Tradition und Zusammenhalt: Der Maibaum in der Kuhstall’leitn-Siedlung
In der idyllischen Kuhstall’leitn-Siedlung in Stanz wird seit 40 Jahren eine ganz besondere Tradition lebendig gehalten: das Aufstellen des Maibaums. Diese kleine Gemeinschaft, bestehend aus zwölf Familien, hat sich in den letzten vier Jahrzehnten zu einem starken Band entwickelt, das nicht nur die Nachbarn, sondern die ganze Region zusammenbringt. Man kann sich kaum vorstellen, wie sehr solch ein Baum die Dorfgemeinschaft prägt und verbindet. Der Maibaum selbst, mit seinen 19 Metern majestätisch in der Mitte der Siedlung thront, trägt den Spruch: „Nach altem Brauch und Sitte, steht der Maibaum in Kuhstall’leitens Mitte. Von Jung und Alt erstellt, wo Zusammenhalt noch zählt.“ Ein wahrhaft herzlicher Aufruf zur Gemeinschaft.
Gerald Fetz, das „Oberhaupt“ der Siedlung, führt seit fünf Jahren die Gemeinschaft an. Gemeinsam pflegen die Bewohner Traditionen, helfen sich gegenseitig und unternehmen gemeinsame Aktivitäten. Faschingdienstag und das Adventkranzbinden gehören fest zum Jahresablauf. Und dann der Jubiläums-Maibaum, der von der Familie Kaltenbrunner stammt – er ist nicht nur ein Symbol der Tradition, sondern auch ein Zeichen des Zusammenhalts. Die kunstvolle Dekoration mit Kränzen, Girlanden und dem Spruch auf einer Holztafel macht den Baum zu einem echten Blickfang. Die Aufstellung selbst ist ein Spektakel: Mit einer uralten Handsäge wird der Baum im September umgeschnitten – etwas, das in den 40 Jahren nur einmal fast anders verlief.
Ein Erfolg bei der Maibaum-Challenge
Ein großer Moment für die Siedlung war der Sieg bei der Maibaum-Challenge 2026, organisiert von MeinBezirk, der Volkskultur Steiermark und der Steiermärkischen Sparkasse. Hier wurde die Kuhstall’leitn-Siedlung im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag zum Sieger gekürt. Solche Erfolge sind es, die die Dorfgemeinschaft nicht nur zusammenbringen, sondern auch für die Zukunft motivieren. Wer hätte gedacht, dass ein Baum so viel mehr als nur Holz und Rinde ist? Er ist das Herzstück der Gemeinschaft, ein lebendiges Zeichen für den Zusammenhalt.
Die Tradition des Maibaum-Aufstellens hat in Österreich eine lange Geschichte. Ursprünglich reichen die Wurzeln bis ins Jahr 1230 zurück. Der Brauch ist nicht nur ein Fest der Freude, sondern auch ein Symbol für Gemeinschaftsarbeit. Ob durch die örtliche Landjugend, Trachtenvereine oder Dorfgemeinschaften – alle packen mit an. Die Fichte, die oft entästet und entrindet wird, ist der Star des Abends, geschmückt mit Kränzen, Girlanden und bunten Bändern. Diese Traditionen sind nicht nur für die älteren Generationen wichtig; sie werden von den Jüngeren weitergetragen, was die Bedeutung und den Zusammenhalt innerhalb der Gemeinschaft stärkt.
Das Aufstellen des Maibaums, immer ein aufregendes Ereignis, bringt nicht nur eine Menge Spaß, sondern auch eine gewisse Aufregung. Die Maibaumwache, die nach dem Aufstellen beginnt, sorgt dafür, dass der Baum vor Diebstahl oder Beschädigung geschützt wird. Denn Konkurrenz gibt es immer – und ein gut gehüteter Maibaum ist der Stolz der Gemeinde. Der Maibaum selbst steht nicht einfach nur da; er erzählt Geschichten von Tradition, Zusammenhalt und der Weitergabe von Werten über Generationen. Diese kleinen, aber feinen Bräuche, wie das Maibaum-Kraxeln und der Bandltanz, bringen nicht nur Freude, sondern stärken auch das Gefühl der Zugehörigkeit zu einem Ort.
In der Kuhstall’leitn-Siedlung wird deutlich, wie wichtig solche Traditionen sind. Der Maibaum ist mehr als nur ein Baum – er ist ein Stück Identität, ein Zeichen des Zusammenhalts und ein wunderbares Beispiel dafür, wie Gemeinschaft funktionieren kann. Und so bleibt zu hoffen, dass diese Tradition noch viele weitere Jahre fortgeführt wird, um das Band zwischen den Nachbarn und Freunden zu stärken.
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