In der steirischen Bergrettung gibt es eine bemerkenswerte Entwicklung: Immer mehr Frauen engagieren sich in einem Bereich, der lange Zeit von Männern dominiert wurde. Ein herausragendes Beispiel ist Carina Höfler, eine 37-jährige diplomierte Intensivkrankenschwester und Alpinistin. Ihr Motto, „Jeder Fortschritt findet außerhalb der Komfortzone statt“, spiegelt ihre Entschlossenheit wider, die Herausforderungen der Bergrettung anzunehmen. Im Jahr 2016 wagte sie den Schritt und wollte Mitglied bei der Bergrettung Mürzzuschlag werden. Ihre Aufnahme war nur durch eine knappe Abstimmung möglich, und zu Beginn wurde sie kritisch beäugt. Doch Höfler bewies ihre Fähigkeiten und gewann schnell den Respekt ihrer Kollegen.

Heute wird sie von den Mitgliedern der Bergrettung und der Landesleitung geschätzt und trägt zur positiven Entwicklung des Frauenanteils in der Organisation bei. Aktuell sind in der steirischen Bergrettung 154 Frauen auf 1900 Männer aktiv. Obwohl nur drei Ortsstellen von Frauen geleitet werden, zeigt sich eine wachsende Bereitschaft, Frauen in dieser Rolle zu unterstützen. Pressesprecher Enrico Radaelli betont, dass Frauen in der Bergrettung willkommen sind und ihre Leistungsbereitschaft häufig sogar höher ist als die der Männer. Es gibt jedoch nach wie vor Vorbehalte in einigen Ortsgruppen, die als „alte Garde“ bezeichnet werden.

Tipps für zukünftige Bergretterinnen

Höfler hat erkannt, dass es wichtig ist, Frauen zu ermutigen, sich der Bergrettung anzuschließen. Sie wird ihre wertvollen Tipps am 22. April bei einem Podiumsgespräch im Wintersportmuseum Mürzzuschlag teilen. Diese Veranstaltung könnte der Schlüssel sein, um weitere Frauen zu inspirieren, den Schritt in eine traditionell männlich dominierte Domäne zu wagen. Frauen und Kinder empfinden es oft als angenehmer, von Frauen gerettet zu werden, was die Notwendigkeit unterstreicht, mehr weibliche Mitglieder zu gewinnen.

Der Girls Day und Boys Day, der am 27. April in Deutschland stattfindet, hat ähnliche Ziele. Schülerinnen und Schüler sollen Berufe kennenlernen, die traditionell vom anderen Geschlecht gewählt werden. Insbesondere Mädchen sollen Einblicke in MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) erhalten, während Jungen die Möglichkeit haben, in Pflege- oder Erziehungsberufe reinzuschnuppern, wo ein hoher Frauenanteil besteht. Diese Initiativen sind wichtig, um geschlechtsspezifische Berufswahl zu hinterfragen und Vielfalt zu fördern.

Herausforderungen und Chancen

Statistiken zeigen, dass viele Berufe stark geschlechtsspezifisch besetzt sind. In erzieherischen und sozialen Berufen liegt der Frauenanteil bei beeindruckenden 83,9 %. Hingegen sind Berufe im Bauwesen nahezu ausschließlich männlich besetzt, mit nur 1,8 % Frauen. Diese Ungleichheiten sind nicht nur ein gesellschaftliches Problem, sondern wirken sich auch auf die Gehälter aus. „Frauenberufe“ sind oftmals schlechter bezahlt als MINT-Berufe, die von Männern dominiert werden. Kritiker:innen fordern, dass die Gesellschaft „Frauenberufe“ durch höhere Gehälter aufwertet und die Carearbeit fairer verteilt, um den Gender Pay Gap zu verringern.

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Die Herausforderungen, vor denen Frauen in der Bergrettung und anderen Berufen stehen, sind also nicht zu unterschätzen. Doch mit Mut und der richtigen Unterstützung können sie diese Hürden überwinden und ihren Platz in jeder Branche finden. Es bleibt zu hoffen, dass Veranstaltungen wie das Podiumsgespräch von Carina Höfler dazu beitragen, andere Frauen zu motivieren, ihren eigenen Weg in der Bergrettung zu gehen.

Für mehr Informationen zu diesem Thema, lesen Sie den Artikel auf der Kleine Zeitung.