Heute ist der 14.05.2026, und in Tamsweg geht es mit einer ganz besonderen Initiative weiter: dem Lungauer Reparaturcafé. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer haben in den letzten zehn Jahren eine beachtliche Bilanz vorzuweisen. Insgesamt fand das Reparaturcafé 23 Mal statt, wobei 1.118 Gegenstände auf ihre Reparierbarkeit überprüft wurden. Von diesen konnten 667 erfolgreich repariert werden – ein stolzes Ergebnis! Die Erfolgsquote von 72,63 % zeigt, wie viel Potenzial in alten, beschädigten Dingen steckt.
Besonders beeindruckend war der 22. Reparaturcafé-Termin im Oktober 2025 in St. Michael im Lungau, wo eine Erfolgsquote von 91,43 % erreicht wurde. Bei diesen Veranstaltungen kommen nicht nur die Menschen zusammen, um ihre defekten Geräte zu reparieren, sondern sie genießen auch Kaffee und Kuchen, der von den Ehrenamtlichen selbst gebacken wird. Ein tolles Beispiel für Gemeinschaftssinn!
Reparieren ist der neue Trend
Die häufigsten reparierten Gegenstände sind Elektrogeräte. Von den 681 inspizierten Elektrogeräten konnten 367 repariert werden, was zeigt, dass der Reparaturwille im Lungau hoch ist. Zudem wurden 139 Kleidungsstücke zur Reparatur gebracht, von denen 129 ebenfalls erfolgreich wiederhergestellt wurden. Aber nicht nur das, auch Universal-Reparaturaufgaben und IT-Geräte fanden ihren Weg ins Café, wo die Helfer ihr Know-how einsetzen, um diesen Gegenständen neues Leben einzuhauchen.
Und das ist nicht nur gut für die Umwelt! Die Reparatur von alten und leicht beschädigten Produkten trägt aktiv zum Ressourcen- und Klimaschutz bei. In Zeiten, in denen die Wegwerfgesellschaft immer mehr Platz in unserem Alltag einnimmt, ist es wichtig, dass wir bewusster mit unseren Dingen umgehen. Schließlich erfordert die Herstellung und der Transport neuer Produkte hohe Ressourcen- und Energieaufwände. Im Lungau wird pro Kopf mehr repariert als in anderen Salzburger Bezirken, was für sich spricht.
Ein Blick in die Zukunft
Das Jahr 2026 markiert das zehnjährige Bestehen des Lungauer Reparaturcafés. Ein Anlass, um den Initiatoren Peter Pagitsch und Leonhard Gruber zu danken. Ihre Arbeit hat dazu beigetragen, eine Kultur des Reparierens zu fördern und die Menschen zum Nachdenken über ihren Konsum anzuregen. Die häufigsten Reparaturen betreffen Elektrogeräte, und die Initiativen im Lungau sind ein hervorragendes Beispiel für nachhaltige Entwicklung, die nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Gesellschaft und Ökologie betrifft.
Auf nationaler und europäischer Ebene werden gesetzliche Rahmenbedingungen zur Stärkung der Reparatur geschaffen, und Themen wie „Recht auf Reparatur“ gewinnen an Bedeutung. In einer Welt, in der alles immer schneller und einfacher weggeworfen wird, gibt es hier einen Lichtblick. Die Initiativen zeigen, dass Reparatur nicht nur ökologisch sinnvoll ist, sondern auch einen hohen emotionalen Wert hat.
In Tamsweg und darüber hinaus ist das Lungauer Reparaturcafé ein Schritt in die richtige Richtung – hin zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft, die Wert auf nachhaltigen Konsum legt und die Ressourcen der Erde schätzt. Ein Hoch auf das Reparieren statt Wegwerfen!