Neuer Zugang zur Rettenwandhöhle bei Kapfenberg eröffnet
Die Rettenwandhöhle bei Kapfenberg hat sich in den letzten Monaten gewaltig verändert. Ein neuer, sicherer Zugangsweg wurde eröffnet, der die Höhle für Besucher zugänglicher und sicherer macht. Obmann Michael Lebernegg beschreibt diesen Schritt als einen echten „Meilenstein“ für die touristische Zukunft der Höhle und der Stadt insgesamt. Die Höhle war zwei Jahre lang geschlossen, und die Wiedereröffnung am 12. Juli ist natürlich ein Grund zur Freude für alle, die die faszinierende Unterwelt erkunden möchten.
Der alte Zugang war ein schmaler Waldweg, der den Sicherheitsanforderungen einfach nicht mehr entsprach. Das größte Hindernis bei der Realisierung des neuen Zugangs war die Finanzierung. Doch das Land Steiermark stellte eine Förderung in Aussicht, die den Verein dazu brachte, kreative Lösungen zu finden. Lebernegg hatte die geniale Idee, geführte Erlebnis-Touren an Unternehmen zu verkaufen, was schließlich dazu führte, dass 19 Betriebe im Voraus bezahlten. So konnte ein Betrag von rund 40.000 Euro für den Neubau des Weges und die Erneuerung der elektrischen Infrastruktur aufgebracht werden.
Ein neuer Weg für Entdecker
Der neue Wanderweg ist ausreichend breit, sodass sogar Quads oder Rettungsfahrzeuge problemlos passieren können. Der Aufstieg vom Parkplatz zum Höhleneingang dauert etwa 20 Minuten, und die moderne Beleuchtung mit energiesparenden LED-Leuchten setzt die beeindruckenden Tropfsteinformationen perfekt in Szene. Die Höhle gehört zu den 30 eindrucksvollsten Tropfsteinhöhlen Österreichs und zieht mit einem Besucherweg von etwa 220 Metern viele Naturbegeisterte an. Bei den Führungen, die etwa 45 Minuten dauern und von ausgebildeten Höhlenführern geleitet werden, können die Teilnehmer die Stalaktiten, Stalagmiten und seltenen Versinterungen bestaunen.
Die Höhepunkte der Führung sind unter anderem der „Große Dom“, das „Glockenspiel“, der „Gotische Chor“, die „Geborstene Säule“ und der „Luster“ – ein besonders eindrucksvolles Gebilde, das die Besucher zum Staunen bringt. Wer die Höhle betritt, wird sofort von der kühlen, konstanten Innentemperatur von acht Grad Celsius umhüllt. Und wer noch mehr über die Geschichte der Höhle erfahren möchte, kann im Höhlenmuseum zahlreiche Fundstücke bewundern.
Die Zukunft der Rettenwandhöhle
Lebernegg, der seit 2018 Obmann des Vereins für Höhlenkunde Kapfenberg und staatlich anerkannter Höhlenführer ist, hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt. Er möchte die Rettenwandhöhle als touristischen Anziehungspunkt über die Region hinaus bekannt machen. Ab 2024 wird die Bushaltestelle beim PEWAG-Parkplatz „Rettenwandhöhle“ heißen und von Regionalbuslinien angefahren, was die Erreichbarkeit weiter verbessert. Und als ob das nicht genug wäre, ist auch ein Fest zu 100 Jahren Führungen in der Rettenwandhöhle geplant – ein Anlass, der viele Besucher und Höhlenliebhaber anziehen dürfte.
Der VÖH (Verband Österreichischer Höhlenforschung) hat über 2000 Mitglieder und mehr als 30 Schauhöhlen in Österreich. 2024 feiert der VÖH sein 75. Jubiläum und plant eine Jahrestagung in Schladming, die ganz im Zeichen der Höhlenforschung stehen wird. Die Rettenwandhöhle und ihre Entwicklungen sind Teil einer breiten Bewegung, die sich mit dem Erhalt und der Erforschung dieser beeindruckenden Naturwunder beschäftigt. Die Begeisterung für die Höhlenforschung und das Engagement für den Erhalt dieser Schätze sind spürbar – und das macht die Rettenwandhöhle zu einem ganz besonderen Ort.
Für weitere Informationen zur Höhle und ihren Führungen kann man die offizielle Webseite der Rettenwandhöhle besuchen: www.rettenwandhoehle.at. Auch die Webseite des VÖH bietet spannende Einblicke in die Welt der Höhlenforschung: www.hoehle.org.
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