Mädchen in MINT: Die Schlüsselrolle der Sichtbarkeit und Kreativität
Die Suche nach talentierten Mädchen für technische Berufe wird immer dringlicher. Simon Glösl, ein Student am FH-Campus Wieselburg, hat sich in seiner Bachelorarbeit intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt. Er hat 244 Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Mittelschulklassen in der Region befragt. Was dabei herauskam, ist alles andere als überraschend, aber dringend notwendig: Es gibt klare Hinweise darauf, wie Job-Inserate gestaltet sein müssen, um Mädchen anzusprechen. Besonders wichtig sind die Farbwahl und die Verwendung von Fotos von Mädchen in diesen Inseraten. Wenn technische Unternehmen nicht aktiv auf Mädchen zugehen, verlieren sie 50 Prozent ihres Potenzials. Das ist ein ganz schön hoher Preis!
Während einer Keynote auf der Messe „Schule & Beruf“ in Wieselburg präsentierte Glösl seine Ergebnisse und stellte die Gripsy-Methode vor. Diese Methode kombiniert Wissensvermittlung mit Spaß und könnte Mädchen dazu ermutigen, technische Berufe ins Auge zu fassen. Er merkt an, dass das Image von Lehrberufen dringend verbessert werden muss. Denn viele Mädchen empfinden diese Berufe als weniger attraktiv – und das ist ja auch irgendwie schade!
Initiativen zur Förderung von Mädchen in MINT-Berufen
Doch nicht nur in Scheibbs wird an diesem Thema gearbeitet. Das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) hat sich ebenfalls dem bundesweiten Bündnis für Frauen in MINT-Berufen angeschlossen. Hier geht es darum, Mädchen und Frauen für MINT-Studiengänge und -Berufe zu begeistern. Das Bündnis vernetzt Organisationen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien und hat sich zum Ziel gesetzt, das Potenzial von Frauen in naturwissenschaftlich-technischen Berufen zu nutzen. Denn der Fachkräftemangel ist kein Scherz – er betrifft uns alle!
Eine der Maßnahmen, die das DPMA ergreift, ist die Teilnahme am Girls‘ Day. Schülerinnen der 8. und 9. Klassen können dort den Beruf der Patent- und Markenprüferin kennenlernen und erfahren, welche Ausbildungswege ihnen offenstehen. Das klingt nicht nur spannend, sondern bietet auch echte Karrieremöglichkeiten für Absolventinnen naturwissenschaftlich-technischer Studiengänge. Denn Patentprüfer/-innen spielen eine entscheidende Rolle: Sie prüfen technische Innovationen und entscheiden über die Patentierbarkeit von Erfindungen. Wer könnte da nicht Lust bekommen, in solch einem Bereich zu arbeiten?
Die MINT-Lücke und ihre Herausforderungen
Am 26. November 2025 wurde der MINT-Herbstreport 2025 beim Nationalen MINT-Forum in Berlin veröffentlicht. Der Bericht analysiert die Lage der MINT-Fachkräfte in Deutschland und zeigt auf, dass weiterhin eine Herausforderung besteht. Aktuell fehlen 148.500 MINT-Fachkräfte, die für Digitalisierung, Energiewende und technologische Innovationen wichtig sind. Die MINT-Lücke ist zwar im Vergleich zum Frühjahr 2025 gesunken, doch das Potenzial von Frauen, Älteren und Zugewanderten wird noch lange nicht ausreichend genutzt.
Der Frauenanteil in MINT-Berufen ist zwar gestiegen, aber er bleibt unter den Möglichkeiten. MINT-Qualifikationen bieten stabile Zukunftschancen und hohe Innovationskraft – und das sollte doch auch für Mädchen und junge Frauen interessant sein! Um diesem Trend entgegenzuwirken, empfiehlt das Bundesbildungsministerium, in chancengerechte und frühe MINT-Bildung zu investieren. Hierbei spielen hochwertige Ganztagsstrukturen, kreative Unterrichtskonzepte und gut ausgebildete MINT-Lehrkräfte eine entscheidende Rolle.
Die Kombination aus schulischen und außerschulischen Lernorten sowie gezielter Berufsorientierung zeigt bereits nachweisbare Effekte – besonders für Mädchen. Und das ist es, was wir brauchen: mehr Sichtbarkeit und mehr Unterstützung für die MINT-Community in Österreich und darüber hinaus!
