In Zell am See, einem malerischen Ort im Pinzgau, lebt Rainer Greune, ein 61-jähriger Empfangschef, der ein aufregendes Doppelleben führt. Tagsüber begrüßt er Gäste in einem Hotel, doch wenn die Sonne untergeht, verwandelt er sich in einen Schauspieler. Rainer ist in der Salzburger Szene kein Unbekannter mehr. Seit 2015 ist er als Schauspieler aktiv und hat bereits über 36 Produktionen und mehr als 150 Einsätze in seiner Filmografie vorzuweisen. Dazu gehören bekannte Formate wie „Der Bergdoktor“, „Tatort“ und „Sturm der Liebe“. Seine Reise begann als Komparse bei „Die Toten von Salzburg“, wo er noch keine Ahnung hatte, was ihn in der Filmwelt erwarten würde. Ein bisschen ungläubig, aber voller Neugier wagte er den Sprung ins kalte Wasser.
Seine erste Rolle war ein unvergessliches Erlebnis – er spielte bei einer katholischen Prozession im Wald mit Nebelmaschinen und einer Puppe als Leiche. Nach der Ausstrahlung des Krimis 2016 war sein Entschluss gefasst: Er wollte mehr vom Filmgeschäft. Rainer hat sich vom Komparsen zum Kleindarsteller mit Textrollen hochgearbeitet und hat sich dabei eine beachtliche Karriere erarbeitet. Ein Highlight war der Dreh für den Kinofilm „The Magic Flute“, in dem er mit dem Oscar-prämierten F. Murray Abraham arbeitete. Rainer erzählt, dass der Schauspieler sogar deutsche Schimpfwörter lernen wollte – das hat Rainer zum Schmunzeln gebracht!
Die Herausforderungen des Schauspielerlebens
Natürlich ist das Schauspielerdasein nicht immer ein Zuckerschlecken. Rainer weiß, dass die Gagen für Komparsen in Österreich oft bei mageren 55 Euro beginnen und viele Abzüge haben. Doch ihm geht es nicht ums Geld – es ist die Faszination für die Filmerei, die ihn antreibt. Jede freie Minute opfert er für die Dreharbeiten und hat eine strenge Disziplin, um seine Arbeit im Hotel und seine Leidenschaft für die Schauspielerei miteinander zu vereinen. In zwei Jahren plant er, nach seiner Pensionierung ganz in die Schauspielerei einzutauchen. Und wie es aussieht, wird er das mit Bravour tun!
Sein Heimatort Zell am See hat Rainer mittlerweile zu einem kleinen Star gemacht. Die Leute erkennen ihn oft, vor allem wegen seiner Rolle im „Bergdoktor“. Manchmal ist das schon ein bisschen komisch, wenn er beim Einkaufen angesprochen wird. Aber Rainer genießt die Aufmerksamkeit und die Gespräche mit den Fans. Man merkt ihm an, dass er mit Leidenschaft bei der Sache ist.
Ein Blick auf die Filmografie
Die Liste der Projekte, an denen Rainer beteiligt war, ist beeindruckend. Von „Aktenzeichen XY“ als Kommissar bis zu Rollen in „Watzmann ermittelt“ und „Die Toten von Salzburg“ – Rainer hat sich in der Szene einen Namen gemacht. In den kommenden Jahren wird er in vielen weiteren Produktionen zu sehen sein, darunter „Eiskalter Tod“, in dem er einen Mörder spielt, und der Kinofilm „Was Marielle weiß!“, wo er als Geschäftsmann auftritt. Außerdem wird er in der Miniserie „Spuren – der Fall Stefanie B.“ als Anwalt zu sehen sein. Und das ist noch nicht alles – auch Werbefilme für Marken wie Starbucks und Gösser gehören zu seinem Repertoire.
Ein interessanter Aspekt der Schauspielerei ist, dass viele Komparsen, wie Rainer einst, einfach mitmachen, ohne spezielle Fähigkeiten mitzubringen. Oft sind es Studenten, die in der Zeit zwischen den Vorlesungen einen kleinen Einblick in die Filmwelt bekommen. Diese jungen Talente bringen einen frischen Wind mit und sind oft flexibel, was die Drehzeiten angeht. Damit können Filmemacher mehr Budget für andere wichtige Bereiche der Produktion einsparen. Rainer ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie man mit Leidenschaft und Durchhaltevermögen in der Filmwelt bestehen kann.
Wer weiß, vielleicht begegnet man ihm bald wieder auf dem Bildschirm – sei es als Arzt, Kommissar oder in einer anderen Rolle. Eins ist sicher: Rainer Greune hat seine Liebe zur Schauspielerei gefunden, und die Reise hat gerade erst begonnen.
