Mehr als hundert Schulkinder erkrankten in Indien nach einem tragischen Vorfall, der sich in Mokama, im Bundesstaat Bihar, ereignete. Nach ersten Berichten, die von vienna.at stammen, wurde die Erkrankung der Kinder vermutlich durch Hinterlassenschaften einer toten Schlange im Mittagessen verursacht. Der Koch hatte die Schlange zwar entfernt, bevor das Essen serviert wurde, doch das kann die Sorge um die Lebensmittelsicherheit nicht mindern.

Die nationale Menschenrechtskommission Indiens (NHRC) fordert daraufhin eine umfassende Untersuchung des Vorfalls durch die örtliche Regierung und die Polizei. Die Angehörigen der betroffenen Kinder protestierten und sperrten die Straßen in der Umgebung, um auf die Missstände aufmerksam zu machen. Die NHRC verlangt von den Behörden einen detaillierten Bericht über den Gesundheitszustand der Kinder sowie über die Umstände, die zu diesem Vorfall geführt haben.

Hintergrund zu Schulessen in Indien

In Indien ist es üblich, dass Schulkinder kostenlose Mahlzeiten erhalten, um ihre Bildung zu unterstützen. Allerdings offenbart dieser Vorfall, wie fragil die Lebensmittelsicherheit in einigen der ärmsten Bundesstaaten des Landes, wie Bihar, ist. Der Bundesstaat hat eine traurige Vorgeschichte mit ähnlichen Vorfällen: 2013 starben 23 Schulkinder im Bezirk Saran nach dem Verzehr einer mit Pestiziden verunreinigten Mahlzeit. In Reaktion auf diesen Vorfall waren Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensmittelsicherheit in Schulen ergriffen worden.

Zusätzlich zu den Herausforderungen im Bereich der Lebensmittelsicherheit steht Indien vor einem enormen Problem der Unterernährung. Laut der Happel Foundation, die zusammen mit HarvestPlus ein Projekt zur Verbesserung der Schulmahlzeiten unterstützt, leiden Millionen Kinder an Unterernährung. Dies hat langfristige gesundheitliche Konsequenzen, insbesondere im frühem Kindesalter.

Projekt zur Verbesserung der Mahlzeiten

Im Rahmen dieses Projekts erhalten täglich zwei Millionen Kinder zwischen 6 und 10 Jahren ein gesundes, gekochtes Essen in der Schule. Die angebotenen Mahlzeiten sind geschlechts- und statusunabhängig und bestehen aus angereicherten Grundnahrungsmitteln wie Mais, Maniok und Kartoffeln. Diese Produkte werden von lokalen Landwirten angebaut, die auf nährstoffreiche, ertragreiche und klimaverträgliche Pflanzensorten setzen.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Durch die Biofortifikation enthalten die angereicherten Lebensmittel wertvolle Mikronährstoffe wie Eisen, Zink und Vitamin A, die für die Entwicklung der Kinder entscheidend sind. Die Umsetzung einer Wertschöpfungskette vom Saatgut bis zum Schulteller sichert nicht nur die Nahrungsmittel für die Kinder, sondern auch den Absatz der Produkte und das Einkommen der Landwirte, was der gesamten Gemeinschaft zugutekommt.

Der tragische Vorfall in Mokama hat erneut die dringende Notwendigkeit hervorgehoben, die Lebensmittelsicherheit und die Qualität der Schulernährungsprogramme in Indien zu verbessern. Die Forderung der NHRC nach einer gründlichen Untersuchung wird als unverzichtbar erachtet, um das Vertrauen der Familien in das Schulessensystem zurückzugewinnen und sicherzustellen, dass Kinder in einer sicheren Umgebung lernen können.