Vorarlberg darf feiern: Das Tilisuna-Gebiet am Ende des Gampadelstals in Tschagguns ist 2026 zum schönsten Ort Österreichs gewählt worden. In der ORF-Hauptabendshow „9 Plätze – 9 Schätze“ setzte sich die Landschaft mit ihrem Bergsee vor Hochgebirgspanorama und dem längsten und tiefsten Höhlensystem Vorarlbergs durch.

Der Sieg stand eigentlich schon nach der Jurywertung ziemlich deutlich im Raum. Die Länderpatinnen und –paten durften für alle Bundesländer außer dem eigenen Punkte vergeben, Vorarlberg kam dabei auf 58 von 72 möglichen Punkten. Danach bestätigten die Zuschauerinnen und Zuschauer das Ergebnis per Anruf und SMS. Platz zwei ging an die Riegersburg in der Steiermark, Niederösterreich landete mit der Rax-Seilbahn auf Rang drei – sie feiert 2026 ihr 100-jähriges Bestehen.

Tilisuna: Bergsee, Hütte und Höhlen

Das Siegergebiet liegt auf mehr als 2.000 Metern Seehöhe. Zur Tilisuna gehören ein Bergsee, die Tilisunahütte auf 2.211 Metern und ein weitläufiges Bergpanorama. Der Aufstieg verlangt Ausdauer: Ein Teil der Strecke lässt sich mit dem E-Bike bewältigen, die letzte Etappe führt nur zu Fuß weiter. Wer oben ankommt, steht in einem grasbewachsenen Hochtal, blickt auf die umliegenden Berge und merkt vermutlich sehr schnell, dass die Luft dünner wird.

Die Gegend gilt als sogenannte Weißzone und ist unter anderem für ihre Murmeltierbestände bekannt. Geologisch treffen dort altes ostalpines Gebirge und Reste eines ehemaligen Ozeanbodens aufeinander. Der Wechsel von grünen Alpwiesen zu weißen Kalkfelsen ist besonders klar zu sehen. Dazu kommt das tiefste und längste Höhlensystem Vorarlbergs – unter der Oberfläche geht die Geschichte also noch weiter.

Für die 13. Ausgabe der Show stellten die neun ORF-Landesstudios jeweils drei Plätze zur Vorauswahl. Insgesamt standen damit 27 Kandidatinnen und Kandidaten zur Verfügung. Die neun Landessieger wurden am 8. Oktober nach dem Telefon- und SMS-Voting vorgestellt.

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Die neun Landessieger und alle Nominierten

Als Landessieger 2026 gingen die Brücke von Andau im Burgenland, der Griffner Schlossberg in Kärnten, die Rax-Seilbahn in Niederösterreich, die Hutterer Böden in Oberösterreich, die Friedenskirche Hochgründeck in Salzburg, die Riegersburg in der Steiermark, die Festung Kufstein in Tirol, Tilisuna in Vorarlberg und der Türkenschanzpark in Wien hervor.

In der Vorauswahl standen im Burgenland die Brücke von Andau, die Pfarrkirche Mariasdorf und der Oggauer Seeberg. Kärnten schickte den Weg der Liebe, das Bleistätter Moor und den Griffner Schlossberg ins Rennen. Für Niederösterreich waren Rax-Seilbahn, Kamptal und Kellergasse Mailberg nominiert.

Oberösterreich trat mit Hutterer Böden, Wolfsschlucht Bad Kreuzen und Pöstlingberg an. Salzburg war mit Schafberggipfel, Friedenskirche Hochgründeck und Wasserfallweg Lofer vertreten. In der Steiermark standen Riegersburg, Stift St. Lambrecht und Talbachklamm zur Wahl.

Fotschertal, Rifflsee im Pitztal und Festung Kufstein kamen aus Tirol. Vorarlberg nominierte Tilisuna, Alpe Klesenza und St. Corneli. Wien schickte Türkenschanzpark, Gloriette und Schulgarten Kagran. Die Brücke von Andau war damit zugleich burgenländischer Landessieger; der Türkenschanzpark setzte sich in Wien durch.

Vorarlberg baut seine Führung aus

Für Vorarlberg war es bereits der fünfte Gesamtsieg – Rekord. 2015 gewannen Formarinsee und Rote Wand, 2017 der Körbersee, 2019 der Lünersee, 2021 der Wiegensee und nun 2026 die Alpe Tilisuna.

Die Steiermark kommt auf drei Siege: Grüner See 2014, Strutz-Mühle 2020 und Friedenskircherl am Stoderzinken 2022. Außerdem erreichte das Bundesland insgesamt acht Podestplätze. Kärnten gewann 2023 mit der Burg Landskron, Oberösterreich 2018 mit dem Schiederweiher, Salzburg 2024 mit der Gadaunerer Schlucht und Niederösterreich 2025 erstmals mit der Mariazellerbahn. Wien und das Burgenland warten weiterhin auf ihren ersten Gesamtsieg.

Die Sendung läuft seit 2014 im ORF-Hauptabendprogramm. Im Vorjahr verfolgten durchschnittlich knapp 800.000 Menschen die Gala, der Reichweitenrekord stammt aus 2020: fast 1,2 Millionen Zuschauer. Die neun prominenten Länderpatinnen und -paten 2026 waren Sabine Haag, Benjamin Raich, Cornelia Hütter, Toni Polster, Gery Seidl, Max Stiegl, Jutta Fastian, Alois Mühlbacher und Anna Buchegger. Eine Regel blieb dabei unverrückbar: Punkte für das eigene Bundesland durften sie nicht vergeben.

Showabend und nächste Runde

Die Hauptabendshow wurde am 26. Oktober um 20:15 Uhr auf ORF 2 ausgestrahlt. Moderiert wurde sie von Armin Assinger, Barbara Karlich sowie Moderatorinnen und Moderatoren der neun ORF-Landesstudios. Für die Musik sorgte Josh.

Im Oktober erschien außerdem das Begleitbuch „Die geheimen Juwele Österreichs“ mit Informationen und Bildern zur Schatzsuche 2026 und zu den neun Landessiegern des Vorjahres. Zu den bisherigen Gewinnern zählen neben den bereits genannten Orten auch das Kaisertal.

Am 26. Oktober folgte um 22:40 Uhr „Heimat großer Töchter und Söhne“. Die Sendung porträtierte neun weitgehend unbekannte Menschen aus den Bundesländern. Am 9. November zeigt ORF 2 um 20:15 Uhr „9 Plätze – 9 Schätze: So schön ist Österreich“. Armin Assinger stellt darin aus dem Wiener Ronacher alle 27 Plätze vor, die 2026 von den Bundesländern nominiert wurden.