Bürgergarde Spittal: Ein lebendiges Erbe feiert 35 Jahre Wiedergründung
Heute ist der 10.10.2026 und in Spittal an der Drau wird die Bürgergarde Spittal wieder einmal in den Fokus gerückt. Ja, es gibt einen Grund zur Freude! Der Hauptmann Roman Siller blickt auf das 35-jährige Jubiläum der Wiedergründung zurück, das im September dieses Jahres mit dem 70. Landestreffen der Kärntner Bürger- und Schützengarden gefeiert wurde. Die Bürgergarde, die 1991 wieder ins Leben gerufen wurde, hat eine lange und bewegte Geschichte. Ihre Wurzeln reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück, als sie noch für Schutz und Ordnung in der Stadt sorgte. Im 19. Jahrhundert erlebte die Garde ihre Glanzzeit, bevor sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufgelöst wurde. Umso bemerkenswerter ist es, dass sie seit ihrer Wiederbegründung als fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Spittal und der Kärntner Region agiert.
Was die Bürgergarde ausmacht? Eine Gemeinschaft von 32 aktiven Mitgliedern, die durch gemeinsame Werte verbunden sind. Sie treten bei offiziellen Anlässen, Festlichkeiten und Gedenkfeiern auf und tragen dabei ihre aufwendig handgefertigten Uniformen, die immer wieder viele Blicke auf sich ziehen. Auch wenn das Interesse an der Garde nach wie vor besteht, ist Nachwuchs eine Herausforderung. Interessierte müssen mindestens 18 Jahre alt sein und militärische Abläufe erlernen. Exerziertermine finden jeden ersten Dienstag im Monat statt. Siller ist realistisch und erwartet keine großen Zuwächse, ist aber mit ein bis zwei neuen Mitgliedern pro Jahr zufrieden.
Tradition und Brauchtum
Die Bürgergarde hat sich zum Ziel gesetzt, das kulturelle Erbe der Stadt Spittal zu bewahren. Sie ist ein Symbol des Bürgerstolzes und der Verbundenheit mit der Heimat. Bei Anlässen wie dem Fronleichnam, dem Spittaler Kirchtag oder dem Christkindlmarkt zeigen sie, wie lebendig Traditionen auch heute noch sind. Der Ehrensalut, eine besondere Dienstleistung der Garde, ist dabei ein Highlight, das strengen Statuten unterliegt. Private Anfragen für Ehrensalute werden abgelehnt, da dies nicht dem Wesen der Garde entspricht. Es geht um den Respekt vor der Tradition und die Würde der Garde.
Das 70. Landestreffen der Kärntner Bürger- und Schützengarden war nicht nur ein Anlass zum Feiern, sondern auch eine Plattform, um die Bedeutung von Traditionen und Ehrenamt zu betonen. Landeshauptmann Peter Kaiser unterstrich die Rolle der ehrenamtlich Tätigen für die Gemeinschaft, während Landesrat Sebastian Schuschnig die Wichtigkeit von Volkskultur und Traditionen ansprach. In einer Zeit, in der vieles im Wandel ist, bleibt die Bürgergarde ein verlässlicher Anker für die Menschen in Spittal und darüber hinaus.
Die Bürgergarde Spittal zeigt, dass Traditionspflege lebendig sein kann. Sie ist mehr als nur ein Verein; sie ist ein Stück Heimat, das verbindet und stolz macht. Und so wird die Garde auch in Zukunft dafür sorgen, dass die Traditionen nicht in Vergessenheit geraten, sondern weitergetragen werden. Vielleicht ist es gerade diese Mischung aus Geschichte und Gegenwart, die die Bürgergarde so besonders macht.
