In Bruck an der Mur hat am Dienstag, dem 2. Juni, eine spannende neue Initiative für die Innenstadt ihren Startschuss gegeben. Gemeinsam mit der WKO Steiermark, dem Land und der Stadt Bruck liegt der Fokus darauf, die Stadt als „Lebens- und Wirtschaftsstadt im Herzen Europas“ zu positionieren. Die Voraussetzungen sind vielversprechend: Mit einer historischen Altstadt, die den zweitgrößten Innenstadtplatz Österreichs beherbergt, sowie über 2.150 Arbeitgeberbetrieben und 19 Leitbetrieben, hat Bruck einiges zu bieten. Zudem ist die Stadt von einem Einzugsgebiet von etwa 100.000 Menschen umgeben und profitiert von ihrer Lage an wichtigen Verkehrsachsen wie der Koralmbahn und dem Semmering-Basistunnel.

Ein besonderer Schwerpunkt der Initiative liegt auf der Verbesserung der Verbindung zwischen Bahnhof und Altstadt. Geplante Maßnahmen umfassen einen attraktiven Geh- und Radweg, einen Citybus oder Mikro-ÖV, ein einheitliches Leitsystem und eine bessere Anbindung des Bahnhofsviertels. Auch die Verkehrsoptimierung im Zentrum könnte dazu beitragen, dass sich Einheimische und Besucher wohler fühlen. Ein ganzjähriger Nutzungskonzept für den Hauptplatz, den Minoritenplatz, die Schiffländ und den Stadtsaal ist ebenfalls in der Mache. Außerdem wird die Murpromenade zu einem naturnahen Freiraum entwickelt, der neue Zugänge und Aufenthaltsbereiche bieten soll.

Leerstandsmanagement und wirtschaftliche Plattform

Ein bedeutender Aspekt der Initiative ist das professionelle Management von leerstehenden Immobilien. Wirtschaftskoordinatorin Stefanie Gleixner wird ein Leerstandskataster und eine Leerstandsbörse einführen, um Eigentümer aktiv anzusprechen. Zudem wird das „Forum Brucker Wirtschaft“ als Plattform für Unternehmen, Investoren und die Stadt gegründet. Dies könnte die Zusammenarbeit und den Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren deutlich fördern.

Die Integration dieser Schwerpunkte in das Leitbild „Stadtvision Bruck 2030“ bis Ende des Jahres soll nicht nur eine klare Richtung vorgeben, sondern auch einen Umsetzungsplan nach sich ziehen. Ein zentrales Ziel ist es, die Innenstadt als Wohnstandort für alle Generationen zu stärken. Das Bahnhofsquartier und Bruck Süd sollen zu Hotspots für Wissenschaft, Bildung, Innovation, Kreativwirtschaft, Startups und Co-Working werden.

Stadtvision Bruck 2030

Die „Stadtvision Bruck an der Mur 2030“ hat das Ziel, die Stadt als identitätsstiftendes Zentrum in einem starken Wirtschaftsraum zu etablieren. Bruck an der Mur liegt im Zentrum einer von 38 österreichischen Stadtregionen, am Zusammenfluss von Mur und Mürz. Die Vision umfasst sieben Entwicklungsfelder, die dazu dienen sollen, die Markenpositionierung der Stadt zu stärken. Dabei wird festgelegt, wofür die Stadt stehen wird und wofür nicht mehr.

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Im Rahmen des Stadtleitbildprozesses, der bereits in den 90er-Jahren begann, wird die aktuelle Stadtvision als Wegweiser für zukünftige Projekte und Maßnahmen dienen. Durch die Zusammenarbeit von Wirtschaft, Bürgern, Investoren, Kulturschaffenden, Politik und Verwaltung soll die Identifikation und Gemeinschaft in Bruck gefördert werden. Die Ideen und Vorschläge, die aus diesen Prozessen hervorgehen, könnten weitreichende Auswirkungen auf die Lebensqualität der Bewohner haben.

Ein Blick über den Tellerrand

Der Gedanke, städtische Lebensqualität zu fördern, ist nicht nur in Bruck an der Mur aktuell. Ähnlich wie bei der Initiative SmarterCity Karlsruhe, wo Projektideen zu Themen wie IT-Infrastruktur, Mobilität, Wirtschaftsstandort und altersgerechtem Wohnen diskutiert werden, zeigt sich auch hier der Trend hin zu einem ganzheitlichen Ansatz. Hier werden die Vorschläge nach Bürger- und kommunalem Nutzen sowie Nachhaltigkeit bewertet. Solche Ansätze könnten als Inspiration für andere Regionen dienen, die ähnliche Herausforderungen bewältigen müssen.

Die neuen Pläne in Bruck an der Mur versprechen also nicht nur eine Verschönerung der Stadt, sondern auch eine Stärkung der Gemeinschaft und der wirtschaftlichen Strukturen. Bürgermeisterin Susanne Kaltenegger und Wirtschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer sind sich einig: Diese Initiative hat Potenzial, das weit über die Stadtgrenzen hinausgeht. Es bleibt spannend, wie sich die Dinge entwickeln werden!