Großtierrettung
Die Tierrettung, insbesondere bei großen Tieren wie Ochsen, ist ein Thema, das in vielen Ländern zunehmend an Bedeutung gewinnt. In England wurden bereits in den frühen 90er Jahren spezielle Techniken entwickelt, um Tierrettungssituationen besser bewältigen zu können. Die British Animal Rescue and Trauma Care Association (BARTA) hat sich aus dem Feuerwehr- und Rettungsdienst gegründet, um die Ausbildung in Rettungstechniken und Einsatzmanagement zu verbessern. Das Ziel war es, einen multidisziplinären Anforderungskatalog zu erstellen, um den Einsatzkräften eine optimale Ausbildung zu ermöglichen.
Die Entwicklung von Leitlinien für Reaktionen auf Vorfälle mit Großtieren und die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Veterinärmedizinern sind entscheidend, um im Ernstfall schnell und effektiv handeln zu können. In Deutschland hat das Thema Großtierrettung erst in den letzten Jahren an Aufmerksamkeit gewonnen, aber die Bemühungen, Rettungskräfte und Veterinärmediziner zu schulen, schreiten voran. Trainings für Rettungskräfte sind mittlerweile Teil vieler Ausbildungspläne und werden sogar von Landwirtschaftskammern und Feuerwehrschulen angeboten. Das Bewusstsein für die Notwendigkeit solcher Rettungsaktionen wächst – und das ist gut so.
