Am 25. September 2026, in einem kleinen Café namens Zillertal in Strass, trafen sich engagierte Bürgerinnen und Bürger sowie Bauern aus der Region Mittleres Unterinntal. Der Anlass? Ein wichtiges Treffen der Regionalgruppe von „UNSER Grund. UNSER Inn. UNSERE Stimme.“, bei dem es um die Entscheidung über eine Beschwerde gegen den Bescheid der Bezirkshauptmannschaft (BH) Schwaz zum Hochwasserschutz ging. Bei dieser Versammlung wurde das Thema Hochwasserschutz nicht nur besprochen, sondern auch aktiv angegangen – ein deutliches Zeichen für bürgerliches Engagement in der Region.

Die Beschwerde, die hier basisdemokratisch beschlossen wurde, richtet sich gegen einen Bescheid vom 3. September 2026. Dieser hat dem Wasserverband den „Retentionsraum Jenbach-Stans“ genehmigt. Ein Umstand, der vielen Anwesenden Sorgen bereitet, da sie die Gefahren von Hochwasser und die damit verbundenen Risiken für ihre Existenz klar vor Augen haben. Über 2.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit in Form von Recherche und Analyse des Bescheids wurden in diesen Prozess investiert – und das spricht Bände über das Engagement der Bürger.

Abwesenheit von Entscheidungsträgern

Ein bemerkenswerter Punkt war die Abwesenheit von Bürgermeister und Gemeinderäten – etwas, das von den Anwesenden als Zeichen der Ignoranz gewertet wurde. Gerald Hauser, Abgeordneter der FPÖ, ließ sich telefonisch entschuldigen, da er sich auf die FPÖ-Herbst-Tour 2026 vorbereitete. Sophia Kircher von der ÖVP bot zwar einen Gesprächstermin an, war aber ebenfalls nicht persönlich anwesend. Die Bürger fühlten sich in ihrer Angelegenheit offensichtlich allein gelassen.

Die Kritik an der mangelnden Unterstützung durch die Landwirtschaftskammer Tirol ist laut und deutlich. Viele Bauern sehen ihre Existenz bedroht und fordern mehr Gehör für ihre Bedenken. Alfred Enthofer, bekannt als „Bauern-Rebell“, hat die Initiative ergriffen und die nötigen Mittel für die Einbringung der Beschwerde gesammelt. In dieser Beschwerde werden mehrere rechtliche Mängel angeführt, darunter die Projektstückelung anstelle einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und der Ausschluss von Umweltorganisationen von der Verhandlung. Auch die Verweigerung von Akteneinsicht und die unzureichende Bekanntmachung der Unterlagen werfen Fragen auf.

Forderungen und Bürgerbeteiligung

Eine öffentliche mündliche Verhandlung und die Überprüfung des Bescheids durch den Europäischen Gerichtshof (EuGH) sind weitere zentrale Forderungen der Beschwerde. Die Bürgerinnen und Bürger bringen hier nicht nur ihre eigenen Erfahrungen ein, sondern zeigen auch, wie wichtig Bürgerbeteiligung für die Entwicklung von Hochwasserschutzmaßnahmen ist. Das hat auch die Bedeutung von ortsangepassten Maßnahmen unterstrichen, die in örtlichen Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzepten festgelegt werden sollten. Die betroffene Bevölkerung sollte aktiv in die Entwicklung der Vorsorgemaßnahmen eingebunden werden, und die Expertise der Anwohner ist dabei von unschätzbarem Wert.

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Die Herausforderungen des Hochwasserschutzes sind nicht nur technischer Natur, sondern betreffen auch das Leben der Menschen vor Ort. Die Möglichkeit zur Teilnahme an Hochwasserworkshops und die Diskussion über private Schutzmaßnahmen sind wichtige Aspekte, die die Bürger aktiv mitgestalten können. In einer Region, in der die Erinnerungen an vergangene Hochwasserereignisse lebendig bleiben, ist die Notwendigkeit, sich präventiv zu schützen, umso klarer.

Das Team des Café Zillertal, wo das Treffen stattfand, wurde für die Gastfreundschaft gelobt – ein kleiner Lichtblick inmitten der intensiven Diskussionen. Die Beschwerde wurde schließlich fristgerecht bei der BH Schwaz eingebracht, und die Hoffnung bleibt, dass die Anliegen der Bürger Gehör finden und ernst genommen werden.