In Deutschlandsberg wird das Projekt „Luisa ist hier!“ von den Frauenberatungsstellen Freiraum Leibnitz, Innova Südoststeiermark und Novum ins Leben gerufen. Ziel dieses innovativen Vorhabens ist es, das Sicherheitsgefühl von Frauen in Jugend-Discos zu stärken, niederschwellige Hilfe anzubieten und die Sensibilisierung für übergriffiges Verhalten zu fördern. Rebecca Wardana von Freiraum schulte bereits die Organisatoren von Jugend-Discos im Gemeindeamt Lebring, um sie auf diese wichtige Thematik vorzubereiten.
Obwohl es bislang keine Vorfälle in den beaufsichtigten Discos gegeben hat, ist das Thema von großer Relevanz. Der Code „Ist Luisa hier?“ wird im Eingangsbereich und auf den Toiletten durch Sticker kenntlich gemacht. Frauen, die sich in einer Übergriffssituation befinden, können sich vertrauensvoll an das Personal wenden. Das Personal erhält einen Handlungsleitfaden, um in solchen Fällen richtig zu reagieren. Bei einem Vorfall soll das Personal Ruhe bewahren und die Antwort „Ja, Luisa ist hier“ geben. Den betroffenen Frauen stehen verschiedene Optionen zur Verfügung, darunter ein Rückzugsort oder die Möglichkeit, ein Taxi zu rufen. Die Entscheidung, ob die Polizei eingeschaltet wird, liegt dabei allein bei der Frau.
Aufklärung und Vertrauen schaffen
Wardana betont die Notwendigkeit der Aufklärung über den Code, um das Vertrauen der Jugendlichen in die Organisation zu stärken. Bislang sind die Jugenddiscos in der Südsteiermark erfolgreich, mit rund 150 Teilnehmern. Auch Stefan Hödl vom TimeOut in Voitsberg plant, am 12. Juni seine erste Veranstaltung in diesem Kontext durchzuführen.
Frauenberatungsstellen spielen eine entscheidende Rolle in der Gesellschaft, indem sie ein breites Spektrum an Beratungsangeboten bereitstellen. Die Themen reichen von Gewalt in Beziehungen, über Trennung und Scheidung bis hin zur Krisenintervention und allgemeinen Lebensberatung. Diese Stellen setzen sich aktiv für die gesellschaftliche Gleichberechtigung von Frauen ein und bieten psychosoziale Unterstützung in krisenhaften Lebenssituationen an. Die Beratungsangebote sind kostenlos und anonym, und die Mitarbeiterinnen unterliegen einer strengen Schweigepflicht.
Rechtlicher Rahmen und Unterstützungssystem
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Gewalthilfegesetz, das den Zugang zu Schutz- und Beratungsangeboten bei geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt sichert. Dieses Gesetz bietet eine gesetzliche Grundlage für ein Hilfesystem zur Unterstützung von Frauen, die von Gewalt betroffen sind. Ziel des Gesetzes ist es, Schutz zu gewährleisten, Interventionen zu ermöglichen und die Folgen von Gewalt zu mindern. Die Länder sind verpflichtet, ein flächendeckendes Netz an Schutz- und Beratungsangeboten bereitzustellen, um den betroffenen Frauen individuelle Hilfe und Unterstützung zu ermöglichen, ohne dass zuvor eine Strafanzeige oder ein Gerichtsverfahren notwendig ist.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Projekt „Luisa ist hier!“ und die bestehenden Frauenberatungsstellen in Österreich einen wichtigen Beitrag zur Prävention und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen leisten. Durch Aufklärung, Sensibilisierung und rechtliche Unterstützung wird an einem sicheren Umfeld für alle Frauen gearbeitet.