In der Region Bruck-Mürzzuschlag, wo die Kühe normalerweise fröhlich auf die Alm ziehen, sieht die Lage in diesem Jahr etwas anders aus. Der Landwirt Christian Rechberger aus Thal bei Turnau hat noch keinen festen Termin für den Almauftrieb seiner Rinder. Die Vegetation hinkt um etwa eineinhalb Wochen hinterher, was bedeutet, dass das Futter auf der Alm knapp wird. Viele Landwirte sind besorgt über diese Situation, die durch ein massives Niederschlagsdefizit im März und April bedingt ist, das sich bis in den Mai hinein zog. Florian Pretterhofer, der Landwirtschaftskammerobmann für den Bezirk, bestätigt die angespannte Lage und die Schwierigkeiten, mit denen die Landwirte kämpfen müssen.
Insgesamt gibt es in der Region 540 „Auftreiber“ mit rund 6000 Rindern, die eigentlich um das Pfingstwochenende auf die Alm gebracht werden sollten. Doch das verzögerte Wachstum der Pflanzen hat nicht nur Auswirkungen auf die Alm, sondern auch auf das Tal, wo das Futter ebenfalls rar ist. Rechberger macht deutlich, dass Landwirte möglicherweise sogar in Erwägung ziehen müssen, einige Tiere abzugeben, um den allgemeinen Futtermangel zu bewältigen. Die Messe Aflenzer Becker, eine bekannte Veranstaltung in der Gegend, steuert auf den trockensten Frühling in 43 Jahren ihrer Geschichte zu. Es ist eine besorgniserregende Zeit für die heimische Landwirtschaft, die sich in den letzten Jahren immer wieder mit extremer Trockenheit auseinandersetzen muss. Quelle
Biodiversität auf der Alm
Trotz der schwierigen Umstände gibt es auch positive Aspekte, die man nicht vergessen sollte. Eine interessante Entwicklung ist die Beweidung am Hundsheimer und Spitzerberg, die jetzt nach 60 Jahren wieder eingeführt wird. Diese Maßnahme soll nicht nur die traditionelle Almwirtschaft fördern, sondern auch die Biodiversität stärken. Die Wiederbeweidung ist ein wichtiger Schritt, um die Landschaft zu erhalten und die Artenvielfalt zu unterstützen. Das zeigt, wie wichtig es ist, die Weidewirtschaft für die Natur und die lokale Gemeinschaft zu nutzen. Quelle
Klimawandel und seine Auswirkungen
Doch die Herausforderungen sind nicht von der Hand zu weisen. Der Klimawandel hat spürbare Auswirkungen auf die Vegetation und die Almauftriebe. Die Landwirte müssen sich zunehmend auf veränderte Witterungsbedingungen einstellen. Es ist nicht nur eine Frage des Wetters, sondern auch eine Anpassung an die Veränderungen in der Natur. Die Schwierigkeiten, die Landwirte jetzt erleben, sind ein Teil eines größeren Problems, das uns alle betrifft. Die Notwendigkeit, sich an eine veränderte Vegetation anzupassen, wird immer drängender, während die Zeit drängt. Quelle
