Am 9. Mai war es so weit: Der Info-Markt in Eugendorf öffnete seine Türen und das Motto „Nachhaltig leben ist nicht schwer. Machen wir, was wir können“ war allgegenwärtig. Die Veranstaltung war der krönende Abschluss der Aktionstage „Aufbruch! Für ein gutes Leben für alle“, die vom Salzburger Bildungswerk organisiert wurden. Gut 120 Besucherinnen und Besucher waren gekommen, um sich von etwa 25 Ausstellenden inspirieren zu lassen. Michael Riener, der Gastgeber des Tages, führte charmant durch die Veranstaltung und sorgte für eine einladende Atmosphäre.
Hier präsentierten sich verschiedene lokale Initiativen und Unternehmen, die allesamt das Thema Nachhaltigkeit in den Fokus rücken. Unter den Ausstellenden waren unter anderem die Dorfladenbox, die Bioblumen-Bäuerin Brigitte Dörner und der Bio-Gemüsebauer Pertiller. Auch der Sparmarkt Putz war mit von der Partie und bot regionale, biologische sowie fair gehandelte Produkte an. Die Bibliothek Eugendorf stellte Bücher und Materialien rund um das Thema Nachhaltigkeit bereit – ein wahrer Fundus für interessierte Leser. Weitere Mitwirkende wie Angela Lindner und der Naturschutzbund Salzburg, der durch Geschäftsführerin Ingrid Eichberger vertreten war und Blumensamen verteilte, trugen dazu bei, dass das Angebot breit gefächert war. Das Modelabel Zerum stellte Teile seiner umweltfreundlichen Kollektion vor – ein echtes Highlight für Modebewusste, die Wert auf Nachhaltigkeit legen.
Vielfältige Informationen und spannende Kurzvorträge
Ein bunter Mix aus Info- und Verkaufsständen lockte die Teilnehmenden und bot gleichzeitig die Möglichkeit, sich über wichtige Themen zu informieren. „PC Okay“ beeindruckte mit einem Vortrag, der zeigte, wie Computern ein zweites Leben geschenkt werden kann. Alexandra Falkner von der Erneuerbare Energiegemeinschaft Seenland informierte über die Vorteile der Stromteilung. Energieberater Harald Kienzl berichtete über die Vorzüge von Balkonkraftwerken – ein Thema, das zurzeit viele Menschen bewegt. Und Toni Wintersteller ließ es sich nicht nehmen, über 50 Jahre EZA Fairer Handel zu sprechen. Hans Holzinger, ein echter Nachhaltigkeitsexperte, gab Einblicke in seine Bücher „Wirtschaftswende“ und „Von nichts zu viel – für alle genug“. Solche Themen sind nicht nur spannend, sie sind auch dringend notwendig!
Das Team des Netzwerks „Tomorrow“ sorgte für das leibliche Wohl und verwöhnte die Gäste mit Kaffee und Kuchen – und das in einer entspannten Atmosphäre, die zum Verweilen einlud. Neben den bereits erwähnten Ausstellern waren auch die Foodcoop Heimvorteil aus Neumarkt, der kfb-Flohmarkt mit Brigitte Maier und eine syrische Änderungsschneiderin vertreten. Die Fairtrade-Gruppe um Susanne Nobis aus Seekirchen brachte ebenfalls frischen Wind in die Veranstaltung. Das Bildungswerk Seekirchen informierte über die bevorstehende Ausstellung „GewissensBISS“ zu Lebensmittelverschwendung, die am 26. Mai in der Seekirchner Stadtbibliothek eröffnet wird. Ein weiterer Punkt auf der Agenda, den man nicht ignorieren sollte.
Biodiversität im Fokus
In einer Zeit, in der der Verlust der Artenvielfalt eine der größten Herausforderungen für die Weltgemeinschaft darstellt, ist es besonders wichtig, dass solche Veranstaltungen stattfinden. Die Biodiversitätskonferenz COP16, die in Cali, Kolumbien, abgehalten wird, lenkt den Blick darauf, wie Handel zur Lösung beitragen kann, wenn Mensch und Planet respektiert werden. Fairtrade ist hier ein Beispiel, denn es fördert die Artenvielfalt durch Agrarökologie als Grundprinzip der Landwirtschaft. Kleinbäuerinnen und -bauern spielen eine entscheidende Rolle, indem sie den Großteil der weltweiten Nahrungsmittel produzieren und gleichzeitig die Diversifizierung und Förderung der Artenvielfalt vorantreiben.
Die Forderungen, die auf der COP16 laut werden, sind klar: Hauptursachen des Biodiversitätsverlusts müssen angegangen werden. Kleinbäuerinnen und -bauern sollen fair entlohnt werden, Verstöße gegen den Biodiversitätsschutz müssen sanktioniert werden. Nationale Aktionspläne sollten kleinbäuerliche Organisationen konsultieren, denn die Biodiversitätskrise bedroht nicht nur die Lebensmittelproduktion, sondern verstärkt sich mit dem Klimawandel. Die Forderung nach Transparenz und Vergleichbarkeit in der Landwirtschaft bis 2030 ist ebenfalls ein wichtiger Punkt. Die großen Unternehmen müssen ihre Biodiversitätseinflüsse offenlegen und Unterstützung für Firmen, die in die Biodiversität investieren, ist unerlässlich.
Die Bedeutung von Agrarökologie
Das Thema Agrarökologie ist nicht nur ein Trend, es ist eine Notwendigkeit. In vielen Projekten, die weltweit durchgeführt werden, zeigt sich, wie wichtig nachhaltige Landwirtschaft und lokales Wissen für die Ernährungssicherheit sind. In Österreich wird durch Initiativen zur Förderung agrarökologischer Bewirtschaftung die Biodiversität gezielt unterstützt. Projekte wie „Agroecology Partnerships Policy Dialogue“ und „Biodiversitätsmaßnahmen“ verdeutlichen, dass auch hierzulande an Lösungen gearbeitet wird.
In einer Zeit, in der die Herausforderungen groß sind und die Veränderungen schnell voranschreiten, bleibt die Hoffnung, dass Veranstaltungen wie der Info-Markt in Eugendorf einen Beitrag dazu leisten, das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Biodiversität zu schärfen. Es ist ermutigend zu sehen, wie viele Menschen sich für eine bessere Zukunft engagieren und aktiv werden, um einen positiven Wandel herbeizuführen. Der Weg ist noch lang, aber jeder Schritt zählt.
Eine Vielzahl von Projekten, die sich für die Förderung der Artenvielfalt und nachhaltiger Praktiken einsetzen, wird in den kommenden Jahren weiterhin wichtig sein. Der Austausch von Wissen und die aktive Teilnahme an solchen Veranstaltungen sind der Schlüssel, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.
